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Buch-Rezension · Longieren
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Hilbt, Rainer

Longieren
BLV Arbeitsbuch Pferd

159 Seiten, fest gebunden
2001 · BLV Verlag, München
ISBN 9783405161507


9,95 EUR      Bestellen


Der Verlag sagt über das Buch:

Longieren

Wegweiser für Anfänger - Ratgeber für Könner


Longieren ist Reiten mit Fernsteuerung - nicht mit einfacher, sondern mit vierfacher: Longe, Peitsche, Stimme und Körpersprache gehören dazu, damit das Pferd auf dem Zirkel den Menschen versteht. Die Arbeit mit der Longe empfiehlt sich für jeden Reiter und Fahrer sowie für die Ausbildung junger Pferde; für Voltigierer und das therapeutische Reiten ist es ein "Muss".

Einer, der in vielen Jahren als Longierlehrer reichlich Erfahrung gesammelt hat, gibt sein Wissen in dem Buch Longieren weiter: Rainer Hilbt heißt er und beschreibt das gesamte Spektrum der Möglichkeiten von den Grundlagen über die Ausbildung des Pferdes bis zur Arbeit mit der Doppellonge - praxisnah, leicht verständlich und gut illustriert. Dabei weist er dem Anfänger den kompletten Weg der Ausbildung vom Aufnehmen der Longe über die Hilfengebung bis zur Arbeit mit Bodenricks. Dem Fortgeschrittenen hilft er mit bewährten Tipps, sein spezielles Problem zu lösen - sei es, dass das Pferd in den Zirkel drängt oder keine Anlehnung findet. Der Ausbildung junger Pferde ist ebenso ein Kapitel gewidmet wie dem Longieren schwieriger Artgenossen. Und erstmals kommen Voltigierer und Fahrer mit umfassenden und detaillierten Informationen auf ihre Kosten. In jedem Kapitel sind häufige Fehler, deren Auswirkungen und Korrekturmöglichkeiten tabellarisch zusammengefasst und Wichtiges wird in Merksätzen im Text hervorgehoben.

Wer sich mit Longieren von Rainer Hilbt an die Arbeit macht, lernt nicht nur Laufferzügel, Halsverlängerer und die Grundlagen der Bewegungslehre kennen. Er und sein Pferd finden den Weg zu zielgerichteter und abwechslungsreicher Arbeit mit Hilfe eines kompetenten und zuverlässigen Ratgebers - egal, wie weit sie schon gekommen sind.

Klappentext

Longieren ist ein fester Bestandteil der Pferdeausbildung. Für Fahrer und Voltigierer ist es eine Grundvoraussetzung für die Ausübung ihres Sports.

Dieser Ratgeber zeigt die korrekte Hilfengebung sowie die Arbeit an der Longe und der Doppellonge - praxisgerecht und gut nachvollziehbar.

Besonders hilfreich für Einsteiger und Fortgeschrittene sind dabei die bewährten Lösungsvorschläge bei häufig auftretenden Fehlern und Problemen.





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W. Popken im Fenster
Selbstportrait 08/2004
 
 
Meine Meinung zu dem Buch:
von   Werner Popken

Die Informationen des Verlages sind bereits sehr aussagekräftig; schauen wir uns an einem Beispiel an, wie detailliert der Autor dem armen geplagten Pferdebesitzer hilft. Kapitel 11 heißt: "Longieren von schwierigen Pferden". Dieses Kapitel ist unterteilt in die Abschnitte

  • Pferde mit Anlehnungsproblemen
  • Eilige Pferde
  • Das Pferd ist in Außenstellung
  • Pferde, die sich an der Longe umdrehen
  • Verbessern von Fleiß und Gehfreude
  • Pferde, die an der Longe falsch anspringen oder umspringen
  • Pferde, die Angst vor der Peitsche haben

Der erste Abschnitt ist wiederum unterteilt in die Unterabschnitte

  • Pferde, die immer nach außen drängen
  • Pferde, die in den Zirkel drängen
  • Pferde, die keine Anlehnung in der Höhe finden
  • Pferde, die sich nicht selbst tragen
  • Pferde, die sich im Genick verwerfen
  • Pferde, die über die äußere Schulter kommen und/oder nicht spuren

Diese Liste erscheint sehr detailliert; man würde vielleicht kurze Abschnitte erwarten - das ist aber nicht der Fall, die Beschreibung des Problems und die Lösung nehmen jeweils etwa eine Seite in Anspruch. Schauen wir uns willkürlich das erste Problem an, das durch ein instruktives Foto illustriert wird: Pferde, die immer nach außen drängen (Seite 105):

Viele Pferde drängen an der Longe ständig nach außen und benutzen sie als Stütze.

