Angebot für Kalenderwoche 06-10

| | W. Popken im Fenster Selbstportrait 08/2004 | | | | |
| Sucht man nach Ihnen? Über aktives und passives Marketing | | |
Das Internet, so hatte ich letzte Woche behauptet, ist eine große Auskunftsmaschine, und besonders deutlich wird das durch die Rolle der Suchmaschinen, die ebenfalls letzte Woche angesprochen worden ist.
Von Anfang an war klar, daß jede Internetpräsenz ihre eigene Suchmaschine braucht, was in den meisten Fällen schwierig bis gar nicht zu realisieren ist. Manche retten sich inzwischen mit Google in der Annahme, daß Google über ihre eigene Internetpräsenz besser Bescheid weiß als sie selbst.
Die Pferdezeitung tut das nicht, weil eine solche Suche viel zu ineffektiv wäre. Zum einen kennt Google nur einen Teil der Pferdezeitung, zum anderen wird von Google alles vollkommen unterschiedslos aufgelistet. Für den Informationssuchenden bleibt einfach noch viel zu viel zu tun, um an die wirklich wertvollen Informationen zu gelangen.
Deshalb suchen wir selbst, denn wir kennen die Struktur der Pferdezeitung und können deshalb ganz gezielt in den einzelnen Abteilungen suchen. Wir können die Suche auch filtern, indem wir den Suchvorgang selbst beobachten und daraus unsere Schlüsse ziehen. Google macht das ebenfalls; wenn Sie sich vertippen, fragt Google höflich, ob Sie vielleicht etwas anderes gemeint haben. Das können wir auch - Tippfehler gibt es bei uns selbstverständlich ebenfalls reichlich.
Aber selbst wenn jemand korrekt "Quarter" statt "Quater" schreibt, wäre es vermutlich nicht sinnvoll, sämtliche Artikel, Rezensionen, Tips und was dergleichen noch ist, nach diesem Stichwort zu durchsuchen. Der Suchende will vermutlich den Pferdemarkt in Bezug auf diese Rasse studieren, und obwohl er dieses Ziel sehr einfach erreichen könnte, macht er sich nicht die Mühe, sondern tippt sein Stichwort in die Suchbox. Wir geben ihm dann das, was er vermutlich haben will.
In vielen Fällen ist das aber nicht möglich. Nehmen Sie zum Beispiel alle die Stichworte, die auf Ihr Unternehmen zutreffen. Können wir dazu etwas sagen? Vermutlich nicht, und wenn, dann dürfte es nicht unbedingt in Ihrem Interesse sein. Schließlich wollen Sie den Kunden gewinnen. Nehmen wir zum Beispiel an, Sie würden Pferdeanhänger herstellen. Was haben Sie davon, wenn der Suchende zum Kleinanzeigenmarkt in die Abteilung Pferdeanhänger geleitet wird? Nichts oder nicht viel.
Wenn Sie sich diesem Suchenden präsentieren würden, wäre das ein geschickter Schachzug. Denn wir wissen ja bereits, daß derjenige sich für das interessiert, was Sie anzubieten haben. Und selbst wenn er auf der Suche nach einem gebrauchten Anhänger sein sollte, könnten wir ihm eine Menge Argumente bieten, die für einen neuen Anhänger sprechen.
Ich will diesen Gedanken jetzt nicht weiter ausführen und Sie stattdessen auf ein Instrument aufmerksam machen, das Sie für sich nutzen können. Wir schreiben nämlich sämtliche Suchbegriffe mit und zählen, wie oft danach gesucht wird. Wir zählen auch, wie oft etwas nicht gefunden wird. Neuerdings stellen wir diese Statistik zur Verfügung: › Suchstatistik. Jedesmal, wenn die Suchmaschine angestoßen wird, zeigen wir die zehn häufigsten, die zehn letzten, die zehn häufigsten nicht erfolgreichen und die zehn letzten nicht erfolgreichen Suchbegriffe.
Außerdem können Sie die Statistik nach einem beliebigen Suchbegriff befragen. Ein Begriff wie "Anhänger" ist vielleicht nicht ganz geeignet, die Aussagekraft unter Beweis zu stellen, da viele Interessenten den Anhängermarkt systematisch finden werden; "Hallenbau" ist hier vielleicht instruktiver. Denn dieser Begriff taucht in der Systematik des Kleinanzeigenmarkts nicht auf. Der Leser ist also tatsächlich ratlos, wie er Hilfe zu diesem Begriff finden könnte. Soeben sagt die Suchmaschine, daß 147 mal nach diesem Begriff gesucht worden ist. Man darf annehmen, daß alle diese Anfragen ernstgemeint waren. Da wollte einer sich erkundigen, was auf ihn zukommt, wenn er eine Halle bauen will.
Hier würde ich nun gerne die Messe mit sämtlichen großen und kleinen Hallenbauern ins Spiel bringen. Das wäre nämlich genau der Ort, wo ein Interessent sich informieren wollte. Und je mehr Information dort zu finden ist, desto mehr Interessenten werden sich dort einfinden. Leider hat bisher noch kein Hallenbauer erkannt, daß er seine Informationen in der Messe präsentieren sollte. Dort könnte er nämlich sogar aktiv auf die Leser zugehen. Er müßte nicht warten, bis die ihn suchen. Er könnte selbst die Initiative ergreifen und von sich aus Informationen anbieten. Aber das wird sich noch ändern. Der Internetmarkt ist einfach zu heiß, als daß man ihn auf Dauer vernachlässigen könnte.
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