Angebot für Kalenderwoche 05-44

| | W. Popken im Fenster Selbstportrait 08/2004 | | | | |
| Internetmarketing Was interessiert den Leser? | | |
In der letzten Woche habe ich die Textwerbung gewürdigt, weil ich den Leser inzwischen wesentlich mehr davon zumute. Nun geht es mir natürlich nicht darum, die Toleranzgrenzen des Lesers auszutesten. Es kann einzig und allein darum gehen, dem Leser nützliche Hinweise an die Hand zu geben, die ihm weiterhelfen. Wenn nun die Textwerbung im Grunde langweilig ist, werden wir den Leser dazu erziehen, sie zu übersehen. Das wäre genauso fatal, wie wenn wir ein Pferd so lange irritieren, bis es auf unsere Signale überhaupt nicht mehr achtet.
In dieser Situation befindet sich die Werbung im Internet. Die Mittel des Mediums haben dazu verführt, den Leser immer mehr zu irritieren. Was anfänglich noch überraschend, witzig und unterhaltend war, hat sich sehr schnell als störend herausgestellt. Die Reaktion der Besucher ist eindeutig. Man muß die Irritationen ausblenden. Das kann entweder durch Programme geschehen oder aber auch nur durch die Entscheidung des Nutzers - es läuft auf dasselbe hinaus. Die Werbung zielt ins Leere. Das ist fatal, und zwar für beide Seiten. Denn der Leser nimmt sich damit die Chance, etwas Neues zu entdecken, was ihm vielleicht weiterhelfen könnte.
Die Abwehrhaltung des Lesers ist im Internet wesentlich stärker als bei Printmedien, denn dort sind die Anzeigen wenigstens still, meistens kann man sogar die Seite umklappen, wenn es sich um eine ganzseitige Anzeige handelt. Diese Möglichkeit hat man im Internet dann nicht, wenn man nicht die Werbung durch geeignete Software ausfiltern läßt. Die gewöhnliche Ausblendung der Werbung durch den Besucher versucht die Werbeindustrie durch stärkere Reize zu unterbinden. Das aber kann der Besucher eigentlich nicht tolerieren. In gewisser Weise wird hier eine aggressive Auseinandersetzung betrieben, die die Werbeindustrie nicht gewinnen kann.
Auf diese Art Kampf möchten wir uns gar nicht erst einlassen. Wir gehen davon aus, daß die Besucher Angebote honorieren, wenn eine entsprechende Interessenlage vorliegt. Die Angebote müssen natürlich interessant sein, sie dürfen den Leser nicht unterfordern, nicht unterschätzen. Damit haben wir aber in gewisser Weise Probleme. Denn für jede Messeseite wird automatisch Werbung betrieben, und zwar mit den drei Elementen URL, Titel, Slogan, denn mehr steht eigentlich für eine automatische Verarbeitung nicht zur Verfügung. Das sieht dann zum Beispiel so aus:
Nicht besonders aufregend, auf die Dauer sogar geradezu irritierend langweilig. Wenn aber der betreffende Inhaber der Messeseite das Instrument "Angebot der Woche" genutzt hat, können wir aus diesem Angebot alternativ wählen, und das sieht dann etwa so aus:
Damit können wir das Interesse der Leser viel eher gewinnen. So einfach geht das also - aber ist das ein Wunder? Wir brauchen uns bloß an die eigene Nase zu fassen. Wenn wir im Internet unterwegs sind, verfolgen wir ganz bestimmte Interessen. Davon lassen wir uns nicht so leicht ablenken - es sei denn, wir versprechen uns etwas davon.
Es liegt auf der Hand, daß man das Interesse der Leser durch Angebote gewinnen kann, die diese voranbringen. Das ist gar nicht so schwer, wie man auf den ersten Blick denken mag. Es erfordert lediglich ein gewisses Maß an Disziplin. Und natürlich Zeit, die Zeit nämlich, die es erfordert, etwas Interessantes aus dem eigenen Tätigkeitsgebiet zu erzählen. Wir tun das jeden Tag viele Male am Telefon und im persönlichen Gespräch. Wir sind da gar nicht verlegen, es strengt uns auch überhaupt nicht an, wir erzählen interessante Geschichten immer wieder, und das ist mündliches Marketing. Nun müssen wir dieses mündliche Marketing nur noch aufschreiben. Und veröffentlichen. Was ich hiermit tue.
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