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Heidi Keppel
 
 
Hufe
Teil 14
Von   Heidi Keppel


Die Hufrollenentzündung und ihre Behandlung haben wir in der letzten Woche fertig besprochen, aber ein klammer Gang bzw. akute Lahmheiten können auch noch andere Ursachen haben, wie z.B. Eiterbildungen im Inneren des Hufes. Hufabszesse bzw. Fistelbildungen im Huf treten bei Pferden relativ häufig auf und sollten deshalb in unklaren Fällen immer in Erwägung gezogen werden.

Die abgeschlossene Ansammlung von Eiter in Form eines Hufabszesses entsteht meist nach Verletzungen im Sohlen-, Strahl-, Ballen- oder auch Kronrandbereich, wobei Nageltritte und Vernagelungen beim Beschlag besonders oft als Auslöser auftreten. Durch die dadurch entstehenden Hornrisse können von außen Bakterien in den Huf eindringen und so abgekapselte Eiterherde bilden. Zuweilen kann eine Abszessbildung aber auch durch innere Infektion über die Blutbahn erfolgen.

Das Anfangsstadium dieser Erkrankung kann man bisweilen nur am unsauberen Gang des betroffenen Pferdes erkennen, wobei sich die Lahmheit mit dem Reifegrad des Abszesses meist rasch und deutlich steigert. Dann lässt sich auch mit der Hufuntersuchungszange heftiger Druckschmerz feststellen und der gesamte Huf (manchmal auch nur Teile davon) fühlt sich gegenüber den nicht erkrankten Hufen sehr viel wärmer an.

In besonders schlimmen Fällen können auch Allgemeinsymptome, wie z.B. Fieber, Mattigkeit und Appetitlosigkeit, auftreten. Sie sind meist ein Zeichen einer Blutvergiftung, welche durch den innerlichen Austritt von Eiterbakterien und deren anschließende Verteilung durch den Blutstrom im ganzen Körper zustande kommt. Um diese Komplikation zu verhindern, sollte stets die Eröffnung des Abszesses nach außen angestrebt werden, wobei häufig ein chirurgischer Eingriff durch einen Tierarzt notwendig wird. Bei kleineren Abszessen im Sohlenbereich kann diese Aufgabe auch ein erfahrener Hufschmied erledigen.

Im Anschluss daran ist auf eine gründliche Desinfektion und anschließende Reinhaltung zu achten. Meist sind antiseptische Spülungen über mehrere Tage erforderlich und auch abschirmende Hufverbände können je nach Lage des Abszesses und in Anbetracht der jeweiligen Haltungsbedingungen sinnvoll sein. Letztere müssen allerdings so angebracht werden, dass sie den Eiterabfluss nicht behindern.

Bei drohender oder bereits bestehender Blutvergiftung werden schulmedizinisch außerdem auch innerlich Antibiotika verabreicht, und im Rahmen einer solchen Erkrankung wird zumeist auch der Tetanusschutz aufgefrischt.

All diese Maßnahmen können durchaus empfehlenswert sein, doch in vielen Fällen wäre auch eine homöopathische Behandlung ausreichend, welche die Abszessreifung und -entleerung sowie den innerlichen Eiterabbau fördert. Zumindest kann die Homöopathie aber unterstützend zur schulmedizinischen Therapie angewandt werden, um den Heilungsvorgang zu beschleunigen und eine Neubildung von Abszessen zu verhindern. Näheres dazu finden Sie in meinem nächsten Tipp.



erschienen 01.06.2008




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