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Buch-Rezension · Hengstparade
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Hauptmann, Gaby

Hengstparade
Roman
Serie Piper

319 Seiten
München, 2004 · Piper-Verlag GmbH
ISBN 9783492241267


8,90 EUR


Der Verlag sagt über das Buch:

Karin befürchtet das Schlimmste, als sich ihr frischgebackener Lover Harry für eine Woche auf einen idyllischen Reiterhof verabschiedet. Harry, der schwarzgelockte Charmeur. Da gibt es nur eins: Hella, Karins Mutter, muß ein Auge auf ihn haben. Aber das einladende Ambiente und der Duft nach Leder und würzigem Heu scheinen auch bei Hella nicht ohne Wirkung zu bleiben. Als sie sich gerade Hals über Kopf verliebt hat, geschieht auf dem Hof ein merkwürdiger Unfall. Hellas Neugier ist geweckt – und auch Karin will dort endlich nach dem Rechten sehen …

Mit großartigem Humor und einer Prise Erotik entführt Gaby Hauptmann uns in ein ganz besonderes Ferienidyll. Und nichts ist anregender als eine bewegte Woche im Grünen!

Gaby Hauptmann
Gaby Hauptmann, geboren 1957 in Trossingen, lebt als freie Journalistin und Autorin in Allensbach am Bodensee. Ihre Romane "Suche impotenten Mann fürs Leben", "Nur ein toter Mann ist ein guter Mann", "Die Lüge im Bett", "Eine Handvoll Männlichkeit", "Die Meute der Erben", "Ein Liebhaber zuviel ist noch zuwenig", "Fünf-Sterne-Kerle inklusive" und "Hengstparade" sind Bestseller und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und erfolgreich verfilmt. Außerdem erschienen der Erzählungsband "Frauenhand auf Männerpo", ihr ganz persönliches Buch "Mehr davon. Vom Leben und der Lust am Leben" und ihr Kinderbuch "Rocky der Racker". Zuletzt erschien ihr jüngster Bestseller "Yachtfieber".

» www.piper.de





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W. Popken im Fenster
Selbstportrait 08/2004
 
 
Meine Meinung zu dem Buch:
von   Werner Popken

Dieses Buch ist am 9. Januar 2004 erstmals erschienen und liegt inzwischen in mehreren Fassungen vor.

Im Juli 2005 wird eine neue broschierte Ausgabe erscheinen, die ein weniger aufreizendes, dafür völlig abwegiges Titelbild erhält (Der Verlag: » Neuerscheinung, Erstverkaufstag: 29. Juni 2005). Amazon behauptet, es sei schon lieferbar (» Hengstparade).

Im September 2005 wird eine kartonierte Fassung erscheinen, die das "Buch zum Film" darstellt (» Hengstparade). Der Film ist bereits fertig (» Die Hengstparade - 2004) und wird am Freitag, dem 7. Oktober 2005 um 20:15 im Ersten gesendet werden (mit Christiane Hörbiger und Michael Mendl in den Hauptrollen).

Titel TV-Fassung · © 2008  
» Titel TV-Fassung
Hauptdarsteller,  Ziegler Film · © 2008  
Hauptdarsteller, » Ziegler Film
Das Titelbild dieser Fassung zeigt zwei Nebenrollen - auch nicht besonders geschickt, aber vielleicht für den Verkauf wirksamer, denn die Hauptpersonen gehen schon stark auf das Rentenalter zu.

Außerdem gibt es eine Hörbuchfassung, die von der Autorin selbst gelesen wurde (» Hengstparade, 4 Audio-CDs, Hörbuch Hamburg, Januar 2005). Hörbücher sind eine gute Alternative für diejenigen, die zu wenig Zeit zum Lesen haben, weil sie zu viel Zeit im Auto verbringen müssen.

Die Ausgabe, die ich mit einer Widmung der Autorin (Vox, 19-Mai 05) vom  Reiterhotel Vox erhalten habe, ist die der ursprünglichen Ausgabe in der 3. Auflage vom März 2004. Die Widmung enthält den Wunsch: "Viel Spaß mit der Vox-Geschichte" und wurde daselbst ausgestellt. In der Nachbemerkung auf Seite 318 des Romans klärt sich die Bemerkung auf:

Den Reiterhof bei Ankum, genauer in Bockraden, gibt es wirklich. [...] Schuld daran, daß wir im Schnitt dreimal im Jahr mit Kindern und Ponies 770 Kilometer quer durch Deutschland vom badischen Allensbach ins niedersächsische Bockraden reisen, ist meine Tochter Valeska.

Im Jahr 1999 hatte ich viel zu tun und wenig Zeit für sie, also durfte sie zum Ausgleich das Sommerurlaubsziel aussuchen. Nur wir beide, habe ich damals versprochen, und so fuhren wir zum Reiterhof Vox. Wir kamen gegen Mitternacht an, wurden herzlich begrüßt, und von da ab wurde es unser zweites Refugium, ein Ort, an dem man alles und sich selbst fallen lassen kann und sich um nichts mehr kümmern muß, wo man tagsüber mit den Pferden durch die Landschaft streifen, nachts am Kaminfeuer sitzen und den "Steigenden Hengst" trinken darf und morgens trotzdem zu später Stunde ein - authentisch beschriebenes - Frühstücks serviert bekommt. Von Peter übrigens, nicht Markus.

