
| | W. Popken im Fenster Selbstportrait 08/2004 | | | | | Meine Meinung zu dem Buch: von › Werner Popken
Das Buch liegt bereits in der fünften Auflage vor und gilt als umfassendes, leicht verständliches Standardwerk zum Thema. Es wurde wieder einmal vollständig überarbeitet. Bisher habe ich persönlich noch nicht direkt mit Ekzemern zu tun gehabt, kann also nicht aus eigener Erfahrung sprechen. Ich weiß aber, daß diese Krankheit enorm belastend ist für Mensch und Pferd. Diese Krankheit ist eine allergische Reaktion, soviel weiß man inzwischen, auf Inhaltsstoffe des Speichels von Mücken, speziell der Kriebelmücke.
Allergische Reaktionen sind Überempfindlichkeiten des Abwehrsystems, und was diese auslöst, ist bis heute unbekannt. Auch Menschen leiden zunehmend unter Allergien, manche mehr, manche weniger, und eine Vielzahl von Auslösern ist bekannt und verursacht unterschiedlichste Reaktionen. Diese können bei unterschiedlichen Individuen durchaus unterschiedlich ausgeprägt sein. Das gilt auch für das Sommerekzem bei Pferden, das sich in gewisser Weise mit der Neurodermitis beim Menschen vergleichen läßt, da auch die psychische Befindlichkeit eine Rolle bei der Entwicklung der Krankheit zu spielen scheint.
Die den Pferden so sehr zusetzenden Plagegeister kommen praktisch auf der ganzen Welt vor - außer merkwürdigerweise in Island. Mücken brauchen zur Entwicklung geeignete Gewässer. Die tanzenden Schwärme bestehen aus Männchen, die nicht stechen. Nur die tragenden Weibchen brauchen Blut. Obwohl eine Mücke extrem leicht ist - sie wiegt etwa 1/1700 Gramm - spüren die Pferde die Berührung, bevor die Mücke sticht.
Die Entwicklung vom Ei über die Larve und Puppe zur fliegenden Stechmücke dauert je nach Wassertemperatur zwei bis fünf Wochen. Kurz nach dem Schlüpfen kann die weibliche Mücke begattet werden und legt nach dem Blutsaugen bis zu 400 Eier. Von April bis Mai und von September bis Oktober stechen die Mücken besonders häufig. Die Entwicklung ist stark witterungsabhängig - Wärme und Feuchtigkeit sind günstig, Hitze und Trockenheit ungünstig.
| Der Zeitpunkt, zu dem die Mücke am liebsten sticht, ist stark von meteorologischen Gegebenheiten abhängig. Trocken, kühl und windig mögen Mücken überhaupt nicht, ebensowenig Dauerregen und starke Sonneneinstrahlung. Richtig stechlustig werden sie in feuchter Wärme und in der Dämmerung. Lieblingszeiten sind deshalb schwüle Abende, beginnende Gewitter und die Zeit kurz nach Sonnenuntergang. Außerdem ist die Mücke auch nachts aktiv. Das Aufstallen der Pferde tagsüber und der nächtliche Weidegang - als Tip zum Teil immer noch veröffentlicht - läuft nicht nur dem Tagesrhythmus der Pferde zuwider, sondern ist auch völlig sinnlos. a.a.O., Seite 12/13 | | |
Angeblich sollen in erster Linie Islandpferde betroffen sein, aber das stimmt nicht. Im Prinzip macht diese Krankheit vor keiner Pferderasse halt. Allerdings fällt eine Häufung bei Ponies nördlicher Rassen auf. Diese haben sich in Bezug auf völlig andere Nahrungsangebote entwickelt und werden bei uns praktisch fehlernährt:
| In den Ursprungsländern dieser Rassen ist die Ernährung der häufig robust lebenden Pferde ganz anders als die hier übliche Fütterung. Satte grüne Graswiesen kommen sehr wenig vor, rohfaserreiches und mineralstoffintensives Futter ist häufig die Grundlage. Diese Pferde werden bei uns oft zu dick, haben dabei aber Defizite in der Mineralstoff- oder Spurenelementversorgung. So entsteht auch im Sommer auf guter Weide eine Fehlernährung. Das Übergewicht schadet dem Stoffwechsel des gesamten Pferdes und die Mängel gefährden die Hautgesundheit.
