Der Verlag sagt über das Buch:The elegant art of riding and driving – Eleganz zu Pferd und im Wagen
In der neuen EDITION FURGER erschien soeben ein gediegen aufgemachtes Buch mit über 200 Zeichnungen des bekannten französischen Zeichners und Karikaturisten Crafty. Dieser hat die alte Herrlichkeit der Amazonen, Reiter und Gespanne von einst mit gekonntem Strich und viel Humor fest: Paris ist sein Schauplatz, wo gegen 1900 unter englischem Einfluss das Reiten, Fahren und der Pferdesport im Leben der Reichen einen hohen Stellenwert einnimmt. Romantisch und sentimental, aber auch bissig und maliziös führen Craftys Zeichnungen auf den Spuren der Haute Volée durch das Paris des Fin de siècle. Die hier vorgestellte Auswahl von Federzeichnungen vereinigt die gelungensten Bilder Craftys und macht sie erstmals auch im deutsch- und englischsprachigen Bereich bekannt.
Dabei zieht sich der Witz des Zeichners durch den ganzen Band: Einmal geisselt er den übertrieben zur Schau getragenen Luxus des Neureichen, dann nimmt er eine chice Kurtisane aufs Korn, oder er weidet die Naivität des ungeübten Jagdreiters aus. Als ob es gestern gewesen wäre, kann man einen Tag im Leben der Metropole Paris um 1900 mitverfolgen. Zu Tagesanbruch fährt die Halbweltdame im Coupé nach Hause, Stallburschen putzen die Pferde, Pferdehändler führen die neuen Gespanne auf die leeren Strassen und Frühaufsteher besteigen ihre Pferde. Über den Vormittag geht es weiter zum Geschehen im Stadtpark, wo sich die Jeunesse dorée von Paris am späten Vormittag trifft. Dann erfolgt ein Ausflug zu den Pferderennbahnen in der Umgebung der Stadt. Schliesslich führt der Weg wieder in die Stadt zurück als Stätte zahlreicher Unfälle, die mit englischem Humor festgehalten sind. Schliesslich bekommt man mit, wie die vielen Reiterinnen und Reiter nachts wieder nach Hause traben, an den Wagen die Laternen angezündet werden und die Equipagen der upper class in langen Kolonnen zu den Stadthäusern zurückkehren.
Die Texte des Kulturhistorikers Andres Furger, Autor eines Standardwerks über Kutschen Europas, fusst auf Originalzitaten des Autors Crafty. Die vergangene Zeit wird damit in ihrer ganzen Breite erlebbar gemacht. Als ob es gestern gewesen wäre, kann man das damalige Leben der chicen Upper class mitverfolgen, auf den Boulevards und in den Parks der Stadt ebenso wie auf der Jagd, Ausfahrten auf dem Land sowie auf dem Pferderennplatz..
Autor Andres Furger (1948)
Nach dem Studium der Ur- und Frühgeschichte, Anthropologie und Geschichte in Basel leitete Furger Ausgrabungen in der Schweiz und Frankreich. Im Bereich seines archäologischen Spezialgebietes, der Welt der Kelten, entstand das mehrfach neu aufgelegte Werk "Die Helvetier". Auf dieses folgten ebenfalls im Buchverlag der Neuen Zürcher Zeitung als Herausgeber der Reihe "Archäologie und Kulturgeschichte der Schweiz" die Bände "Die ersten Jahrtausende", "Zur Zeit der Römer" und "Die Schweiz zwischen Antike und Mittelalter". Als Kurator und Vizedirektor am Historischen Museum Basel organisierte er Sonderausstellungen ("Erasmus von Rotterdam") und richtete das Kutschenmuseum in Brüglingen bei Basel ein. Dabei kam der Vater zweier erwachsener Söhne und einer kleinen Tochter auf die Passion des Kutschenfahrens. Von der Beschäftigung mit hippomobilen Fahrzeugen zeugen das vergriffene Buch "Kutschen und Schlitten in der Schweiz" und "In der Kutsche durch die Schweiz". Die beiden im Olms Verlag in Hildesheim erschienenen Bände "Kutschen Europas des 19. und des 20. Jahrhunderts" gelten als Standardwerke zu diesem Thema.
Von 1987 bis 2006 leitete Furger die Gruppe der schweizerischen Landesmuseen. Dabei wurden die Sanierung des Hauptsitzes in Zürich in die Wege geleitet, das 2007 eröffnete Sammlungszentrum in Affoltern am Albis aufgebaut und neue Museen im Château de Prangins und im alten Zeughaus von Schwyz eröffnet sowie zahlreiche Sonderausstellungen organisiert, unter anderem zu den Themen "Gold der Helvetier", "Sonderfall? Die Schweiz zwischen Réduit und Europa" oder "Erfindung der Schweiz". In den Publikationsreihen des Schweizerischen Landesmuseums sind von Furger erschienen: "Der Gotthard-Postwagen", "Kleine Burg-Chronik des Schlosses Wildegg", "Schweizerisches Landesmuseum Zürich & Prangins" sowie als Mitautor "Le triomphe du luxe". 1998 wurde als "commissaire d’éxposition" die Hans Erni-Retrospektive in der Fondation Pierre Gianadda in Martigny ausgerichtet.
Von der Auseinandersetzung mit kulturhistorischen Themen, von der Antike bis in die Gegenwart, zeugen die Buchpublikationen "Der rote Faden - Von der Redensart zum Geschichtsbild", "Das Bild der Seele – im Spiegel der Jahrtausende" (vergriffen) sowie "Übrigens bin ich der Meinung ...". Andres Furger ist seit 2005 Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Fahrkultur. Er gründete 2007 den Verlag "Edition Furger" und führt Mandate für kulturelle Institutionen in der Schweiz, Deutschland und Frankreich aus.
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