Gaby Hauptmann besuchte wieder einmal das Reiterhotel Vox und wollte am nächsten Tag einen Abstecher nach Hamburg machen, um auf der NDR-Talk-Show ihr neuestes Buch » Yachtfieber vorzustellen. Peter Gramann (im Buch: Markus Bacher) arrangierte ein Telefonat, und noch einmal, diesmal für mich, faßte Gaby Hauptmann ihre Lebensgeschichte zusammen, nun mit besonderer Berücksichtigung der Pferde. Denn denen fühlt sie sich seit ihrer Kindheit verbunden, nicht erst seit jenem Urlaubsversprechen.

Das erste Buch, das sie veröffentlicht hat, war nicht gleich der berühmte Bestseller » Suche impotenten Mann fürs Leben (1995), sondern "Alexa, die Amazone":

Das war mein erstes, veröffentlichtes Buch, ein Jugendbuch, das ich eigentlich für mich selbst geschrieben habe, weil ich während meiner Jugendjahre im Reitstall ein Buch für meine Altersgruppe vermisste.

Meiner damaligen Erkenntnis nach gab es nur die Ponybücher für die Kleinen und dann wieder die Bücher über Pferdekrankheiten, oder wie man sich die Sporen verdiente. Ich wünschte mir als 16jährige aber alles in einem. Ein bisschen Lehrbuch, dazu viel Roman, mit tollen Pferden, heftigem Verlieben und vielen neuen Lebenserfahrungen – beispielsweise wollte ich wissen, wie es ist, wenn aus zwei Freundinnen plötzlich Konkurrentinnen werden, weil auf dem Parcours oder im Vierreck nur eine die Bessere sein kann. Meine Alexa geht durch alles durch und mit allem um.

Erschienen ist "Alexa – die Amazone" 1994 im FN-Verlag, dem Verlag der Reiterlichen Vereinigung, worauf ich sehr stolz war, wurde dann vom Bechtermünz-Verlag übernommen, lief aus, wird aber jetzt möglicherweise eine neue Zukunft erfahren – und vielleicht sogar mit mehr Alexa-Folgen. Warten wir es ab, wie die Dinge sich entwickeln.
» www.gaby-hauptmann.de

Im Herbst wird Gaby Hauptmann eine Pferdereihe beim » Baumhaus Verlag herausbringen, und zwar in Zusammenarbeit mit ihrer Tochter Valeska, die 1991 geboren ist und als Mitglied der angepeilten Altersgruppe für die Authentizität bürgt. Der Baumhaus Verlag ist unter anderem bekannt für die Serie "Die wilden Fußballkerle".

Gaby Hauptmann ist also vom Fach. Pferde sind für sie nichts Exotisches. Desto komischer die Wendung auf Seite 258:

Das Foto zeigte einen Fuchs, der langgestreckt über einen unglaublich hohen Ochser flog.

Aber so etwas fällt niemandem auf. Gaby Hauptmanns Leser sind Fans, die die Bücher lesen, weil sie Stil und Inhalte der Autorin mögen.

Der Name Gaby Hauptmann ist mir bekannt - ob und welches ihrer Bücher ich gelesen hatte, war mir dagegen entfallen. Durch die Beschäftigung mit ihrem Werk fiel es mir natürlich wieder ein: "Suche impotenten Mann fürs Leben" ist mir als vergnügliche und turbulente Komödie gut in Erinnerung (auch als Film: » DVD). Das war der Durchbruch, dem noch viele andere Bestseller folgten.

Die Hengstparade aus dem Jahre 2004 hat bei den Lesern ein unterschiedliches Echo hervorgerufen. Dieses Buch wurde überwiegend als untypisch für die Autorin eingeschätzt, und, obwohl sich wesentliche Qualitäten der anderen Bücher wiederfinden, als schwächer empfunden:

Gaby Hauptmanns neuer Roman ist ein launiger Genremix aus Liebesroman, Krimi und Frauenpower, der ohne übertriebene literarische Ansprüche daherkommt und vor allem eines will: Unterhalten. Und das gelingt ihm über die Länge von 300 Seiten auch recht gut. Das Happy-End ist vorprogrammiert, die Mörderjagd eigentlich nur schmückendes Beiwerk, die Charaktere liebenswert, aber nicht zu tiefgründig angelegt. Ein wenig fühlt man sich an die Romane erinnert, die man als Fünfzehnjährige verschlungen hat, komplett mit Pferden, siegreichen Turnieren und dem süßesten Jungen der Klasse als romantischem Preis. Hier hat die pferdeschwänzige Heldin eine blondierte Dauerwelle, und gut vierzig Jahre älter ist sie auch, doch das Schema ist das gleiche geblieben: Ende gut, alles gut.
» be - www.literature.de - Das Literaturportal

Mag nett geschrieben sein und ist auch flüssig zu lesen - aber viel origineller als die seligen Ferien auf dem Immenhof finde ich das Buch nicht und auch nur ein klein wenig spannender
So richtig männerfeindlich ist es auch nicht...
 www.buechertreff.net/ftopic875.html

Mal was anderes
Man hat den Eindruck, Gaby Hauptmann wolle in diesem Roman neue Wege beschreiten. Hier geht es nicht (wie sonst) um die junge Frau, die mit Liebe und Leid zu kämpfen hat. Es ist eher eine Mischung aus Liebes- und Kriminalgeschichte. [...]