Häufig kommt es auch während der Winterfütterung in der Rationszusammensetzung zu einem Vitaminmangel und einer unausgewogenen Mineralstoffversorgung. Es ist ein grundsätzlicher Irrtum, daß mit einem handelsüblichen Alleinfutter in jedem Fall der Bedarf eines Pferdes gedeckt werden kann. Besonders interessant für unser Exzempferd sind der Kalziumsgehalt, das Verhältnis von Kalzium zu Phosphor, die absoluten Gehalte an Kupfer, Zink und Selen und das Verhältnis dieser Spurenelemente untereinander. Art und Menge der enthaltenen Fette sind ebenfalls von Bedeutung. Eine Eiweißüberversorgung soll Allergien negativ beeinflussen können.
Allergiker haben andere Ansprüche an Futtermittel als Tiere ohne Hypersensibilitätserscheinungen. In vielen handelsüblichen Futtermitteln fehlen Bestandteile, sie finden sich in falschen Mengenverhältnissen zueinander oder blockieren sich gegenseitig in der Aufnahme. Auch der Zusatz von Vitaminen in Fertigfuttern ist nicht immer ausreichend.
Es gibt inzwischen auch spezielle Alleinfuttermittel für Allergiker. Sie sind zwar meist teuer, aber häufig sehr gut. Schauen Sie immer auf die Fütterungsempfehlung und fragen Sie kritisch nach, ob dieses Futter speziell für Ihr Pferd paßt. Firmen, die sich über die Herstellung gezielt Gedanken machen, bieten Zusatzinformationen und eine Beratungshotline. a.a.O., Seite 14/15 | | |
Konkreter wird es an dieser Stelle nicht. Als Leser wüßte ich nicht, was ich mit diesen Hinweisen anfangen sollte, außer meinen Futtermittelhändler zu befragen in der Hoffnung, daß dieser sich als Experte erweist. Glücklicherweise wird der Ernährung ein ganzes Kapitel gewidmet. In der Einleitung nimmt die Autorin die Hoffnungen, die in Bezug auf die Futtermittelhersteller geweckt worden sind, wieder zurück:
| Entgegen den Versprechungen vieler Futtermittel- und Futterzusatzhersteller gibt es bisher kaum haltbare wissenschaftliche Forschungen zur Fütterung des Exzemers. Allerdings gibt es natürlich Beobachtungen, Versuche und Erfahrungsberichte, auf denen sich das im Folgenden beschriebene stützt. Unstrittig ist die Bedeutung einer korrekten Ernährung des Sommerekzemers: Das Futter hat einen riesigen Einfluß auf die Ausprägung der klinischen Symptome.
Selbstverständlich gibt es für das zum Sommerekzem neigende Pferd ausreichend Raufutter von ausgezeichneter Qualität - darin liegen bereits zwei Drittel des Erfolgs. Bei nahezu jeder Raufutterration entsteht allerdings ein Mangel an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und essentiellen Fettsäuren. Das liegt an unserem Klima, den oft über längere Zeit einseitig genutzten Flächen, der Verarmung des Bodens, der Düngung und noch weiteren Faktoren. Diesen Mangel sollten wir durch Zufütterung ausgleichen. Zu viel schönes Gras hingegen kann nicht durch Beifutter ausgeglichen werden. Hier hilft es nur,den Weidegang zu rationieren. [...]
Die Idee, einen Ekzemer mit eiweißreduziertem Futter besser zu füttern, kann auch falsch sein. Es gibt eine wissenschaftliche Arbeit, die darlegt, daß die Neigung zum Sommerekzem sogar größer wird, wenn die Pferde eiweißreduziert gefüttert werden. Hierzu besteht allerdings noch Forschungsbedarf. Ebenfalls in einer wissenschaftlichen Untersuchung (mit allerdings wenigen Tiere) wurde festgestellt, daß es bei kranken und gesunden Pferden keine signifikante Unterschiede im Plasmagehalt von Kupfer und Zink und in deren Verhältnis zueinander gibt.
