Angebot für Kalenderwoche 08-40
Liebe große und kleine Leser,
Dankesbriefe sind immer eine Freude. Manche bestehen nur aus Bildern, manche aus Texten, manche aus Bildern und Texten, und manchmal durchdringen sich Bild und Text auf eine Weise, daß man den Text kaum lesen kann - wie bei dem Dankesbrief, den wir diese Woche vorstellen wollen.
Dabei ist der Text höchst lesenswert und anrührend. In wohlgesetzten Worten äußert sich ein Kind über ein bedeutsames Erlebnis und schließt mit einer Grußformel, die heute fast aus der Mode gekommen ist. Auch das Briefeschreiben will gelernt sein und stellt eine sehr wertvolle Erfahrungen dar. Wie leicht wäre es, nur "Super" oder "Spitze" zu schreiben - statt die Erlebnisse zu reflektieren, zu verarbeiten und sprachlich angemessen umzusetzen.
Die Zeichnung - die vermutlich erst nachträglich angefertigt wurde, weil das Kind sonst Schwierigkeiten gehabt hätte, den Brief zu schreiben - steht in einem gewissen Kontrast zum Text. Denn sowohl die Formulierung des Pferdes als auch die des Kindes und der Bäume zeigen, daß die bildliche Ausdrucksweise keineswegs altersgemäß genannt werden kann. Solche Köpfe sieht man normalerweise in der ersten Klasse.
Auf jeden Fall wirkt die Zeichnung unbedingt authentisch. Die ist mit Sicherheit von Christopher. Geschrieben hat er den Text vermutlich auch. Aber ob er ihn aufgesetzt hat? Vermutlich schon, allerdings wahrscheinlich nicht ohne deutliche Hilfe. Oder sollte es sich so verhalten, daß das sprachliche Ausdrucksvermögen wesentlich weiterentwickelt ist als das bildliche?
Das geht uns nichts an, wohl aber die Lehrerin und vielleicht auch die Eltern. Wir nehmen dies nur wahr. Trotz unzulänglicher Ausdrucksmittel ist die Botschaft aber eindeutig und klar: Das Kind ist ein Kind, das Pferd ist ein Pferd, die Bäume sind ebenfalls unmißverständlich als solche gekennzeichnet, und das Kind strahlt über beide Backen, das Pferd ist aufmerksam und gelassen. Es fehlt nur die Sonne, die über allem strahlt und sich freut. Vielleicht fehlte die Zeit, weil es zur Pause geklingelt hat. Wer weiß?
Ihre Familie Vox
| | Aus unserem Ordner mit Dankesbriefen | | |
| Dortmund, den 29.9.00 Sehr geehrte Frau Vox!
Vielleicht erinnern Sie sich an die Klasse 4a der Vincke Grundschule. Wir waren vor drei Wochen bei Ihnen. Ich habe auf dem Reiterhof eine Menge gelernt. Gut fand ich, dass die Tiere frei herum laufen durften. Mein Pferd Gary fand ich Spitze. Es war schön auf seinem Rücken zu sitzen und ihn nachher mit der Bürste zu putzen. Das Hängebauch- schwein Lutmilla war am besten. Es hat Spaß gemacht ihm hinterher zu laufen und damit neue Wege zu entdecken. Als wir an einem Abend auf El Matador voltigiert haben haben, hatte ich Angst, weil er sehr groß war und ich so etwas vorher noch nie gemacht hatte. Und als wir fertig waren, war meine ganze Angst verflogen. Ich denke noch auf dann die wunderschöne Zeit bei Ihnen. Danke Frau Vox. Hochachtungsvoll Ihr Christopher Schmidt |
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