Gewöhnungsbedürftig für Hauptmann-Fans
[...] Da ich zu den treuen Hauptamnn-LeserInnen gehöre, hatte ich zwei Jahre mit großer Ungeduld auf eine weitere amüsante Beziehungskiste gewartet. Die ersten siebzig Seiten hatte ich auch die gewohnte Qualität und den unwiderstehlichen Humor Hauptmanns vor Augen und dachte mir, das ist wieder eine Geschichte, die neben "Suche impotenten Mann für's Leben" problemlos bestehen kann.

Doch plötzlich bekam ich das Gefühl, eine billige Erotikschnulze mit klischeehaften und phantasielosen Beschreibungen diverser Sexpraktiken zu lesen. Dass Hella z.B. nach einem Unfall in einer Waldhütte aufwacht und Minuten später bereits von der animalischen Anziehungskraft ihres "Retters" überwältigt mit ihm durch's Zimmer robbt bis sie schließlich auf einem Tierfell vor dem Kamin landen, war dann doch unglaubwürdig und jenseits des guten Geschmacks. [...]

Hauptmann völlig anders, aber schöööön ;-)
[...] Trotzdessen hat mir "Hengstparade" sehr gut gefallen und ich habe es in einem Zug durchgelesen. Als Krimi, was es wohl werden sollte, etwas flau, ein Spritzer mehr des gewohnten Hauptmann-ironischen Humors hätte auch nicht geschadet (daher auch nur vier Sterne), aber dafür eine wunderschöne ebenfalls ungewöhnliche Liebesgeschichte und "heile Welt" zum Träumen. Die Story mag vielleicht teilweise ein bißchen kitschig rüberkommen, aber schließlich erwartet man bei so einem Buch ja auch keine Weltliteratur, sondern einfach locker-flockiges Lesevergnügen - und das ist "Hengstparade" definitiv!
» archINFORM

Man sieht: Die Fans lieben ihre Lieblingsautorin und bleiben ihr treu, auch wenn sie einmal nicht ganz so zufrieden sind. Wie kann es sein, daß die Erwartungen nicht ganz erfüllt werden? Gaby Hauptmann ist eine Erfolgsschriftstellerin. Und als solche steht sie möglicherweise, was sage ich: ziemlich sicher auch unter Erfolgsdruck.

Gaby Hauptmann, Journalistin, Schriftstellerin, Wirtschaftsfaktor. Standort Deutschland, genauer gesagt Bodensee, Allensbach. Exportschlager zugleich, da die Auslandsrechte an ihren Büchern in 27 Länder verkauft wurden. Selbst bis nach China hat es ihr Erstling "Suche impotenten Mann fürs Leben" geschafft, obgleich der Einkäufer auf der Frankfurter Buchmesse gleich klarstellte, dass es in China Impotenz weder in Wort noch in Form gäbe.

An ihr verdienen viele: zuallererst der Piper Verlag. Als Bestsellerautorin bringt sie Geld in die Kasse. Weiterhin dabei sind zum Beispiel Druckerei, Papierhersteller und -lieferanten, Buchhändler, Zeitungen, in denen Anzeigen geschaltet werden. Auch die Film- und Fernsehindustrie - der aktuelle Bestseller "Hengstparade" wird im Herbst mit Christiane Hörbiger in der Hauptrolle verfilmt - und der Hörbuchmarkt gehören zur Hauptmann’schen Verwertungskette.

[...] Sie ist eine Marktmacht. Und selbst zur Marke innerhalb der Unterhaltungsindustrie geworden. Während die Deutschen stramm zwischen U- und E-Literatur unterscheiden, werfen die Amerikaner alles in einen Topf und haben damit kein Problem. Gaby Hauptmann übrigens auch nicht. Rückendeckung bekommt sie von manch anerkannten Literaten.

So riet ihr Martin Walser - ihr Nachbar am Bodensee, wo sich alle Seeanlieger als Nachbarn bezeichnen, auch wenn sie eine halbe Stunde auseinander wohnen -, sie solle ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen. Vor allem die Klappe halten, wenn sie mit Journalisten rede und nicht von Badewannenliteratur sprechen. "Vergiss nicht, dass Literatur Literatur ist. Es gibt kein U und kein E." Basta. Und Büchner-Preisträger Arnold Stadler, der bei einer Talkshow neben ihr saß, bemerkte, als der Moderator sie süffisant fragte, welche Preise sie denn vorzuweisen habe: "Frau Hauptmann braucht keine Preise. Sie hat Leser."