Erstaunlich ist, daß viele Pferdehalter sehr unkritisch die wachsenden Angebote der Futtermittelindustrie annehmen. Hauptsache, es ist "echt" aus Island oder "echt" mit Algen ... Dabei ist kein einziger durch an Futtermittel geheilte Ekzemer bekannt. Die individuell richtige Grundfütterung und passende Nahrungsergänzung können die Symptomatik erheblich beeinflussen. Das ist schon viel, aber Wunder gibt es hier nicht. a.a.O., Seite 46 | | |
Wissen Sie nun, was Sie tun müssen? Mich wundert, daß die Autorin sich darüber wundert, daß die Halter auf jedes Versprechen anspringen. Offensichtlich gibt es außer umfangreichen und langwierigen Versuchen kaum Möglichkeiten, das erhebliche Leiden der Tiere zu lindern. Auch dieses Buch klärt ja nicht wirklich auf. Infolgedessen werden alle erreichbaren Produkte des Marktes begierig ausgetestet. Je weniger man weiß und je schlechter sich die Wirkung einer bestimmten Maßnahme beurteilen läßt, desto größer muß der Glaube und der Enthusiasmus sein.
Im Gegensatz zu Büchern, die sich speziell mit der Ernährung von Pferden beschäftigen, findet sich in diesem Buch keine einzige Tabelle mit konkreten Mengenangaben. Statt dessen lesen wir immer wieder davon, daß zu wenig von diesem oder jenem die Heilung begünstigen kann, zu viel davon aber schädlich ist. Was nun zu wenig und was zu viel ist, muß der geplagte Pferdehalter selbst herausfinden.
Insofern ist die Autorin den gestressten Haltern vermutlich keineswegs voraus:
| Viel gelobt und häufig mit Erfolg eingesetzt werden Algenpräparate als Futterzusatz. Die Hersteller argumentieren hier gegeneinander mit verschiedenen verwendeten Algenarten, besonders schonender Gewinnung und Verarbeitung und der Bezahlbarkeit. In eigenen Versuchen zeigen alle verwendeten Produkte aus oder mit Algen eine verbessernde Wirkung.
Algen finden sich sowohl in speziellen Futtermitteln für Ekzemern als auch in Zusatzfuttern fürs Immunsystem und in Nährstoffkonzentraten. Beachten Sie immer, welche Komponente des Futters Ihr Pferd braucht, wieviel davon in der Tagesration enthalten ist und wie groß die Tagesration ist.
Algenprodukte gibt es pur oder kombiniert mit anderen wirksamen Substanzen. Die Bioverfügbarkeit der organisch gebundenen Inhaltsstoffe in Algen ist vermutlich größer, als wenn man die Inhaltsstoffe einzeln zufüttern würde.
Achten Sie auf den Preis pro Tag und die zu fütternde Menge. Von leicht fischigem, grünem Pulver kann man oft nicht so viel problemlos unter das Futter mischen, wie man nach Herstellerangaben für eine Wirksamkeit vielleicht benötigt. Es gibt sowohl wirksame Konzentrate als auch sinnvolle Kombinationsmittel mit Algen. Schauen Sie sich um, dem Markt ist groß und er wächst. a.a.O., Seite 49 | | |
Sind solche Angaben hilfreich? Ich möchte das bezweifeln, aber die geplagten Besitzer von Ekzemern sehen das offenbar anders. Das Buch bzw. frühere Ausgaben ist dreimal bei Amazon ausgezeichnet bewertet worden (» Kundenrezensionen). Vielleicht liegt das daran, daß die sonst verfügbaren Hilfen noch viel dürftiger sind. Die Pferdezeitung hat einmal einen Beitrag einer Betroffenen gebracht, der auf Selbsthilfegruppen im Internet hinwies. Die Autorin dieses Beitrags ist selbst prominent in einem dieser Foren tätig und hat in dem Artikel nachgezeichnet, wie sie mit ihrem Pferd über Jahre hinweg zu einer allmählichen Besserung gelangte (› Hilfe - Ekzem!).
Das ist anscheinend das Äußerste, was man verlangen darf. In diesem Sinne ist das Buch ein weiteres Hilfsmittel für alle diejenigen, die verzweifelt nach Auswegen in einer anscheinend hoffnungslosen Situation suchen. So gesehen muß man für dieses Buch keine Reklame machen - wer es brauchen könnte, wird es begierig erwerben wollen, möglicherweise in jeder Ausgabe wieder neu, in der Hoffnung, nun endlich den entscheidenden Hinweis zu finden, der das Leben für Pferd und Mensch erträglicher gestalten läßt.
