
| | | Heidi Keppel | | | | | Hufe Teil 17 Von › Heidi Keppel
In meinem letzten Tipp habe ich über die homöopathische Behandlung von Hufabszessen gesprochen. Einige dieser typischen Eitermittel, wie etwa Hepar sulfuris D12 und Silicea D12 können in derselben Dosierung auch Hufknorpelfisteln heilen. Diese entstehen meist in Folge einer chronischen Entzündung der seitlichen Hufknorpel, durch die es im Laufe der Zeit zur Gewebseinschmelzung und damit zur schmerzhaften Eiterbildung kommt. Aber auch direkte Verletzungen mit anschließender Infektion können zur Abszess- und Fistelentstehung führen.
Eine Fistel stellt dabei einen Gang innerhalb des Hufes dar, der meist im Bereich des Kronrandes nach außen mündet und dort den sich ständig neu bildenden Eiter regelmäßig entleert. Nur wenn dieser Abfluss behindert wird oder zu Beginn der Erkrankung ist beim Pferd eine Lahmheit bzw. mehr oder weniger starke Berührungsempfindlichkeit im hinteren, seitlichen Hufbereich zu beobachten, ansonsten kann die Krankheit unter schlechten Haltungsbedingungen und ohne regelmäßige Hufkontrolle sogar unbemerkt bleiben.
Mit den bereits genannten homöopathischen Arzneien kann der Eiter vollständig entleert bzw. abgebaut und die Ausheilung beschleunigt werden. Zusätzliche desinfizierende Spülungen sind meist sinnvoll und auf eine saubere Haltung sollte geachtet werden, sodass anhaftender, getrockneter Schlamm oder Kot nicht den Abfluss des Eiters verhindern kann. Aus denselben Gründen darf die Öffnung des Fistelganges auch nicht durch dicke Salben oder enge Hufverbände verschlossen werden.
Hartnäckige Fälle, bei denen die Eiterabsonderung trotz dieser Behandlung nicht nachlässt bzw. auf den umliegenden Knochenbereich übergreift oder die nach kurzfristiger Besserung wieder eine Verstärkung der Symptome zeigen, benötigen bisweilen andere speziellere Arzneien, wie z.B. das ebenfalls bereits erwähnte Calcium sulfuricum D6 oder auch Calcium jodatum D6, die beide normalerweise 3mal täglich (jeweils 10-15 Tropfen oder Globuli bzw. 2-3 Tabletten) über mehrere Tage verabreicht werden. Da es zwischen dem Schwefel- und dem Jodanteil dieser beiden Homöopathika aber zu unerwünschten Wechselwirkungen kommen kann, sollten sie nur getrennt bzw. in größeren Zeitabständen (mehrere Stunden) voneinander angewendet werden.
Bei Knocheneiterungen mit hoher Schmerzhaftigkeit kann auch noch Asa foetida D4 (ebenfalls 3mal täglich 10-15 Tropfen oder Globuli bzw. 2-3 Tabletten) helfen, eine Arznei, die ansonsten bei Darmstörungen mit stark stinkenden Blähungen zum Einsatz kommt. Sollte diese Symptomatik gleichzeitig vorhanden sein, spricht dies sehr für dieses Homöopathikum, doch im Zweifelsfall ist unbedingt die Inanspruchnahme kompetenter Fachleute zu empfehlen. Da eine Hufknorpelfistel unter ungünstigen Umständen genau wie ein Hufabszess zur Blutvergiftung führen kann, sollte nach Möglichkeit immer ein erfahrener Pferdetierarzt oder Tierheilpraktiker zu Rate gezogen werden.
Eine chronische Entzündung der Hufknorpel kann allerdings nicht nur eine Eiter- bzw. Fistelbildung nachsichziehen, es kann daraus auch eine Hufknorpelverknöcherung entstehen, woraus sich ebenfalls vorübergehend eine generelle Berührungsempfindlichkeit im betroffenen Hufbereich ergeben kann. Welche Behandlung bei dieser Krankheitsentwicklung sinnvoll ist, erfahren Sie dann in meinem nächsten Tipp.
erschienen 22.06.2008
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