5,5 Millionen verkaufter Taschenbücher allein in Deutschland, jeder Roman ein Bestseller, das macht ihr so schnell niemand nach.
» Turbo-Frau

Eben. Diese Maschine will weiterhin beschäftigt sein. Und das ist sicher nicht leicht. Aber selbst die kritischen Stimmen billigen dem Buch immerhin noch vier Sterne zu und raten dazu, trotz eines gewissen Unbehagens, zur Lektüre.

Gaby Hauptmann, Bestsellerautorin, von ihren Lesern geliebt, Exportschlager der deutschen Literatur, schön, erfolgreich, in ihrem Haus am Bodensee.

Die Femme fatale der deutschen Literatur ein neues Buch geschrieben, "Hengstparade". Ein Titel, den wir durchaus zweideutig lesen dürfen.

Hengste, Frauen, Männer: Da wollen wir schon wissen, um was es geht. Natürlich: Gaby Hauptmann erzählt von der Liebe, von windigen Charmeuren, von klugen Frauen, herrlichen Pferden, von der Liebe im Heu, dem idyllischen Reiterhof, auf dem allein die Gerüche ein einziges Aphrodisiakum sind.

[...] Gaby Hauptmann: Das ist eben ein Erfolg ohne Beispiel. Sie sprudelt über von Geschichten, die ihr das Leben präsentiert, schreibt, plant Verfilmungen. Und - sie weiß, was sie will.

[...] Und Gaby Hauptmann wird weiter erzählen: von Naturburschen und eitlen Gockeln, von furchtlosen Frauen, die ihren Mann stehen, vom endlosen Geschlechterkampf, von falschen Hoffnungen, gemeinen Intrigen und geheimen Ängsten - also insgesamt vom Leben selbst. Und wir? Wir werden ihre Bücher weiter lesen.

Tilman Urbach
» BR-Online Lesezeichen

Das hört sich auch nicht gerade sehr begeistert an. Bei all den Superlativen klingt eine gewisse Ermüdung durch, der Wunsch nach mehr, nach Entwicklung, nach Tiefe. Die Lektüre macht vielleicht doch nicht satt, nicht so satt, wie der Leser es nötig hat.

Der permanente Erfolg kommt nicht von ungefähr, er ist auch gestaltet - soweit das eben möglich ist. Das fängt mit dem Titelbild und dem Titel selbst an. Ganz große Klasse. Leider nicht ganz passend. Kommt in diesem Buch überhaupt ein Hengst vor? Ich weiß es nicht. Dabei habe ich das Buch sorgfältig gelesen und ein gutes Gedächtnis. Daraus schließe ich, daß mit den Hengsten keinesfalls Pferde gemeint sein können. Das legt der Titel ja auch nahe. Zwar sind die roten Stiefel mit Sporen bewehrt, zum Reiten taugen sie aber nicht.

Wenn mit den Hengsten aber die Männer gemeint sein sollen, fragt sich, ob die Mehrzahl überhaupt angebracht ist. Denn schließlich wird nur einer vorgeführt, der sich in seiner Hengstrolle bewähren darf. Von Parade kann gar keine Rede sein. Zwar vermutet man, daß der Mann, dem nachspioniert werden soll, sich auf dem Reiterhof wie ein Hahn im Hühnerstall aufführt, oder um beim Bild zu bleiben, wie ein eingesperrter Hengst neben der Stutenweide, aber das ist nicht der Fall. Dieser Mann bleibt ziemlich undeutlich, ist kaum zu fassen, und markiert auf gar keinen Fall den Hengst.

Mir fällt auf, daß die Bücher von Gaby Hauptmann mit der Floskel "Mit großartigem Humor und einer Prise Erotik" beworben werden, und in der Tat spielt die Erotik eine tragende Rolle in diesem Buch, mehr als man aufgrund dieser Vorankündigung erwarten sollte. Eine Prise ist schließlich das, was man zwischen zwei Fingerspitzen halten kann. Die Autorin feiert nicht weniger als die Entdeckung des Sex im fortgeschrittenen Alter:

Jetzt empfand sie die Liebkosung wie ein lange ausgebliebenes Geschenk. Was hatte sie all die Jahre nur versäumt, wie blöd war sie gewesen, sich keinen Mann mehr zu suchen, zu glauben, das war's jetzt gewesen? Jetzt ging's überhaupt erst los!
Seite 77

Die Passage auf den Seiten 76 und 77, der dieses Zitat entnommen ist und auf die sich die obige Kritik mit dem Fell vor dem Kamin bezieht, ist ziemlich deutlich und nach meinem Dafürhalten durchaus interessant und lesenswert, aber zu lang, um sie hier zu zitieren. Es ist eine der vielen Stellen, die sich als Gelegenheit anbieten, Charaktere glaubhaft und lebendig werden zu lassen. Dann würde dieser Stoff leicht Material für 2000 Seiten bieten. Leider bleibt die Autorin an der Oberfläche. Sie springt von Einfall zu Einfall, fast wie in einem Videoclip, und hetzt den Leser durch die Geschichte, ohne auf Ungereimtheiten jedweder Größenordnung Rücksicht zu nehmen.

