|  | Strandritt mit der ganzen Familie Connemara-Ponies in Irland » GNU FDL |  |  |  |
Ideal für die ganze Familie Eine Rasse, die mehr Beachtung verdient von Werner Popken |
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In vielen Familien sind es die Kinder, die sich nach Pferden oder Ponies sehnen und irgendwann einmal die Eltern überzeugen, daß man mit Hamstern, Kaninchen oder gar Fischen nicht richtig glücklich werden kann.
Der Aufwand bei der Haltung von Pferden ist freilich ungleich größer, und die Möglichkeiten, sich damit unglücklich zu machen, ebenfalls. Deshalb sollte man sich, wie auch bei der Anschaffung eines Hundes, sehr genau mit den Eigenschaften der verfügbaren Rassen beschäftigen.
Welche Pferderassen kann man als Familienpferde empfehlen? Gibt es überhaupt eine Rasse, die diesen Namen verdient? Sehr große Pferde dürften als Familienpferde nicht in Frage kommen, solange die Kinder nicht schon fast erwachsen sind, aber auch normale Großpferde sind für Kinder und Heranwachsende eigentlich zu groß.
Bleiben also die Ponies - wobei die kleinen Exemplare wiederum ausscheiden. Großponies sind durchaus in der Lage, Erwachsene zu tragen, wenn diese nicht zu schwer sind, und haben noch eine handliche Größe für Kinder, denen man Ponies schon anvertrauen kann.
Islandponies sind das klassische Beispiel für kleine Pferde, die Menschen fast jeder Größe zufriedenstellen können. Deshalb sollten sie ja auch besser Islandpferde genannt werden. Durch die Immenhof-Bücher und -Filme sind Islandpferde hierzulande als Kinderpferde unsterblich geworden, aber für die Isländer selbst sind es eher Erwachsenenpferde. Die großen Islandpferde-Festivals präsentieren als Sportveranstaltungen vor allem Erwachsene, wie bei den Großpferden auch (siehe z. B. die Artikel von Agata Macek: Sigurbjörn Barðarson Diddi, Der weltbeste Island-Reitsportler aller Zeiten, Landsmót, isländisches Pferdefestival, Isländische Staatsmeisterschaft der Pferdezucht und des Sportreitens, Slowenien und die Islandpferde, Eine Liebeserklärung an die Heimat und die Isländer).
Mit 60.000 Exemplaren in Deutschland gehören die Islandpferde zu den sehr gut vertretenen Rassen; Haflinger und Fjordpferde sind ebenfalls sehr bekannt, wobei diese schon etwas kräftiger sind, sofern man ihre Herkunft als ehemalige "Ackergäule" noch deutlich erkennen kann. Araber gelten zwar nicht als Ponies, sind aber manchmal ebenfalls recht zierlich, eignen sich jedoch aufgrund ihres Temperaments nicht so gut für Kinder. Was bleibt da noch übrig?
Das klassische Land der Ponies ist Großbritannien. Dort werden Ponies seit langem auch sportlich eingesetzt, vor allem von der Jugend. In den siebziger Jahren gab es auch hierzulande starke Impulse, ein Sportpony zu züchten. Das Deutsche Reitpony hat sich im Sport durchgesetzt. Es sieht wie ein Deutsches Reitpferd aus, was vor allem durch den Einsatz von Hengsten der entsprechenden Rassen erreicht wurde. Zwar sind die sportlichen Erfolge der Deutschen Reitponies beachtlich, allerdings gelten sie auch als sehr schwierig und damit als nicht eigentlich kindgerecht. Muß es ein Deutsches Reitpony sein, wenn man auch sportliche Erfolge erzielen will?
Natürlich nicht, denn die Ponies von den Inseln werden schon viel länger im Sport eingesetzt und haben einige ganz beachtliche Erfolge erzielt:
| Das wohl berühmteste Connemara-Pony bis zur heutigen Zeit dürfte Stroller gewesen sein. Mit seinen nur 145 cm Stockmaß errang er 1968 bei den Olympischen Spielen in Mexiko unter seiner Reiterin Marion Coakes die Silbermedaille im Einzelspringen.
Nur ein Jahr später gelang ihm eine noch enormere Leistung: Stroller gewann das wohl schwerste Springen der Welt, das Hamburger Spring-Derby, und das auch noch mit null Fehlerpunkten! Das kleine Springwunder starb 1986 im Alter von 36 Jahren. » Connemara-Pony | | |
Puristen werden jetzt ankreiden, daß ich die Connemara-Ponies als Beispiel für ein Pony aus Großbritannien bringe, denn Connemara liegt in Irland und Irland ist seit Anfang der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts eine unabhängige Republik, aber das ist hier nicht der Punkt. Mit diesem Beispiel dürfte bewiesen sein, daß es an sportlich befähigten Ponies keinen Mangel gab. Daß deutsche Züchter deutsche Ponies auf den Markt bringen wollen, ist eine andere Geschichte. Daß sie damit auch sehr große Erfolge haben und den alten Rassen den Rang ablaufen, beweist zumindest die kaufmännische Überlegenheit der deutschen Zucht.
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