Die Autorin weist selbst im Vorwort ausdrücklich auf das Internet als Informationsquelle hin:
| Heute gibt es sehr viele Informationsmöglichkeiten wie zum Beispiel das Internet. Infos aus Datenbanken und Chats sind zum Teil sehr gut und stützen sich auf Fakten, allerdings mischen sie sich mit Dichtungen, die ebenso wahr wirken, aber jeder Tatsache entbehren und Ihnen und Ihrem Pferd gegebenenfalls mehr schaden als nützen. Wie überall gibt es fünf Experten und sechs Meinungen ...
Sammeln Sie gesicherte Informationen, lassen Sie Ihr Wissen wachsen, bleiben Sie kritisch und geben Sie nicht auf, die richtige Strategie für Ihren Ekzemer zu finden und anzuwenden. a.a.O., Seite 8 | | |
Wer einen Ekzemer hat, ist also gewissermaßen geschlagen. Bei den Islandpferden sollen 18% betroffen sein. In Australien trifft es das Vollblut, in den USA die typischen Westernpferderassen Quarter Horses, Paint Horses und Appaloosas, in der Schweiz die Freiberger und Araber.
| Importierte Isländer erkranken relativ betrachtet deutlich häufiger (über 20 Prozent) als in Deutschland geborene Isländer (unter 10 Prozent). Je nach vertretener Theorie wird das sehr unterschiedlich erklärt. Außerdem tritt das Sommerekzem bei Importpferden frühestens im zweiten Sommer nach dem Import auf, manchmal auch erst Jahre später.
In der größten in Deutschland durchgeführten Untersuchung an 1040 im Rheinland gezogenen Islandpferden (Marion Unkel, 1984) variiert das Alter, in dem erstmalig Veränderungen auftreten, von einem Jahr bis zu zehn Jahren. In dieser Untersuchung erkranken insgesamt 18,4 Prozent der Pferde. Eine weitere Dissertation (Susanne Lange, 2004) findet bei der Untersuchung von 490 Islandpferden in Deutschland eine Erkrankungshäufigkeit von 29,8 Prozent. Bei importierten Pferden zeigten sich die ersten Symptome durchschnittlich zweieinhalb Jahren nach dem Import. [...] Im Fohlenalter tritt das Ekzem nahezu nicht auf. a.a.O., Seite 20 | | |
Man ahnt es schon: Gegen diese Krankheit ist kein Kraut gewachsen. Man doktort herum und probiert alles aus, und manchmal bewirkt es etwas, manchmal nicht. Die Autorin stellt im allgemeinen die verschiedenen Ansätze informationshalber vor und urteilt höchstens andeutungsweise zwischen den Zeilen. Auch im Falle der Schüßler-Salze, die in einem neulich besprochenen Buch vorgestellt wurden (› Schüßler-Salze für mein Pferd), enthält sich die Autorin klugerweise jeglichen Urteils, stellt einfach nur den Erfinder und dessen Behauptungen vor und überläßt es dem Leser, daraus seine Schlüsse zu ziehen - es nämlich auch einmal mit den Schüßler-Salze zu probieren, denn es könnte ja etwas bewirken und wird vermutlich nicht schaden, außer dem Geldbeutel.
Es gibt zwei Testverfahren, mit denen man unabhängig von einer akut vorliegenden Erkrankung herausfinden kann, ob die Erkrankung vorliegt:
| Sowohl beim FIT als auch beim EQUINE CAST 2000 ist die Abnahme des Blutes in geeignete Röhrchen und der unverzügliche und schnelle Versand Voraussetzung. Proben, die bei Untersuchungsbeginn älter als 24 Stunden sind, liefern keine guten Ergebnisse mehr. Natürlich müssen die Blutzellen heil ankommen: Zentrifugieren, starkes Schütteln, Erhitzen oder Einfrieren der Probe machen diese empfindlichen Testverfahren unmöglich.
Beide funktionellen Testverfahren haben den Vorteil, daß sie saisonunabhängig funktionieren. Das bedeutet, daß auch im Winter in der symptomlosen Zeit die Allergieneigung eindeutig nachgewiesen werden kann. Auch bei Pferden, die nach einer Allergenexposition und einem klinisch relevanten Ekzem zum Beispiel ans Meer umziehen (und dort symptomfrei sind) kann noch nach Jahren die Allergieneigung nachgewiesen werden.