So findet die Hauptdarstellerin die sexuelle Erfüllung ihres Lebens schätzungsweise 20 Minuten, nachdem sie aus einer längeren Ohnmacht aufgewacht ist, in die sie aufgrund eines Unfalls gefallen ist, der ihr vermutlich eine gehörige Gehirnerschütterung beschert hat. Wer jemals eine Gehirnerschütterung erlitt, und sei es auch nur eine leichte, greift sich an den Kopf. Aber selbst wenn man nicht weiß, wie sich so etwas anfühlt, kann man diese rasante Entwicklung auf nüchternen Magen nicht ohne weiteres schlucken. Das ist nur ein beliebig herausgegriffenes Beispiel unter vielen.

Vielleicht muß man ein solches Buch zelebrieren. Mit einer gehörigen Menge Alkohol.

Wie sie das mit der Badewannenliteratur gemeint habe, wollen wir wissen. "Für mich ist Literatur entspannend, wenn ich mich in die Wanne lege, ein Gläschen Sekt trinke, mich einfach wohl fühle. Das kann man auch übertragen: Liegestuhl, Strand oder Bett."
» Turbo-Frau

Unter diesen Umständen erfüllt das Buch vermutlich die Bedürfnisse, für die es geschrieben worden ist: Es entspannt, es unterhält, es lenkt ab. Man darf sich nur nicht zu lange damit beschäftigen.

Das ist schade, denn manche Teile des Buches haben mich sehr beeindruckt. Alles, was nicht unmittelbar in die verzwickte Geschichte verwoben war, die ganz offensichtlich dreist erfunden ist, schien mir sehr authentisch zu sein. Im Nachwort hat die Autorin auch ausdrücklich daraufhingewiesen, daß manche Teile sehr authentisch sind. Das merkt man selbst ohne Hinweis, und in dieser Hinsicht sehe ich sehr große Chancen für die Autorin.

Das kann sie nämlich auch, das kann sie meiner Meinung nach sogar viel besser, als wilde Geschichten zu erfinden - womit ich nicht behaupten will, daß ihre wilden Geschichten nicht gut (= spritzig und überraschend) erfunden seien. Ich befand mich niemals in der Gefahr, bei der Lektüre einzuschlafen, was jemand von sich behauptet hat (» LogMa(h)l). Aber trotzdem muß sie da aufpassen. Denn wer will sich schon auf Dauer einen Superbären nach dem anderen aufbinden lassen?

Die Lesermeinungen zu diesem Thema sind, wie wir gesehen haben, ziemlich eindeutig und einstimmig. Eigentlich ist die Autorin sogar sensibilisiert:

Geschichten aus dem Leben sind das, wahr und doch erfunden, so dass sie ihr eigenes Leben nicht bemühen muss und damit der Gefahr entgeht, sich zu wiederholen. Aber sicher, so Hauptmann, seien auch Glaubwürdigkeit und Image die Schlüssel ihres Erfolgs [...] Die Themensuche selbst erfolgt nach journalistischem Muster.
» Turbo-Frau

Wie kann man etwas authentisch erzählen, was man nicht selbst erlebt hat? Unmöglich. Diese Technik verführt dazu, die Authentizität zu verlieren - genauer gesagt, ist diese nie dagewesen. Im Grunde weiß die Autorin auch das schon längst. In einem ihrer anderen Bücher läßt sie den Chef der Protagonistin sagen, daß sie sich auf das beziehen solle, womit sie sich auskennt.

Diese Kritiks wird die Autorin nicht gerne lesen. In einem » Interview verriet sie, daß sie es überhaupt nicht schätzt, wenn sich jemand in ihre Dinge einmischt. Kein Problem. Jeder lernt auf seine Weise das, was er lernen muß. Sie wird das schon noch selber herausfinden.

Eine weitere Fundstelle im Internet fand ich hochinteressant. Aus einem Forum:

Verfasst am: 11.05.2005, 12:52 Titel: ReiterWE als Geschenk für Patenkind- Tipps gesucht

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Hallo,

ich habe ein fast erwachsenes Patenkind und würde gerne mit ihr ein ReitWE verbringen. Etwas besonderes. Schöne Landschaft etc..., kleine Gruppe. Vielleicht bekämen wir selbst eine kleine Gruppe zusammen. Wir beide sind Anfänger. Ich bin als King geritten, aber das ist schon lange her. Sie noch nie. Aber sie redet seit langem davon und ich träume davon, seit ich in Australien Leute getroffen habe, die 1 Woche lang durch die Blue Mountains geritten sind.
Könnt ihr mir Tipps etc. geben. Auf was muss ich unbedingt achten bei Anbietern ?