Dafür gibt es meistens nur eine Ursache: Nicht das Pferd zieht, sondern der Longenführer, nämlich dagegen!

Es gibt sicherlich viele Gründe dafür, daß ein Pferd nach außen drängt. Meist tun dies junge oder nicht ausbalancierte Pferde oder Pferde, die gelernt haben, die Longe als Stütze zu gebrauchen. Das Problem ist aber der Longenführer, der dagegenhält. Haben Sie länger als 3 Sekunden Druck in der Hand, haben Sie sich festgezogen, nicht das Pferd. Es verstellt sich dabei im Genick und macht sich fest. Von lösender Arbeit kann keine Rede sein.

Genau wie beim Reiten dürfen Sie es dem Pferd nicht gestatten, sich auf die Hand zu legen. Durch weiches Annehmen der Longe und schnelles Nachgeben kommt Ihr Pferd von der Hand. Sie dürfen aber immer nur so viel nachgeben, wie Sie vorher angenommen haben. Denn Sie sollen nicht ständig nachgebend hinter dem Pferd herlaufen, sondern auf einer Stelle stehenbleiben. Je weniger sich Ihr Pferd auf die Hand legt, desto weniger nehmen Sie an und geben Sie nach.

Longieren Sie das Pferd eventuell mit zwei Personen, wobei einer die Peitsche und der andere die Longe hält. So können Sie sich ganz auf eine Aufgabe konzentrieren.

Ein Hilfszügel, der das Pferd seitlich begrenzt (Laufferzügel, Ausbinder) ist hier unverzichtbar. Zum Lösen longieren Sie das Pferd an Begrenzungen entlang, hier müssen Sie mitgehen. Dort kommen Sie zum Nachgeben und können genügend treiben, ohne daß das Pferd nach außen drängt. Wichtig ist hierbei, das Sie Ihr Pferd an den offenen Seiten früh genug nach innen stellen und so auf das Abwenden vorbereiten. Ziehen Sie es nicht im letzten Moment herum. Longieren Sie es durch Annehmen und Nachgeben wieder zur Begrenzung. Es darf dabei nicht auf die Hand kommen.

Gegebenenfalls gehen Sie an der offenen Seite hinter das Pferd, damit es durch Ihre Stellung von hinten getrieben wird, nicht mehr von der Seite. Dies hat sich oftmals bewährt. Je gelöster Ihr Pferd nun ist, desto weniger Begrenzungen werden benutzt. Denken Sie aber daran, das Sie entweder ganz an der Begrenzung longieren oder weit davon entfernt.

Durch abwechslungsreiches Arbeiten wird das Pferd immer weiter gymnastiziert, es biegt sich besser. Ihr Pferd lernt, sich auszubalancieren und kann so im Laufe der Zeit auf der Zirkellinie gehen, ohne nach außen zu drängen.

Der Autor ist ausgewiesener Fachmann für das Thema: er

arbeitet als Longierlehrer und verfügt über langjährige Lehrgangserfahrung. Er ist Reiter, Voltigiererwart, Betreuer der Pferde mehrerer Landeskader Voltigieren. Er ist in der Amateurlehrkräfteausbildung in Westfalen tätig. Rainer Hilbt hat zahlreiche Veröffentlichungen für verschiedene Fachzeitschriften und mehrere Bücher geschrieben, unter anderem "Pferde richtig longieren" im BLV Verlag. Er ist Mitautor bei den "Richtlinien für Reiten und Fahren Band 3, Voltigieren, und Band 6 Longieren" im FN Verlag sowie von "Richtig Voltigieren" im BLV Verlag.

Das Buch gefällt mir gut, es ist sachlich, ausführlich, umfassend. Man kann bestimmt gut damit arbeiten.


erschienen 19.01.03


· Siehe auch  Tipp 199



Hilbt, Rainer

Longieren
BLV Arbeitsbuch Pferd

159 Seiten, fest gebunden
2001 · BLV Verlag, München
ISBN 9783405161507


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©1999-2008 · ISSN 1437-4528 · Statistik:  Übersicht
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