Angebot für Kalenderwoche 35
Liebe große und kleine Leser,
wer einen Dankesbrief schreibt, hat einen Anlaß - zum Beispiel, um seinen Dank abzustatten. Aber manchmal möchte man auch etwas nachreichen, etwas vollenden, was übriggeblieben ist, wie im Dankesbrief dieser Woche. Gern hätte die Unterzeichnerin sich noch persönlich verabschiedet, aber es war nicht möglich, und dieser unvollendete Vorsatz nagte so lange an ihr, bis sie den Brief schreiben konnte - was sich wiederum wegen der Entwicklung der Fotos verzögerte.
Gegenüber diesem Gefühl des Versagens tritt der erfolgreiche Aufenthalt als solcher ganz zurück. Zwar wird darauf in der ersten Zeile deutlich Bezug genommen, aber hier ist alles abgeschlossen, vollendet, positiv besetzt, nichts muß noch hinzugefügt werden, nichts ist auszuführen - die wiederholten Ausrufezeichen unterstreichen die Zufriedenheit, der nichts hinzuzusetzen ist.
Die kurze Nachfrage nach dem persönlichen Pony Blacky ist nicht ganz ernst gemeint und setzt im Grunde voraus, daß auch hier alles in bester Ordnung ist. Der logische Schluß ist die Ankündigung, auf jeden Fall wiederzukommen. Dieser Vorsatz wird am Ende des Briefes bekräftigt, weil sich damit die Gelegenheit eröffnet, das Versäumnis, das das Gemüt so sehr beschäftigt, auszugleichen. Der Brief als solcher reicht offenbar noch nicht aus.
Ein interessanter Einblick in die Gefühlslage einer Heranwachsenden, die dem Drängen des Vaters nichts entgegenzusetzen hatte und deshalb ihren sehnlichen Wunsch, ausdrücklich Abschied zu nehmen, aufgeben mußte. Manchmal läuft leider etwas nicht ganz nach Wunsch. Das tut uns leid, aber so ist das Leben - nehmen wir es als Gelegenheit, Erfahrungen zu machen und zu verarbeiten.
Ihre Familie Vox
| | Aus unserem Ordner mit Dankesbriefen | | |
| 24.03.04 Hallo Dörthe,
das Wochenende war super toll!!! Ich hoffe Blacky geht es gut. Wir kommen auf jeden Fall wieder. Tut mir übriegens super leid, dass ich mich vor der Abreise nicht persönlich bei Dir verabschieden konnte. Mein Vater wollte fahren und Du hast in der Küche geholfen. Wir hatten dann nochmal gerufen. Aber das hast Du nicht gehört. Aber wir kommen ja nochmal.
Ciao Asja
P.S.: Ich schreib erst so spät, weil ich erst die Fotos entwickeln lassen wollte.
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