Angebot für Kalenderwoche 11
Liebe Eltern, liebe Kinder, liebe Gäste!
Schreiben ist eine Kunst, die der Mensch mühsam lernen muß. Die Entwicklung der Schrift folgte lange nach der Entwicklung der Kunst, mit Stiften und Farben Geschichten zu erzählen, Stimmungen festzuhalten und Gegenstände zu beschwören.
Und genau diese Entwicklungsgeschichte vollzieht sich immer wieder in jedem Menschen während seiner eigenen Entwicklung. Sobald die kleinen Kinder Stifte halten können, fangen sie an zu malen, und immer bedeutet diese Malerei auch etwas, selbst wenn die Erwachsenen die Botschaft nicht sofort entziffern können.
Der Dankesbrief dieser Woche ist ein wunderbares Beispiel für die Erzählkunst und Beobachtungsgabe kleiner Kinder. Zwar kann Viola auch schon schreiben, aber vermutlich könnte sie sich mit der Sprache nicht so differenziert und komplex ausdrücken wie durch die Malerei.
Die beiden Pferde tummeln sich unter der strahlenden Sonne auf der Weide und sind offenbar verschiedenen Geschlechts. Obwohl sich männliche und weibliche Pferde auf den ersten Blick kaum unterscheiden, ist das hier anders. Die beiden Körper sind sehr unterschiedlich gestaltet und drücken merkwürdigerweise deutlich etwas Weibliches bzw. Männliches aus.
Das männliche Pferd ruft: "Warte, Missa", das weibliche antwortet: "Ja, Laban", und wer genauer hinschaut, entdeckt auch, warum es warten soll: Laban muß sich gerade erleichtern, und zwar auf doppelte Weise. Aber auch Missa erleichtert sich, auf weibliche Art. Die Geschlechtsbestimmung wird aber nicht durch diese Einzelheiten vermittelt, sondern durch die Ausdrucksgestalt der Körper.
Sehr bemerkenswert! Ein bedeutende Stück in unserer Kunstsammlung.
Ihre Familie Vox
| | Aus unserem Ordner mit Dankesbriefen | | |
| |