Ganz vielen Dank im Vorraus,

Nastinia
» ReiterWE als Geschenk für Patenkind- Tipps gesucht

Darauf meldeten sich natürlich die ewigen Besserwisser, für die ein Reiter sowieso nur ein Tierquäler ist. Aber schließlich empfahl jemand unter anderem das Buch "Hengstparade". Und diese Empfehlung ist in meinen Augen goldrichtig.

Wie soll denn der Mensch aufs Pferd kommen? Die beste Gelegenheit ist ein Reiterhof, wie er in diesem Buch geschildert wird. Der Pferde hat, die man Anfängern geben kann. Die Heldin will ja gar nicht aufs Pferd oder auf die Kutsche, wird aber dazu animiert, und zwar so, daß sie sich gar nicht wehren kann. Schließlich ist das Hotel ein Reiterhof und die Inhaber dürfen annehmen, daß ein Gast etwas mit Pferden unternehmen möchte.

Die Heldin geht davon aus, daß sie mitfahren darf. Aber nicht doch! Sie fährt selbst!

Das erste, was sie sah, als sie auf die Remise zukam, war die Gestalt von Hannes, dem Pferdepfleger, der sich gestern dem Ziegenbock so furchtlos entgegengestellt hatte. Aber jetzt folgte ihm unter dem großen Vordach der Remise hervor ein viel größeres, ein geradezu unglaublich großes Tier, mehr ein weißer Elefant als ein weißes Pferd. Und es zog ein leichtes, offenes Gefährt, eine kleine Kutsche für eine gemütliche Fahrt zu zweit. Etwas unsicher ging Hella auf die beiden zu. Sollte sie sich nun neben diesen Menschen klemmen? Oder wie wollte er das Monstrum von Pferd lenken?

"So, bitte sehr, es ist angerichtet", sagte Hannes, und sein Gesicht verzog sich zu hundert gutmütigen Falten. "Er heißt Dschingis-Khan und ist ein sensibles Kerlchen. Also keine Peitsche, kein Geschrei, kein Gezerre, dann läuft er ganz brav seinen Weg!"

"Wie?" fragte Hella langgezogen und mit einem etwas blöden Gesichtsausdruck.

"Die Leinen halten Sie so, hier ist die Handbremse, und ansonsten reagiert er auf Hü oder Brrr. Der Picknickkorb steht zu Ihren Füßen. Soll ich Ihnen hineinhelfen?"

"Nein, das kann ich schon selbst", hörte Hella sich sagen und dachte, ins Fegefeuer werde ich wahrscheinlich auch als erste springen, ich dumme Kuh! [...]

"Gut", Hella hatte sich genau in die Mitte der rot gepolsterten Lederbank gesetzt und schnalzte mit der Zunge, "da sind wir ja einer Meinung." Sie schnalzte wieder. Eine Weile tat sich nichts, dann drehte Dschingis-Khan seinen riesigen Kopf nach hinten, um sie betrachten zu können.

"Was ist jetzt?" fragte sie ihn und dann Hannes: "Wieso läuft er nicht?"

"Hü", machte der Pferdepfleger und patschte ihm mit der flachen Hand auf die Kruppe, und Dschingis-Khan zog an.

Zuerst machte Hella sich vor lauter Angst fast in die Hose. Wie sollte sie nur zwischen all den Pferden durchkommen, die ausgerechnet jetzt aus der Halle strömten? Und überhaupt, wie sollte sie vom Hof runterkommen? Und wohin sollte es dann gehen? Was sollte sie machen, wenn ihnen auf der Straße ein Auto entgegenkam? Oder Dschingis-Khan von einer Biene gestochen wurde? Sie hielt die Leinen krampfhaft in den Händen, saß angespannt und nach vorn gebeugt, vor lauter Sorge, etwas falsch zu machen. Den Picknickkorb zwischen ihren Füßen hatte sie zur Seite geschoben, sie würde keinen einzigen Bissen essen können, das stand fest. Mein Gott, der erste Tag auf dem Reiterhof, und schon knapp vor dem Exitus. Hella holte tief Luft.

Mit der Zeit merkte sie, wie die Spannung nachließ. Dschingis-Khan lief seinen Weg, stampfte gleichmäßig im Schritt vor sich hin, schaute wieder nach links noch nach rechts, bog in verschiedene Straßen ein, ohne sich um Hellas Zügelführung zu kümmern, und als sie es aufgab und sich die Leinen einfach in den Schoß legte, nahm er davon ebenfalls keine Notiz. Hella genoß die Weite des Landes, die Alleen, zwischen denen sie hindurchtrotteten, und schließlich zog sie sogar den Picknickkorb hervor und schaute nach, was sich unter dem rotweißkarierten Küchentuch verbarg. [...]

Dschingis-Khan steuerte schnurstracks auf die Remise zu, drehte mit Hella ein kleines U und blieb dann mit dem Rücken zur Scheune stehen. Hella verstand das zwar nicht, beschloß aber, sich um seine Psyche keine weiteren Gedanken zumachen. Er kam ganz gut ohne sie zurecht. Sie kletterte aus der Kutsche und gab ihm die versprochenen zwei Würfelzucker zur Belohnung genau in dem Moment, als Hannes um die Ecke bog.

