
| | | Heidi Keppel | | | | | Hufe Teil 10 Von › Heidi Keppel
Einige Homöopathika, die unter anderem im Hufbereich ihre hervorragende Wirkung zeigen, haben Sie schon in meinen letzten Tipps kennen gelernt. Nun möchte ich in dieser Woche noch weitere Arzneien vorstellen, die bei diversen Hufproblemen zum Einsatz kommen können.
Arnica D6 ist z.B. ein Mittel, an das man immer dann denken sollte, wenn das Pferd sehr druckempfindliche Hufe besitzt und bei Belastungen auf hartem, steinigem Boden rasch mehr oder weniger starke Lahmheiten entwickelt. Vor allem Blutergüsse im Sohlenbereich und Belastungshufrehe können mit Arnica behandelt werden, wobei man 3mal täglich 10-15 Tropfen bzw. Globuli oder 2-3 Tabletten davon gibt, bis die Schmerzen offensichtlich beseitigt sind.
Vorbeugend kann Arnica auch nach starken Belastungen, wie z.B. nach Distanz- und Wanderritten auf schotterigen Wegen, gegeben werden, um die Bildung von Blutergüssen und Lederhautentzündungen gleich im Keim zu ersticken. Meist genügen dafür 1-3 Gaben im stündlichen Abstand in der oben angeführten Dosierung, nur bei ganz empfindlichen Tieren kann eine längere Behandlung nötig werden.
Sollten die Schmerzen so schlimm sein, dass eine hochgradige Lahmheit bzw. ein extrem klammer Gang beobachtet werden kann, ist eine zusätzliche Verabreichung von Hypericum D4 sinnvoll. Dieses Mittel bewirkt direkt an den sensiblen Nervenenden eine zuverlässige Schmerzstillung und Gewebereparatur, weshalb es sowohl für die Behandlung von Quetschwunden und Prellungen als auch von Stichwunden, wie Nageltritt oder Hufvernagelung, sehr zu empfehlen ist. Die Dosierung erfolgt genauso wie bei Arnica.
Damit bei Hufverletzungen die Heilung optimal ablaufen kann, ist es außerdem meist ratsam, durchblutungsfördernde Arzneien, wie z.B. Aesculus D4, einzusetzen, denn nur so können schädliche Stoffwechsel-und Entzündungsprodukte rasch abtransportiert und ausgeschieden sowie wichtige Körperbausteine für den Hufaufbau mit dem Blut herangebracht werden – ein Vorgang, der auch bei sämtlichen anderen entzündlichen Huferkrankungen von enormer Bedeutung ist.
Ob die Durchblutung gut funktioniert, kann übrigens sehr gut an der Wärme des Hufes festgestellt werden, wobei nicht nur vermehrte Hitze im oberen Hufbereich (Kron- und Saumlederhaut, Ballen), sondern auch extrem kalte Hufe Mängel in diesem Bereich anzeigen. In solchen Fällen sollte Aesculus 3mal täglich (jeweils 10-15 Tropfen bzw. Globuli oder 2-3 Tabletten) gegeben werden. Bei normal temperierten Hufen (lauwarm) genügt meist eine einmalige Gabe täglich zur vorbeugenden Unterstützung der Durchblutung.
Reagieren Pferde auf harten Untergrund generell mit sehr vorsichtigem Auffußen bzw. zeigen phasenweise starke Lahmheiten oder klammen Gang können auch ernsthafte Huferkrankungen dahinter stecken, die ich in meinem nächsten Tipp näher besprechen möchte.
erschienen 06.04.2008
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