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Heidi Keppel
 
 
Hufe
Teil 12
Von   Heidi Keppel


Nachdem ich das Thema Hufe bereits einige Wochen vernachlässigt habe, möchte ich nun im dieswöchigen Tipp wieder dorthin zurückkehren. Ich habe zuletzt erklärt, dass einseitiges und rücksichtsloses Reiten beim Pferd Schäden hinterlassen kann, und dabei vor allem die Hufrollenentzündung angesprochen – eine unter Pferdeleuten allseits bekannte und ebenso gefürchtete Erkrankung. Wie versprochen werde ich Ihnen nun homöopathische Behandlungsmöglichkeiten vorstellen, mit denen diese Krankheit geheilt oder zumindest gelindert bzw. gebremst werden kann.

Im frühen Entzündungsstadium kann Bryonia D6 (2-3mal täglich 10-15 Tropfen oder Globuli) sehr gut helfen. Dieses Mittel wird bevorzugt dann verwendet, wenn sich die Lahmheit bei Bewegung verschlimmert und das Pferd dementsprechend nur schwer zum Laufen animiert werden kann. Auch die Neigung zum Stolpern und das Einnehmen von Schonhaltungen beim Stehen deuten auf starke Schmerzen hin und sprechen damit meist für die Verwendung von Bryonia, welches besonders auf den direkten Gelenksbereich einwirkt.

Wenn sich die Schmerzen umgekehrt bei längerer ruhiger Bewegung zu verbessern scheinen, und das Pferd trotz der Beschwerden einen gewissen Bewegungsdrang zeigt, dann ist hingegen die Verabreichung von Rhus toxicodendron D12 (1-2mal täglich 10-15 Tropfen oder Globuli) zu empfehlen. Diese Arznei stärkt vor allem die betroffenen Sehnen und Bänder bzw. wirkt der Entzündung in diesem Bereich entgegen.

Im Bedarfsfall – wenn sich z.B. die Symptomatik ständig ändert – können beide Homöopathika auch gemeinsam gegeben werden, wobei aber eine abwechselnde Gabe in mehrstündigen Abständen oft ein besseres Ergebnis bringt. Bei hochakuten Schmerzattacken können die Mittel für 1-2 Tage auch in stündlichen Intervallen eingesetzt werden. Danach sollte aber wieder die oben beschriebene Dosierung eingehalten werden.

Um die Heilung voranzutreiben, sollte in jedem Fall auch die Durchblutung gefördert werden, und dies erreicht man am besten mit Aesculus D4 (3mal täglich 10-15 Tropfen oder Globuli), welches mit allen hier genannten homöopathischen Mitteln kombiniert werden kann. Mit Hilfe dieser Arznei werden schädliche Entzündungsprodukte rascher aus dem Huf ausgeschwemmt und wichtige Bausteine zum Neuaufbau der geschädigten Strukturen herangebracht.

Wenn vom Tierarzt eine starke entzündliche Gelenksfüllung diagnostiziert wurde, dann kann hier häufig Apis D4 (3mal täglich 10-15 Tropfen oder Globuli) helfen. Zusammen mit Bryonia beruhigt und repariert es die Synovialhäute des Gelenks. Niemals sollte dieses Mittel allerdings gemeinsam mit Rhus toxicodendron verabreicht werden, da es dadurch zu unerwünschten Unverträglichkeitsreaktionen kommen könnte.

Wenn ein akutes Trauma die Beschwerden hervorgerufen hat, sind oftmals auch noch Symphytum D4 (bei Knochen- bzw. Knochenhautverletzung) und Ruta D4 (bei Sehnen- bzw. Bänderverletzungen) zu empfehlen. Davon werden ebenfalls jeweils 3mal täglich 10-15 Tropfen oder Globuli gegeben.

Weitere homöopathische Mittel, die bei chronischer Hufrollenentzündung mit knöchernen Zubildungen zur Anwendung kommen, werde ich dann in meinem nächsten Tipp näher behandeln.





erschienen 18.05.2008




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