
| | | Heidi Keppel | | | | | Entwurmung und Impfung von Fohlen und älteren Pferden Teil 14 Von › Heidi Keppel
Regelmäßige Entwurmung ist vor allem in größeren Pferdebeständen meist unvermeidlich, doch um die Verseuchung von vorneherein im Zaum zu halten und damit auch einen optimalen Erfolg der chemischen Parasitenvernichtung gewährleisten zu können, sollten kluge Pferdebesitzer auch einige vorbeugende Hygienemaßnahmen ergreifen, die eine Wiederansteckung der Tiere zu vermeiden hilft.
Bei ausschließlicher Boxen- und Paddockhaltung ist dies relativ leicht, indem einfach täglich sämtlicher Kot aus dem ganzen Bereich entfernt wird. Allerdings ist bei derartiger Haltung oft nicht nur der Boden eine mögliche Ansteckungsquelle. Vielmehr können diesbezüglich auch verschmutzte Wände, Futtertröge, Selbsttränken oder Salzlecksteine zur beinahe unsichtbaren Gefahr werden, wenn Pferde dort z.B. durch Schweifscheuern ebenfalls Wurmeier ablagern. Deshalb sollte das Boxeninventar bei Verschmutzung gründlich mit heißem Wasser bzw. Sodalösung gereinigt werden, während beim Mauerwerk nach oberflächlicher Reinigung ein jährlicher Kalkanstrich für einen zusätzlichen Schutz vor Parasiten und Insektenplagen sorgt.
Befinden sich die Pferde tagsüber auf größeren Koppeln, die nie oder nur selten gewechselt werden, ist es schon weitaus schwieriger, die Flächen sauber zu halten, doch vor allem bei Fohlen- und Jungpferdeaufzucht sollte man – wenn irgendwie möglich – den vermehrten Arbeitsaufwand nicht scheuen und zumindest 2-3mal pro Woche eine gründliche Reinigung vornehmen. Jungtiere haben nämlich – im Gegensatz zu den meisten erwachsenen Pferden – noch keine ausgeprägte Scheu vor älterem Kot und können sich durchaus auch spielerisch damit beschäftigen.
Bei älteren, regelmäßig entwurmten Pferden genügt hingegen oft auch eine Kotabsammlung in größeren Zeitabständen, sofern die Tiere gut genährt sind und somit auch kein Interesse daran haben, im länger abgelegenen Kot herumzuwühlen oder diesen gar aus Hunger zu fressen. (Im Unterschied dazu ist das Fressen von frischem Kot nie gefährlich, weil die Wurmeier zur Weiterentwicklung ein paar Tage im Freien sein müssen.)
Keinesfalls darf man Pferdekoppeln aber derart verdrecken lassen, dass die Tiere gar keine Ausweichmöglichkeit mehr haben und somit förmlich gezwungen sind, mit Kot in Berührung zu kommen, wenn sie in arttypischer Weise mit der Nase auf dem Boden herumstöbern. Dies gilt nicht nur für Wiesen-, sondern auch für Sandkoppeln, und aus diesem Grund sollte auch eine zu große Pferdedichte unbedingt vermieden werden.
Wichtig ist außerdem, dass zumindest etwaige Futterplätze immer sauber gehalten werden. Keinesfalls darf Heu, Grün- oder gar Kraftfutter auf verschmutzten Stellen dargereicht werden, auch dann nicht, wenn zuvor der gröbste Mist entfernt wurde, da auch das darunter liegende Erdreich zur Ansteckungsquelle werden kann. Eine Ausnahme stellt hier nur Beton- oder Holzboden dar, sofern dieser zuvor gründlichst gefegt oder mit dem Wasserschlauch bzw. mit Druckluft gesäubert wurde.
Die Gefahr der Ansteckung darf übrigens auch bei Futterraufen und Heunetzen nicht unterschätzt werden, denn selbstverständlich wird auch dabei Heu in der näheren Umgebung (bei Wind auch in weiterer Entfernung) verstreut, das dann später von den Pferden aufgenommen wird. In einem Umkreis von mehreren Metern sollten deshalb täglich alle Kothaufen entfernt werden, da zumindest gefräßige Tiere auch dorthin verirrte Futterreste meist nicht verschmähen.
Gefräßigkeit bzw. Hunger der Pferde sind auch die hauptsächlichen Ursachen für eine erhöhte Infektionsgefahr bei Weidehaltung, doch darüber erfahren Sie dann nächste Woche mehr von mir!
erschienen 09.12.2007
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