Vielseitigkeit Sicherheit / Risikomanagement FEI will Stürze um zehn Prozent verringern Malmö/SWE (fn-press). Der Weltreiterverband (FEI) will die Sicherheit im Vielseitigkeitssport weiter erhöhen. So sollen bis zum Jahr 2013 die Stürze um zehn Prozent, auf Vier-Sterne-Niveau sogar um 20 Prozent verringert werden. Dieses und andere Ziele haben sich Vielseitigkeitsreiter, Kursdesigner, Offizielle und Veranstalter aus aller Welt Mitte Januar beim dritten jährlichen Safety Meeting in Malmö/Schweden gesteckt. Schon jetzt kann der FEI-Vielseitigkeitssausschuss einen Rückgang der Stürze melden − trotz weltweit steigender Teilnehmer- und Starterzahlen. So ist die Zahl der Teilnehmer an internationalen Prüfungen in den vergangenen fünf Jahren um 35 Prozent und die Zahl der Starter um 22,5 Prozent angewachsen. Die Zahl der Stürze hat sich dagegen durchschnittlich von 2,02 auf 1,73 pro Prüfung vermindert. Dies ergab eine Auswertung der Sturzprotokolle aus den Jahren 2004 bis 2009. "Ein erfreuliches Ergebnis, auf das wir weiter aufbauen wollen", sagt Friedrich Otto-Erley. ",Ganz verhindern werden wir Stürze aber nie können, wie im Pferdesport überall und überhaupt. Es wird immer wieder einmal Reiter oder Pferde geben, die hinfallen. Vielmehr müssen wir alles dransetzen, zu verhindern, dass es dabei zu ernsthaften Verletzungen kommt." Der Leiter Turniersport der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) ist seit vergangenem Jahr offizieller Safety Officer für Deutschland und als solcher Ansprechpartner der FEI in allen Fragen der Sicherheit. Die Berufung solcher Sicherheitsbeauftragten in allen nationalen Pferdesportverbänden gehört ebenfalls zum Maßnahmenkatalog, mit dem die Sicherheit im Vielseitigkeitssport langfristig immer weiter verbessert werden soll. Die Delegierten verabschiedeten in Malmö darüber hinaus ein Programm, das eine weitere Optimierung der internationalen Vielseitigkeits-Datenbank vorsieht. Dazu gehört auch, dass die Sturzberichte für die FEI vereinheitlicht werden sollen. Geplant sind außerdem Richtlinien für den Hindernisaufbau und die weitere Erprobung der so genannten "breakable pins" beziehungsweise "deformable structures". Verschiedene Mechanismen sollen dafür sorgen, dass ein festes Hindernis im Unglücksfall in sich zusammenbricht. Nicht zuletzt soll auch das "gefährliche Reiten" noch genauer definiert und damit besser geahndet werden. Hb FEI kündigt globales Fortbildungsprogramm für Offizielle an Lausanne/SUI (fn-press). Der Weltreiterverband (FEI) hat jetzt die Details eines globalen Fünf-Jahres-Fortbildungsprogramms für Offizielle im Vielseitigkeitssport angekündigt. Das eine Million Schweizer Franken teure Projekt, das das reguläre Fortbildungs- und Zertifizierungssystem der FEI unterstützen soll, wird von der FEI finanziert. Mit Hilfe des Fortbildungsprogramms sollen die Sicherheitsstandards angepasst und verbessert und die Offiziellen − Richter, Technische Delegierte, Kursdesigner, Stewards − in ihrer Arbeit weltweit unterstützt werden. Es wendet sich vor allem an Länder, in denen die Vielseitigkeit noch in den Kinderschuhen steckt. Mit Hilfe des Programms soll der Vielseitigkeitssport weltweit noch populärer gemacht, unter anderem sollen damit auch neue Austragungsorte geschaffen werden. Das Programm basiert vor allem auf einem Austausch- und Mentoringsystem bei Richtern und Technischen Delegierten. Ferner geplant sind ein jährlicher, vier bis fünf Tage dauernder Workshop für Kursdesigner im Rahmen einer internationalen Veranstaltung mit mehreren unterschiedlichen Prüfungen. Ebenfalls vorgesehen ist die Einbindung ausgewählter Kandidaten in die Steward-Fortbildung, wie sie im Rahmen der FEI-Clean-Sport-Kampagne vorgesehen ist. "Es handelt sich hier im Grunde um die Fortsetzung und Ausweitung eines bereits begonnenen Aus- und Fortbildungsprogramms, mit dem die internationale Verbreitung des Vielseitigkeitssports weiter gefördert werden soll", sagt dazu Friedrich Otto-Erley, Leiter der Abteilung Turniersport der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). Hb Internationale Marbacher Vielseitigkeit ist wieder Weltcup-Station Marbach a. d. Lauter (fn-press). Vom 7. bis 9. Mai trifft sich einmal mehr die internationale Vielseitigkeitsszene auf dem Gelände des baden-württembergischen Haupt- und Landgestüts Marbach. Bereits zum zweiten Mal ist Marbach Austragungsort einer Weltcup-Qualifikationsprüfung. "Für uns als Turnierleitung ist dies eine Art Ritterschlag, eine Bestätigung unseres Konzepts, darüber freuen wir uns sehr", erklärt Wolfgang Leiss (Stuttgart), der zusammen mit Parcourschef Gerd Haiber (Bisingen) auch in diesem Jahr an der Spitze der Turnierleitung steht. Für Deutschlands Busch-Profis geht es in der internationalen Drei-Sterne-Kurzprüfung (CIC***-W) aber nicht nur um die begehrten Weltcup-Punkte: Im Rahmen dieser Prüfung entscheidet sich auch, wer 2010 im Deutschen Berufsreiterchampionat Vielseitigkeit das Rennen macht. Neben den Topreitern haben auf der Schwäbischen Alb aber auch die jungen Talente eine Chance. Ganz neu ist der "Pony Alpencup 2010" für Ponyreiter. Startberechtigt in diesem Teamwettbewerb sind Mannschaften aus Italien, Österreich, der Schweiz, Slowenien, Frankreich, Liechtenstein und Deutschland. Last but not least fehlt es am zweiten Mai-Wochenende auch nicht am nötigen Lokalkolorit. Einmal mehr tragen Baden-Württembergs Vielseitigkeitsreiter in einer internationalen Drei-Sterne-Kurzprüfung (CIC*) in Marbach ihre Meisterschaft aus. B.Eyb/Hb |