"Ich sehe, Sie haben sich angefreundet. Sehr schön!" Er nickte ihr zu und machte zu Dschingis-Khan nur ein einfaches "Hü". Daraufhin trat der Schimmel nach hinten an und parkte die Kutsche rückwärts vor die Remise.

"Das glaub ich jetzt nicht." In Hella kniff kurz die Augen zu. "Ist das ein ehemaliges Zirkuspferd?"

"Nein, nur intelligent!"

Sie hatte immer geglaubt, daß alle Pferde dumm seien, aber hütete sich, das vor Dschingis-Khan laut zu sagen.
Seite 40-42

So soll das sein. Der unbedarfte Besucher erlebt das Pferd von seiner besten Seite. Niemand muß ihn belehren, niemand drangsaliert ihn, er macht einfach Erfahrungen, und diese sind durchweg positiv. Warum? Weil die Leute, die ihm das Erlebnis anbieten, etwas vom Pferd verstehen. Davon leben sie schließlich - daß sie anderen etwas geben können, was ihnen fehlt. So einfach ist das. Was immer dieses Buch ist - es ist auf jeden Fall eine Hommage an das Reiterhotel Vox, das damit gewissermaßen stellvertretend für ähnliche Betriebe unsterblich geworden ist. Das gefällt mir.

Leider hatten sich die Besserwisser durchgesetzt. Die Geburtstagsgeschenke konnten sich zwar sehen lassen, aber aus dem Reiterwochenende wurde nichts. Schade. Vielleicht liegt das daran, daß im Buch "Hengstparade" auffällig wenig geritten wird, sozusagen immer nur in der Ferne. Aber das erwartet der typische Leser vermutlich auch gar nicht. Manch einer fand schon, daß zu viel vom Pferd die Rede ist. Tja, so ein Erfolgsschriftsteller hat es schwer, es jedem recht zu machen.

Gaby Hauptmann steht für deutschen Humor, deutsche Leichtigkeit, deutschen Pfiff, alles Qualitäten, die man hierzulande wahrlich suchen und deshalb besonders schätzen muß. Insofern gibt es gar nichts einzuwenden. Die Frage ist nur, wie lange Gaby Hauptmann diese Rezeptur durchhalten kann. Das neue Buch scheint nach demselben Muster gestrickt zu sein. Vielleicht ist es doch sinnvoll, auch aus ökonomischer Sicht, Begriffe wie "literarische Qualität" näher ins Auge zu fassen.

Als typisches Beispiel dazu zwei Bewertungen aus einer » Schweizer Internetpräsenz:

Eine Bewertung von Tine (21.07.2004):

mein erstes g. hauptmann buch und ich muss sagen, dass es eine sehr gelungene geschichte ist. hoffe jedoch noch, auf bessere bücher dieser autorin zu treffen..

"Ganz anders als die vorherigen Bücher" von Steffi Schäfer aus Kreis Mainz-Bingen (17.02.2004):

Das Buch ist auf jeden Fall im Gaby-Hauptmann-Stil geschrieben, jedoch ist die Story eine ganz andere als in allen vorherigen Büchern. Es ist sehr gut gelungen, während dem Lesen driftet man richtig in die Welt dieses Reiterhofes ab und kann sich anhand der Beschreibungen alles ziemlich gut vorstellen. Die ''Hauptdarstellerin'' ist sehr sympathisch. Lesenswert ist das Buch auf jeden Fall. Jedoch steht es an letzter Stelle meiner Beliebtheits-Skala der G. Hauptmann-Bücher.

Genau. Die Worte "Besser" und "an letzter Stelle" sind qualitative Ausdrücke. Der Erfolg des Besseren ist der Feind des Guten. Sobald der Leser differenzieren kann, trifft er seine Wahl.

In der » Wikipedia fand ich übrigens noch eine weitere interessante Bewertung, die sich vermutlich auf Diskussionen in Zeitschriften bezieht:

Gaby Hauptmann, die mit einem Jugendbuch über eine Reiterin debütierte, erzielte seit Mitte der Neunzigerjahre eine Serie von Bestsellern mit ihren Romanen zum Geschlechterkampf, in denen sie dieses Thema auf unterhaltsame, freche Weise und stets mit einem kräftigen Schuss Frivolität behandelt. Während ihr aus Kreisen der Frauenbewegung der Vorwurf gemacht wird, quasi Verrat an den Idealen der Emanzipation zu begehen und Geschäfte mit der Dummheit ihrer Leserinnen zu machen, verkauften sich ihre Bücher, die auch in zahlreiche Sprachen übersetzt und zum Teil verfilmt wurden, nichtsdestoweniger allein bis 1999 mehr als 3 Millionen Mal.
» Gaby Hauptmann

So habe ich das Buch gar nicht aufgefaßt. Diese Bewertung scheint mir auch haltlos zu sein. Gaby Hauptmann ist der beste Beweis für die Emanzipation der Frau. Sie ist erfolgreich, sie ist selbständig, zielstrebig, selbstbewußt, und sie versteckt sich nicht hinter einem Mann.

www.Gaby-Hauptmann.de

 
 » Gaby Hauptmann
 
 
Persönlich hat sie nichts gegen Männer. Ihren Lebensgefährten Botho von la Chevallerie kennt sie seit 16 Jahren. Damals war es mehr
eine Affäre. Sie fand, er sei noch nicht reif genug, und er fand, sie sei noch nicht reif genug. Jedenfalls ging sie nach Brasilien, und er heiratete. Als sie sich nach zehn Jahren wieder begegneten, "haben wir uns am ersten Abend brutal ineinander verliebt".