Außerdem bieten die Tests erstmalig die Möglichkeit, Therapien kritisch zu hinterfragen. Bisher kann bei fast keiner Therapie eine tatsächliche Veränderung an den Ursachen gezeigt werden. a.a.O., Seite 32 | | |
Diese Information ist sicherlich für Interessenten wichtig, die ein Pferd kaufen wollen, bei dem sie befürchten müssen, daß eine Allergie auftreten könnte.
Die manifesten Ekzemer aus der Zucht auszuschließen hält die Autorin für nicht durchführbar. Einerseits würden sich viele dieser Tiere durch ausgezeichnete Eigenschaften hervortun, die dann der Zucht verlorengingen. Zum anderen befürchtet sie, daß die übrige Population ein weniger gutes Immunsystem besitzen könnte.
| Halten wir uns an das, was wir wissen. Tatsächlich, so zeigt eine aussagekräftige Studie der Tierärztin Marion Unkel, fallen aus der Anpaarung gesund erscheinender Elterntiere 13,5 Prozent kranke Fohlen, aus der Anpaarung kranker Elterntiere 37,5 Prozent kranke Fohlen. Woran es liegt, daß der Einfluß der Stute größer zu sein scheint als der des Hengstes, ist uns noch nicht klar - ebenso wenig wie die Antwort auf die Frage, ob dieser Einfluß bereits während der Trächtigkeit oder erst nach der Geburt zum Tragen kommt. a.a.O., Seite 40 | | |
Wie die Autorin nach diesen Zahlen von einer Erblichkeit von 0,1 ausgehen kann, bleibt ihr Geheimnis. Ähnlich marktfreundlich argumentiert sie in Bezug auf sonstige importierte Rassen, die im Heimatland nicht auffällig sind. Die Forderung, diese Tiere dort zu lassen, wo sie heimisch und gesund sind, statt sie bei uns einem erheblichen Krankheitsrisiko auszusetzen, weist sie mit fadenscheinigen Argumenten zurück. Nun denn, dann sollen doch diejenigen, die diese Haltung vertreten, auch mit den unerfreulichen Konsequenzen leben.
Möglicherweise ist das sogar Absicht. Man darf nicht vergessen, daß die Autorin Tierärztin ist, und Ärzte leben nun mal davon, daß ihre Patienten krank sind. Wo kämen wir denn hin, wenn es keine Krankheiten mehr gäbe? Nicht nur die Ärzte müßten darben, auch die Futtermittelindustrie und der gesamte Markt für Heilmittel und Zusatzfutter würde empfindlich leiden und möglicherweise sogar zugrunde gehen, nicht zu vergessen die Autoren und Verlage, die Bücher über diese Problematik veröffentlichen. Also hoffen wir im Gegenteil, daß sich auch im Bereich der Pferde die Allergien weiter ausbreiten, auf daß alle gute Geschäfte machen.
Diese Meinung klingt extrem zynisch, aber sie ist es nicht, und es ist noch nicht einmal meine eigene Meinung. Ich beobachte nur und zitiere. Es ist wie mit dem Krieg oder dem Spam. Würde es gelingen, den Spam vollständig auszurotten, wäre eine Milliardenindustrie umgehend arbeitslos und pleite. Das kann niemand wollen. Also klagen und jammern wir und berechnen scheinheilig den volkswirtschaftlichen Schaden, aber ändern wollen wir nichts. An dem geschilderten Sachverhalt ist anscheinend etwas dran. Wir können Menschen auf den Mond schießen, aber gegenüber dem Spam sind wir machtlos.
Sie, liebe Leser, bewegen diese Worte nun in Ihrem Herzen und ziehen Ihre eigenen Schlüsse. Unabhängig davon wird sich die Welt weiterentwickeln, wie sie ist und wie sie es will. Weder Sie noch ich werden daran etwas ändern können.
erschienen 29.07.07
Siehe auch die folgende Rezension: Ausgabe 434, Rüsbüldt, Anke: › Hautkrankheiten bei Pferden, Erkennen, Vorbeugen, Behandeln
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