
| | W. Popken im Fenster Selbstportrait 08/2004 | | | | | Meine Meinung zu dem Kalender: von › Werner Popken
Klaus Ferdinand Hempfling ist durch sein Buch "Mit Pferden tanzen" in der Pferdeszene bekanntgeworden und hat seither immer wieder von sich reden gemacht. Seine neueste Entwicklung hat er im Buch Der Pferdeschamane beschrieben.
Schamanismus wird heute vor allem in Asien (Sibirien) und Nordamerika praktiziert. Die Gewohnheit, Körper zu bemalen, ist uns im Zusammenhang mit Indianern gut vertraut.
GaWaNi Ponyboy hat mit seinen Pferdebemalungen großen Erfolg gehabt (Horse, Follow Closely, Time well spent). Hempfling knüpft anscheinend daran an und geht darüber hinaus.
Der Verlag macht es im zweiten Satz deutlich. Hempfling versteht den Schamanismus vermutlich eher als Kunstgriff, wie auch unser Oberkünstler Joseph Beuys sich als Schamane verstehen wollte. Berühmt und im Gedächtnis haftend ist die Szene, wie Beuys in New York zusammen mit einem Wolf in einem Käfig ausharrt. Für einen echten Schamanen ist das vermutlich nichts, aber für die westliche Kunstschickeria war das neu und aufregend.
Allerdings erinnern die Arbeiten Hempflings eher an die späten Werke des Pop-Weltmeisters Andy Warhol (über den Horst Janssen kalauerte: Andy war hohl). Trotz der Anklänge wirken die Arbeiten von Hempfling sehr frisch und originell. Die Farben und Formen sind von einem Könner gesetzt, was mich verblüfft, weil Hempfling doch sehr viel Zeit mit Pferden verbringt - wie schafft er es, auch als Künstler zu brillieren?.
Aber was weiß ich schon von Hempfling? Die Bilder sind jedenfalls für mich sehr faszinierend, ich kann mir gut vorstellen, mindestens einen Monat lang mein Vergnügen damit zu haben. Alleine das Farbgefühl ist unglaublich, wobei ich noch berücksichtigen muß, daß mir lediglich Scans vorliegen, nicht der eigentliche Kalender, welcher aber auch nur eine Reproduktion ist und nicht ein Original.
Hempfling hat wohl keine Ambitionen, in das Kunstgeschäft einzusteigen, wie der Seitenhieb gegen das Museum andeutet. Dabei sind die Arbeiten zumindest sehr dekorativ und dürften sich gut verkaufen. Ob es sich wirklich um Kunst handelt und um Schamanismus, möchte ich dahingestellt sein lassen - das wird den Käufern wahrscheinlich auch egal sein. Dieser Kalender könnte in ein paar Jahren eine Rarität sein - schon deshalb lohnt es sich, zuzugreifen.
Zu diesem Kalender haben wir einen Bildschirmschoner produziert. Vorschau:
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erschienen 10.11.01
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