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Heidi Keppel
 
 
Hufe
Teil 16
Von   Heidi Keppel


Im Anschluss an meinen Tipp der letzten Woche möchte ich nun weitere Homöopathika vorstellen, die bei einer Hufabszess-Behandlung Anwendung finden können. Hierbei ist zwischen akut gefüllten und bereits entleerten, aber noch nicht ausgeheilten Abszessen zu unterscheiden.

Wenn das im vorigen Tipp besprochene Hauptmittel Hepar sulfuris nicht den gewünschten Erfolg bringt oder wenn sich der Abszess immer wieder füllt, dann kann oft Calcium sulfuricum D4 helfen, welches 3mal täglich (jeweils 10-15 Tropfen oder Globuli bzw. 2-3 Tabletten) verabreicht werden sollte, bis eine bleibende Entleerung des Eiters stattgefunden hat.

Als zusätzliche Unterstützung eignet sich zur äußerlichen Anwendung Calendula-Urtinktur, die mit Wasser verdünnt (50 Tropfen auf eine Tasse Wasser) in Form einer Spülung 1-2mal täglich zum Einsatz kommt. Sie fördert die Ausstoßung des Eiters und wirkt entzündungshemmend sowie heilungsfördernd. Dieselbe Wirkung hat Calendula auch innerlich, allerdings wird dazu am besten Calendula D2 (2-4mal täglich 10-15 Tropfen oder Globuli bzw. 2-3 Tabletten) verwendet.

Um die völlige Ausheilung eines bereits eröffneten und ausreichend entleerten Abszesses zu fördern, ist meist die Verabreichung von Silicea D12 (2mal täglich 10-15 Tropfen oder Globuli bzw. 2-3 Tabletten) oder Silicea D30 (1mal täglich 10 Tropfen oder Globuli bzw. 2 Tabletten über 4 Tage und danach 1-2mal wöchentlich dieselbe Dosis bis zur Ausheilung) sehr zu empfehlen. Die Verwendung von Silicea ist aber auch dann erforderlich, wenn der ausfließende Eiter nicht dick und gelb, sondern dünn und eher weiß oder gräulich ist.

Ist das austretende Sekret hingegen dünn- bis zähflüssig, von grau-grünlicher Farbe oder blutig bzw. mit Blutstreifen durchsetzt, dann ist meist Mercurius solubilis D12 das Mittel der Wahl, welches vor allem bei stark entzündeten und verhärteten Abszessen seine heilende Wirkung entfaltet. Es wird 2-3mal täglich (jeweils 10-15 Tropfen oder Globuli bzw. 2-3 Tabletten) bis zur Änderung der Symptome (veränderte Sekretfarbe bzw. -konsistenz) gegeben, wobei meist eine Nachbehandlung mit Silicea sinnvoll ist.

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang noch, dass Silicea aber niemals gemeinsam mit Hepar sulfuris oder Mercurius solubilis verabreicht werden sollte, da es hierbei zu Unverträglichkeitsreaktionen oder gegenseitiger Wirkungsaufhebung kommen kann! Mehrstündige Abstände zwischen den einzelnen Gaben sind also immer erforderlich!

Falls ein Hufabszess zu spät bemerkt oder eine falsche Behandlung durchgeführt wird, sodass die Eiterbakterien nach innen in den Körper eindringen, ist die Folge in der Regel eine Blutvergiftung, welche sich durch Fieber und gestörtes Allgemeinbefinden äußert. In solchen Fällen können Pyrogenium D30 und Lachesis D30 helfen, welche häufig miteinander kombiniert werden. Man gibt davon jeweils 10 Tropfen oder Globuli bzw. 2 Tabletten 3mal täglich (in sehr schweren Fällen auch stündliche Gaben möglich, dabei aber max. 3 Gaben hintereinander), bis sich eine deutliche Besserung zeigt, welche spätestens nach 1-2 Tagen erreicht sein sollte.

Grundsätzlich sollte bei derartigen lebensgefährlichen Komplikationen aber immer ein kompetenter Tierarzt oder Tierheilpraktiker zu Rate gezogen werden, der die Situation besser einschätzen kann als ein Laie. Außerdem kann dieser notfalls eine fachgerechte Eröffnung und Desinfektion des Abszesses bzw. eine antibiotische Behandlung vornehmen. Die oben genannten Homöopathika können danach immer noch als begleitende Therapie eingesetzt werden und so den Heilungsverlauf beschleunigen, was übrigens für sämtliche Abszesse im ganzen Körperbereich gilt.




erschienen 15.06.2008




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