
| | | Heidi Keppel | | | | | Hufe Teil 23 Von › Heidi Keppel
Wie Strahlfäule und Hufkrebs äußerlich zu behandeln sind, habe ich in meinem letzten Tipp ausführlich besprochen, nun möchte ich Ihnen zur optimalen Ergänzung auch noch einige Homöopathika für die innerliche Anwendung vorstellen, die den Heilungsprozess je nach Bedarf auf vielfältige Weise unterstützen können.
Von der gezielten Entzündungs- und Fäulnisbekämpfung bis zur allgemeinen Stoffwechselförderung und Abwehrkraftsteigerung ist bei der homöopathischen Behandlung im Prinzip alles möglich, doch sollte der Laie vor allem bei schwereren Fällen keinesfalls alleine herumexperimentieren, sondern sich lieber von einem erfahrenen Tierheilpraktiker oder homöopathisch geschulten Tierarzt eine individuell angepasste Therapieempfehlung holen. Die folgenden Arzneimittel können dafür als Anregung dienen, häufig kommen aber auch so genannte Konstitutionsmittel zum Einsatz, welche dem Typ des Pferdes entsprechen und somit all seine Beschwerden und Krankheitsneigungen heilen können.
Bei bakteriell bedingter Strahlfäule ist es außerdem oft sinnvoll, den Erregern mit Nosoden zu Leibe zu rücken, welche aus ebensolchen Bakterien hergestellt wurden. Vor allem die Staphylococcus-Nosode kann bei sämtlichen Fäulnisprozessen und auch Eiterungen oft rasche und durchschlagende Erfolge bringen. Gebräuchliche Potenzen sind dabei die D12 bis zur D200, ich verwende am liebsten die D15 (2mal täglich 10-15 Tropfen) über mehrere Tage, bis der Fäulnisprozess zum Stillstand kommt.
Auch Pyrogenium D30 hat einen ähnlichen Wirkungsbereich, wobei diese Arznei besonders dann hervorragende Dienste leistet, wenn die faulige Substanz einen aashaften Geruch verbreitet und/oder wenn die Infektion bereits zur Blutvergiftung mit Fieber führt. In solch hochakuten Fällen gibt man von dieser Nosode alle 1-2 Stunden 10 Tropfen, bis eine deutliche Besserung eintritt, was normalerweise schon nach wenigen Gaben der Fall sein sollte. Wenn das Pferd nur lokale Symptome der Strahlfäule zeigt, sollte man nur 1-2mal täglich 10 Tropfen über mehrere Tage verabreichen.
Um den Körper allgemein zu entgiften und den gestörten Stoffwechsel in positiver Weise anzuregen, ist häufig auch eine längerfristige Behandlung mit Sulfur D30 (1-2mal wöchentlich 10 Tropfen bzw. Globuli oder 2 Tabletten) sinnvoll. Ganz besonders profitieren jene Tiere davon, die auch eine Neigung zu Haut- und Verdauungsproblemen zeigen.
Zur allgemeinen Durchblutungsförderung ist auch wieder das bewährte Aesculus D4 (2-3mal täglich 10-15 Tropfen bzw. Globuli oder 2-3 Tabletten) empfehlenswert, da durch eine gute Durchblutung eine weitaus raschere Heilung ermöglicht wird.
Zur völligen Ausheilung schließlich sollte eine Nachbehandlung mit Silicea D30 durchgeführt werden, welches eine gesunde Gewebsneubildung und die Abstoßung alter, noch kranker Hornteile fördert. Am besten gibt man davon 1 Woche lang 1mal täglich 10 Tropfen bzw. Globuli oder 2 Tabletten und danach 1-2mal wöchentlich dieselbe Dosis. Je nach Schwere des Falles sollten insgesamt 4-8 Behandlungswochen genügen. Geschwürige Veränderungen bzw. Hufkrebs erfordern allerdings meist eine längere Therapie mit teilweise anderen Arzneien, die ich Ihnen in meinem nächsten Tipp vorstellen werde.
erschienen 03.08.2008
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