
| | W. Popken im Fenster Selbstportrait 08/2004 | | | | | Meine Meinung zu dem Buch: von › Werner Popken
Die Informationen des Verlages sind bereits sehr aussagekräftig; schauen wir uns an einem Beispiel an, wie detailliert der Autor dem armen geplagten Pferdebesitzer hilft. Kapitel 11 heißt: "Longieren von schwierigen Pferden". Dieses Kapitel ist unterteilt in die Abschnitte
- Pferde mit Anlehnungsproblemen
- Eilige Pferde
- Das Pferd ist in Außenstellung
- Pferde, die sich an der Longe umdrehen
- Verbessern von Fleiß und Gehfreude
- Pferde, die an der Longe falsch anspringen oder umspringen
- Pferde, die Angst vor der Peitsche haben
| Der erste Abschnitt ist wiederum unterteilt in die Unterabschnitte
- Pferde, die immer nach außen drängen
- Pferde, die in den Zirkel drängen
- Pferde, die keine Anlehnung in der Höhe finden
- Pferde, die sich nicht selbst tragen
- Pferde, die sich im Genick verwerfen
- Pferde, die über die äußere Schulter kommen und/oder nicht spuren
| Diese Liste erscheint sehr detailliert; man würde vielleicht kurze Abschnitte erwarten - das ist aber nicht der Fall, die Beschreibung des Problems und die Lösung nehmen jeweils etwa eine Seite in Anspruch. Schauen wir uns willkürlich das erste Problem an, das durch ein instruktives Foto illustriert wird: Pferde, die immer nach außen drängen (Seite 105):
| Viele Pferde drängen an der Longe ständig nach außen und benutzen sie als Stütze. Dafür gibt es meistens nur eine Ursache: Nicht das Pferd zieht, sondern der Longenführer, nämlich dagegen! Es gibt sicherlich viele Gründe dafür, daß ein Pferd nach außen drängt. Meist tun dies junge oder nicht ausbalancierte Pferde oder Pferde, die gelernt haben, die Longe als Stütze zu gebrauchen. Das Problem ist aber der Longenführer, der dagegenhält. Haben Sie länger als 3 Sekunden Druck in der Hand, haben Sie sich festgezogen, nicht das Pferd. Es verstellt sich dabei im Genick und macht sich fest. Von lösender Arbeit kann keine Rede sein. Genau wie beim Reiten dürfen Sie es dem Pferd nicht gestatten, sich auf die Hand zu legen. Durch weiches Annehmen der Longe und schnelles Nachgeben kommt Ihr Pferd von der Hand. Sie dürfen aber immer nur so viel nachgeben, wie Sie vorher angenommen haben. Denn Sie sollen nicht ständig nachgebend hinter dem Pferd herlaufen, sondern auf einer Stelle stehenbleiben. Je weniger sich Ihr Pferd auf die Hand legt, desto weniger nehmen Sie an und geben Sie nach. Longieren Sie das Pferd eventuell mit zwei Personen, wobei einer die Peitsche und der andere die Longe hält. So können Sie sich ganz auf eine Aufgabe konzentrieren. Ein Hilfszügel, der das Pferd seitlich begrenzt (Laufferzügel, Ausbinder) ist hier unverzichtbar. Zum Lösen longieren Sie das Pferd an Begrenzungen entlang, hier müssen Sie mitgehen. Dort kommen Sie zum Nachgeben und können genügend treiben, ohne daß das Pferd nach außen drängt. Wichtig ist hierbei, das Sie Ihr Pferd an den offenen Seiten früh genug nach innen stellen und so auf das Abwenden vorbereiten. Ziehen Sie es nicht im letzten Moment herum. Longieren Sie es durch Annehmen und Nachgeben wieder zur Begrenzung. Es darf dabei nicht auf die Hand kommen. Gegebenenfalls gehen Sie an der offenen Seite hinter das Pferd, damit es durch Ihre Stellung von hinten getrieben wird, nicht mehr von der Seite. Dies hat sich oftmals bewährt. Je gelöster Ihr Pferd nun ist, desto weniger Begrenzungen werden benutzt. Denken Sie aber daran, das Sie entweder ganz an der Begrenzung longieren oder weit davon entfernt. Durch abwechslungsreiches Arbeiten wird das Pferd immer weiter gymnastiziert, es biegt sich besser. Ihr Pferd lernt, sich auszubalancieren und kann so im Laufe der Zeit auf der Zirkellinie gehen, ohne nach außen zu drängen. | | |
Der Autor ist ausgewiesener Fachmann für das Thema: er
| | arbeitet als Longierlehrer und verfügt über langjährige Lehrgangserfahrung. Er ist Reiter, Voltigiererwart, Betreuer der Pferde mehrerer Landeskader Voltigieren. Er ist in der Amateurlehrkräfteausbildung in Westfalen tätig. Rainer Hilbt hat zahlreiche Veröffentlichungen für verschiedene Fachzeitschriften und mehrere Bücher geschrieben, unter anderem "Pferde richtig longieren" im BLV Verlag. Er ist Mitautor bei den "Richtlinien für Reiten und Fahren Band 3, Voltigieren, und Band 6 Longieren" im FN Verlag sowie von "Richtig Voltigieren" im BLV Verlag. | | |
Das Buch gefällt mir gut, es ist sachlich, ausführlich, umfassend. Man kann bestimmt gut damit arbeiten.
erschienen 19.01.03
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