Distanzreiten Weltmeisterschaften mit Nachtritt und Gewitter Deutsche Reiterinnen glücklos in Malaysia Terengganu/MAL (fn-press). Extreme Wetterbedingungen, ein Ritt bei Nacht, Gewitter mit Blitz und Donner: Für die deutschen Distanzreiter verliefen die zwölften Weltmeisterschaften, die am zweiten Novemberwochenende in Terengganu (Malaysia) und damit erstmals in Asien ausgetragen wurden, enttäuschend. Keine der drei deutschen Reiterinnen beendete den Ritt in der Wertung. Für Belinda Hitzler (Dillingen) mit Iris de Soult kam das Aus schon bei der ersten Tierarztkontrolle (Vet-Gate). Melanie Arnold (Kirchheim/Teck) mit Jestime beendete den Ritt nach der zweiten Etappe. Als letzte schied Sabrina Arnold (Kirchheim/Teck) mit Toni Maccaroni im vierten Vet-Gate nach 113 von insgesamt 160 Kilometern aus. Insgesamt waren 126 Reiter aus 33 Nationen gestartet, von denen 48 den Ritt erfolgreich beendeten. Die erste WM in Asien war eine WM der extremen Bedingungen und entsprechend schwer. Aufgrund der klimatischen Verhältnisse − hohe Luftfeuchtigkeit und Hitze - fand der Ritt überwiegend bei Nacht statt. Zwar ging der Ritt um 17.30 Uhr Ortszeit im Hellen los, die zweite bis fünfte Etappe wurden dann aber im Dunkeln beleuchtet durch 1.200 LED-Lämpchen geritten, bis bei der sechsten von sieben Etappen wieder der Morgen dämmerte, so dass auch die letzte Schleife von zehn Kilometern bei Tageslicht geritten wurde. Ein Gewitter mit Blitz, Donner und sintflutartigem Regen sorgte für zusätzliche Belastungen und führte zum Ausscheiden einiger Reiter und Pferde. Mit den Bedingungen am besten zurecht kam die Spanierin Maria Mercedes Alvarez Ponton (ESP), die von Beginn an führte und lediglich nach der zweiten Etappe als Zweite ins Vet-Gate kam. Die neue Weltmeisterin ritt die Strecke mit ihrem Pferd Nobby in einer Zeit unter neun Stunden (8 Stunden, 48 Minuten, 6 Sekunden), was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 18,16 Stundenkilometern entspricht. Damit war sie zudem neun Minuten vor dem neuen Vize-Weltmeister Augustin Vita (ARG) mit Baraka Ibn Al Tamah im Ziel. Die Bronzemedaille holte sich Sultan Ahmed Sultan bin Sulaymen (UAE) mit Tazoul El Parry 9:09:31). Bei den Teams setzten sich Nationen aus dem Mittleren Osten durch: Mannschaftsweltmeister sind die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Silbermedaille ging an Qatar, Bronze an Bahrain. Eigentlich waren fünf deutsche Teilnehmerinnen und ihre Pferde Mitte Oktober nach Terengganu gereist. Zuerst fiel Black Shetan, das Pferd von Michaela Kosel (Visselhövede) aus. Dann der zweite Rückschlag: Wenige Tage vor dem Ritt kam das Aus für das Pferd von Dr. Gabriela Förster (Altenstadt), Priceless Gold. Dass am Ende keine der drei verbliebenen Reiterinnen das Ziel erreichte, "sorgte für einige Betrübnis im Team. Dennoch sind wir froh, dass bei diesen extremen Bedingungen alle gesund nach Hause kommen", sagte Dr. Juliette Mallison (Göttingen), Präsidentin des Vereins Deutscher Distanzreiter und -fahrer (VDD). Der letzte Distanzritt in Gebieten mit extremen Klimabedingungen soll diese WM aber nicht gewesen sein. Nahezu 40 Prozent der Starter beendeten den Ritt in der Wertung. Das zeige, dass bei richtigem Management und der Berücksichtigung dieser Bedingungen durch die Reiter, das Distanzreiten in diesem Klima eine Zukunft habe, heißt es in der Pressemeldung des Weltreiterverbandes (Fédération Equestre Internationale, FEI). Bo |