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Heidi Keppel
 
 
Hufe
Teil 6
Von   Heidi Keppel


Wie bereits mehrfach erwähnt, sind gesunde und strapazierfähige Hufe das Gesamtergebnis vieler Einzelfaktoren, doch einen ganz besonders wichtigen Einfluss auf die Hufstruktur hat zweifelsohne die Fütterung der Pferde, wobei auch in diesem Bereich leider keine allgemeingültigen Regeln aufgestellt werden können, sondern vielmehr auf eine individuell angepasste Bedarfsdeckung Wert gelegt werden sollte. Dies wiederum gilt sowohl für den Gesamtenergiewert und Proteingehalt der Nahrung als auch für die Futterzusammensetzung.

Für die Erstellung eines Futterplanes gibt es Nährstofftabellen, die genau aufzeigen, wie viel Energie, Eiweiß, Rohfaser, Rohfett, Vitamine und Mineralstoffe jedes einzelne Futtermittel enthält, sodass man mit ihrer Hilfe relativ einfach bedarfsgerechte Futterrationen zusammenstellen kann. Allerdings kann der Laie dabei auch gewaltige Fehlkalkulationen anstellen, wenn er nicht die allgemeine bzw. individuelle Verträglichkeit der Futtermittel kennt.

So gibt es etwa Pferde, die bereits auf geringste Mengen Mais heftige Hufreheschübe bekommen, während andere dieses Getreide kiloweise vertragen, ohne irgendwelche Beschwerden zu zeigen. Ähnliche Reaktionen können auch bei Hafer oder anderen Futtermitteln, wie etwa melassierten Rübenschnitten auftreten. Aber auch die modern gewordene Verfütterung diverser Öle kann den Hufen sekundär schaden, wenn sie übertrieben wird und zu Verdauungsstörungen führt.

Generell kann man auch bei der Fütterung davon ausgehen, dass Pferde am besten jenes Futter vertragen, an das sich ihre Rasse in ihrem Ursprungsland über viele Jahre hinweg angepasst hat bzw. das sie in ihrer Jugendzeit verstärkt genossen haben. Es ist also sicher der falsche Weg, wenn Reitställe ein Einheitsmüsli oder dergleichen an alle dort eingestellten Pferde verfüttern, da bei diesen der individuelle Bedarf an Nährstoffen und individuelle Unverträglichkeitsreaktionen sehr verschieden sein können.

Ebenso sollte man bei allgemeinen Fütterungsempfehlungen der Pferdefutterhersteller vorsichtig sein, denn diese beziehen sich meist entweder auf Durchschnittspferde oder auch auf Hochleistungstiere. Freizeitpferde und hier ganz besonders so gute Futterverwerter wie etwa die genügsamen Haflinger, Isländer und Araber werden mit den auf ihre Gewichtsklasse empfohlenen Mengen zweifelsohne hoffnungslos überfüttert, ja geradezu gemästet, wenn sie nicht täglich mehrere Stunden hart ins Training genommen werden.

Ähnlich verhält es sich aber auch mit den Grundfuttermitteln, wie Gras, Heu und Wiesencobs. Nicht nur häufige Überdüngung, sondern auch Wiesensaatgut, das auf den erhöhten Bedarf von Rindern abgestimmt ist, bringt hier Produkte hervor, die vielen Pferden auf die eine oder andere Art schaden können, was letztendlich auch zu einer schlechten Hufqualität führen kann.

Der Pferdehalter sollte deshalb auch in diesem Bereich sehr auf Qualität und Menge des Futters achten, wenn er sich unnötige Schwierigkeiten ersparen möchte. Dies bedeutet leider in vielen Fällen auch eine sinnvolle Rationierung der Pferdeweide, denn ganztägige Weidehaltung kann nur bei eher kargem Bewuchs vorbehaltlos empfohlen werden. Wer hingegen seinem Pferd ständige derartige ‚Freiheit’ vergönnen will, muss bei diesbezüglich empfindlichen Tieren unter anderem auch mit eher weicher, bröckeliger Hornsubstanz und damit natürlich auch mit geringerer Belastbarkeit auf hartem Boden rechnen.

Jegliche Überfütterung, vor allem mit Kohlenhydraten und Proteinen, bewirkt nun mal eine Auflockerung der Hornstrukturen und eine Neigung zu krankhaften Hufveränderungen, die auch durch andere Fütterungsmaßnahmen nicht ausgeglichen werden kann. Bei grundsätzlich bedarfsgerechter Fütterung aber gleichzeitiger individueller Neigung zu Hufproblemen kann allerdings durch gewisse Futterzusätze eine Verbesserung erreicht werden. Mehr dazu erfahren Sie in meinem nächsten Tipp.



erschienen 09.03.2008




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