Meine Meinung zu dem Buch: von › Regina Steinkrauss
Buchbesprechung v. Chris Olsons "Druckpunktsystem und Beziehungstraining" aus dem Cadmos-Verlag, 1997, 112 Seiten mit zahlreichen Fotos; es ist gerade eine preiswertere Version erschienen.
Dieses Buch enthält Anleitungen zu einer Druckpunktmassage für verspannte Pferde und zu einem Beziehungstraining.
In der Einführung erläutert Chris Olson in leicht verständlicher Form die Ursachen von Muskelverspannungen im Zusammenspiel von Knochen, Muskeln und Sehnen.
Verspannungen beeinträchtigen das Wohlbefinden des Pferdes; sie äußern sich z. B. in "Kitzligkeit" beim Putzen, Sattelzwang, Widersetzlichkeiten beim Biegen oder Stellen oder verminderter Leistung.
Das Phänomen der "Kissing Spines" (Zusammenstoßen der Rückenwirbel) und möglicherweise auch Gelenkschäden können ursächlich in Verspannungen begründet sein.
Allgemeine Maßnahmen zu einer sicheren Vorgehensweise sind dem ersten Behandlungstest vorgestellt. Dies ist sehr wichtig, denn das Berühren schmerzender Regionen oder Punkte kann zu unvorhersehbaren Reaktionen des Tieres führen.
Dann stellt der Auto die acht Hauptregionen, an denen Pferde unter Verspannungen leiden, vor. Die Darstellung jeder Region gliedert sich in drei Abschnitte:
- Beschreibung der Lage der jeweiligen Region bzw. der/des wichtigen Druckpunkte/s, verdeutlicht durch Fotos
- Informationen über die Art der Behandlung (punktuell, flächenmäßig), Auswirkungen gemessen an Reaktionen des Pferdes, Ziel der jeweiligen Berührungen
- besondere Sicherheitsaspekte beim Bearbeiten der jeweiligen Region
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Die Massage am ersten Punkt im Genickbereich, bei dem das Pferd den Hals vorwärts-abwärts senken soll, dient auch der allgemeinen Entspannung. Es folgen Regionen am Hals, Schulterblatt, Ellenbogenregion sowie dem Widerrist. Daß am Widerrist Schmerzen durch nicht passende Sättel entstehen oder vor Jahren entstanden sind (die Verspannungen ist dann eventuell noch gegenwärtig), ist für jedermann gut nachvollziehbar.
Es folgen Massagebereiche und Druckpunkte an der Hinterhand, nicht ohne daß noch einmal auf die größere Gefahr durch das Arbeiten diesen Stellen hingewiesen wird.
Hier sind es Punkte und Regionen um den Hüfthöcker, an dem "Pferdemotor" Kruppe, in der Gegend um den Sitzbeinhöcker und der Hinterhandmuskulatur. Bei einem abschließenden Test läßt sich der Behandlungserfolg feststellen.
Es folgen vertiefende Anmerkungen zu den einzelnen Regionen und Hinweise, wann ein professioneller Therapeut zu Rate gezogen werden muß.
Im zweiten Teil des Buches erklärt der Chris Olson ein Beziehungstraining, bei dem das Pferd durch gezielte Bewegung und Richtungswechsel dazu gebracht werden soll, dem Trainer seine volle Aufmerksamkeit zuzuwenden. Dadurch soll es zu einer besseren Zusammenarbeit mit dem Menschen gebracht werden. Ein körperlich derart entspanntes Pferd ist außerdem weniger Anfällig für Verspannungen.
Es folgen kurze Kapitel über die Bedeutung einer sinnvollen Aufwärm- und abschließenden Entspannungsphase bei der Arbeit des Pferdes sowie einige interessante, ergänzende, gymnastische Übungen, die sich jederzeit durchführen lassen.
Die Drucktechnik zur Beseitigung von Schmerzen ist eine uralte Methode, die auch in der Humanmedizin erfolgreich angewendet wird. Der Autor will den Leser in die Lage versetzen, auch ohne ein Anatomiestudium oder spezielle Vorkenntnisse sichtbare Erfolgen zu erzielen. Er betont immer wieder, daß es nichts nützt, wenn man das Buch nur liest, ohne sich aufzuraffen und die Technik in die Praxis umzusetzen.
Für Pferdefreunde, deren Tier gesundheitliche Probleme in dieser Richtung hat, die dem Pferd einfach mal etwas Gutes tun möchten oder die nach alternativen Beschäftigungsmethoden mit Pferden suchen, birgt dieses Buch bestimmt interessante Anregungen.
erschienen 02.12.00
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