Gaby Hauptmann lädt uns zu einer Kutschenfahrt ein. Der gutmütige Dschingis Khan wird angespannt, sie und Botho steigen auf den Bock. Sie zeigt uns den Weg zum Häuschen im Wald, das es leider ebenso wenig gibt wie den feschen Naturburschen.
» Turbo-Frau

Sollte es so sein, daß die Bücher von Gaby Hauptmann doch etwas von ihrer eigenen Lebensgeschichte widerspiegeln? "Haben wir uns am ersten Abend brutal ineinander verliebt" - das erinnert mich irgendwie sehr an die Szene, die vor dem Kamin endete. Aber nein - das Buch endet - Sie wissen schon - mit einem Happy-End, einem Happy-End ganz konventioneller Art. Und das entspricht gar nicht der Autorin. Die ist durch und durch unkonventionell.

Mit einem Reiterbuch begann ihr öffentlicher Auftritt als Schriftstellerin, und mit mehreren Reiterbüchern wird es im Herbst weitergehen. Gaby Hauptmann ist dabei, sich die Reiterwelt als Publikum zu erobern. Bald werden wir mehr von ihr zum Thema "Pferde" lesen können.


erschienen 05.06.05

Lesermeinung
07.06.2005

Lieber Werner Popken!

Von wegen ich fände Kritik nicht interessant. Ihre fand ich hochinteressant, weil all diese Dinge an mir vorbeigegangen sind. Anscheinend haben Sie den richtigen Riecher für die entsprechenden Lesermeinungen oder Rezensionen im Internet. Ihr Satz, ich schätzte es nicht, wenn man sich in meine Dinge einmischt, stimmt zwar, bezieht sich aber sicherlich nicht auf meine Bücher - denn die werden ja mit dem Tag ihres Erscheinens öffentlich. Und jeder Schreiberling, Musiker oder Maler muss sich der Meinung des Lesers/Hörers/Betrachters stellen, sonst darf er nie etwas veröffentlichen. Ich danke aber meinen Lesern, denn ein absolutes "Bäh!" habe ich nirgends heraushören können, das freut mich doch schon wieder. Und Sie haben sich wirklich viel Zeit genommen und große Mühe gegeben. Klasse!!! Dass der Fuchs über den Ochser springt ... ich musste lachen und gleich nachschlagen - solche Dinge passieren manchmal bei einer der letzten Korrekturen im Verlag. Nicht, dass mir so etwas nicht auch passieren könnte. Aber in einem gebe ich Ihnen auf alle Fälle Recht: Den Pferdeliebhabern war es zu wenig Pferd und den anderen zu viel. Mir hingegegen hat die Geschichte beim Schreiben Spaß gemacht und ich habe jetzt auch die Verfilmung gesehen (Ausstrahlung im Oktober in der ARD, Termin am besten über meine Homepage) und ich bin begeistert. Bisher sind sechs meiner Bücher verfilmt worden, aber das ist so richtig klasse - Christiane Hörbiger und Michael Mendl ("Der Untergang")sind in ihrer Rolle bestechend.

Und noch eines: Unter Erfolgsdruck stehe ich nie. Ich bin Journalistin, habe für Rundfunk und Fernsehen gearbeitet, und der "Impotente Mann" wurde zum Erfolg, als ich gerade mit meinen Filmchen erfolgreich wurde. Mit dem "Toten Mann" dachte ich eigentlich, dass das Buchthema erledigt sei, denn die Hauptfigur war über fünfzig, der Roman keine Komödie sondern eher schwarzer Humor. Als der Roman dennoch zum Bestseller wurde, musste ich aus Zeitgründen das Filmen aufgeben. Ich will damit nur sagen: Ich bin ziemlich überlebensfähig, auf äusseren Druck lasse ich mich nicht ein - ich mache ihn mir aus Zeitgründen höchstens selbst - und wenn mich meine Leser eines Tages nicht mehr mögen, fällt mir auch wieder was anderes ein ...

mit herzlichem Gruß
und auf einen "Steigenden Hengst" im Reiterhotel Vox
(apropos: Freeman ist der Hengst!)


Gaby Hauptmann




Hauptmann, Gaby

Hengstparade
Roman
Serie Piper

319 Seiten
München, 2004 · Piper-Verlag GmbH
ISBN 9783492241267


8,90 EUR

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