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Heidi Keppel
 
 
Erkennung und Behandlung von Fohlenkrankheiten
Teil 26
Von   Heidi Keppel

Pferde sind Lauftiere und dementsprechend ist ein gesunder, leistungsfähiger Bewegungsapparat für sie unerlässlich. Leider können aber gerade in diesem Bereich bei Fohlen viele angeborene oder auch erworbene Defekte auftreten, welche zum Teil leicht, zum Teil aber auch nur sehr schwer oder gar nicht behoben werden können und somit oft über das ganze weitere Leben eines Pferdes bestimmen.

Eine rechtzeitige genaue Untersuchung und Behandlung durch einen erfahrenen Pferdetierarzt sowie eine regelmäßige Kontrolle und Hufbearbeitung durch einen vertrauenswürdigen Hufschmied oder Hufpfleger kann in vielen Fällen Probleme beheben, bevor sie einen bleibenden Schaden hinterlassen, oder zumindest eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität des betroffenen Pferdes bewirken.

Selbstverständlich sollten aber auch scheinbar gesunde Fohlen immer wieder von Fachleuten begutachtet werden, um etwaige Ansätze zu Fehlentwicklungen aufgrund unvorteilhafter Haltungsbedingungen gleich im Keim ersticken zu können. So können z.B. zu weicher Auslaufboden oder auch Hangweiden einen schlechten Einfluss auf die Qualität des Hufhorns und die Stellung der Fohlenhufe haben, wodurch in schwereren Fällen die spätere Verwendung als Reitpferd durchaus beeinträchtigt werden kann. (Mehr dazu in einem meiner nachfolgenden Tipps.)

Bei den angeborenen abnormen Gliedmaßenstellungen gibt es viele verschiedene Formen der Abweichungen, die teils auf Fehlentwicklungen im Knochen- und Gelenksbereich beruhen und teils durch fehlerhaften Aufbau der Muskeln und Sehnen entstehen. Abweichungen von der korrekten Gliedmaßenachse nach vorne oder hinten sind meist das Ergebnis von schwachen oder verkürzten Sehnen, die ausgleichende Wirkung der Beuge- und Streckmuskulatur funktioniert hier nicht in gewünschter Weise. Abweichungen nach innen oder außen finden hingegen ihren Ursprung meist in unnatürlichen Skelettverformungen.

Bei all diesen Fehlentwicklungen können entweder ein Bein, ein Beinpaar oder alle vier Beine des Fohlens betroffen sein, außerdem kann die Stärke der Abweichung beträchtlich variieren. Auch können bisweilen an den einzelnen Beinen unterschiedliche Stellungsfehler auftreten. Nur nach genauer Untersuchung und Beachtung aller Faktoren einschließlich der Umweltverhältnisse kann eine ungefähre Prognose bezüglich der Heilungschancen und der späteren Verwendbarkeit des Pferdes als Reittier abgegeben werden. Bei rechtzeitiger und optimaler, geduldiger Behandlung ist aber meist selbst in schwierigen Fällen ein guter Erfolg zu erwarten.

Welche angeborenen Stellungsfehler es beim Fohlen geben kann und mit welchen Maßnahmen diese behandelt werden können, möchte ich in meinen folgenden Tipps detailliert besprechen.



erschienen 17.06.2007




Siehe auch   Autoren-Messeseite




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