Fahren WM Einspänner Jarantow Deutsches Team holt Silber Jarantow/POL (fn-press). Das deutsche Team hat bei den Weltmeisterschaften der Einspännerfahrer im polnischen Jarantow die Silbermedaille gewonnen. Nach Dressur, Marathon und Hindernisfahren reihte sich das Team um Bundestrainer Eckhardt Meyer (Hermannsburg) hinter dem Weltmeister aus Frankreich und vor der Schweiz ein. Obwohl die deutsche Mannschaft in der Besetzung Christoph Dieker (Gescher) mit Elmor, Thorsten Zarembowicz (Dreieich) mit Jonathan und Dieter Lauterbach (Herborn) mit Rheinprincess als führendes Team nach dem Gelände in die Finalprüfung ging, fehlten am Ende 0,78 Strafpunkte zur Goldmedaille. "Das ist unser bislang größte Mannschaftserfolg in dieser Anspannungsart", zog Equipechef Friedrich Otto-Erley (Warendorf) eine positive Bilanz. "Der deutsche Einspännersport hat sich in den vergangenen Jahren enorm entwickelt und wir zählen inzwischen zur Weltspitze", ergänzte er weiter. Bereits nach der Dressur lagen die Deutschen in der Mannschaftswertung auf Platz zwei und hatten vor der Geländeprüfung rund fünf Strafpunkte Rückstand auf die führenden Niederländer. Für eine Überraschung bei ihrer ersten Weltmeisterschaft sorgte Mareike Harm (Negernbötel). Mit ihrem Pferd Morning Star schob sie sich in der Dressur auf Platz zwei (44,93) und musste lediglich den Niederländer Jan van den Broek (38,66), der am Ende auch Einzelweltmeister wurde, passieren lassen. Dritter in der Dressur wurde Arja Mikkonen aus Finnland (47,87). Da Mareike Harm nur als Einzelfahrerin in Jarantow unterwegs war, ging ihre Punktzahl nicht in die Mannschaftswertung ein. "Es war schön, bei meiner ersten WM ohne Druck fahren zu können", zeigte sich Harm zufrieden. "Nach meiner Dressur wusste ich, dass wir eine gute Leistung gezeigt haben. Allerdings konnte ich es nicht abschätzen, zu welchem Platz es am Ende reichen würde." Vordere Platzierungen in der Dressur erreichten auch die Herren im deutschen Team. So bestätigte Christoph Dieker seine bisher guten Saisonleistungen, erhielt 49,54 Strafpunkte und landete als zweitbester deutscher Fahrer auf Rang fünf. Allerdings erlaubte er sich, genauso wir sein Teamkollege Dieter Lauterbach (Platz 13/53,38), Fehler beim "Angaloppieren". "An dieser Stelle der Prüfung haben sich viele Gespanne schwer getan. Es ging direkt auf eine mit einer Plane überdachten Tribüne zu, die beim vorherrschenden Wind einige Pferde irritierte", äußerte sich Bundestrainer Meyer zur Fehlerursache. "Insgesamt bin ich mit unseren Dressurleistungen sehr zufrieden, wir haben einen deutlich besseren Start erwischt als bei der letzten WM." So erreichte auch der vierte Deutsche, Thorsten Zarembowicz, mit Platz acht (50,43) eine Topplatzierung im 66-köpfigen Starterfeld. Vor dem Marathon zeigte sich der Bundestrainer optimistisch. "Ich erwarte je nach Wetter einen tiefen Boden in der A-Phase. Die acht Hindernisse sind anspruchsvoll ausgeflaggt, so dass wir uns für die längeren Wege entschieden haben", lautete seine Einschätzung, die sich am nachfolgenden Tag bestätigen. Mit einer starken Leistung im Marathon brachte sich das deutsche Einspännerteam bei den Weltmeisterschaften auf Goldkurs und erarbeitete sich im Gelände vor dem abschließenden Hindernisfahren einen Vorsprung von rund elf Strafpunkten auf das zweitplatzierte Team aus Österreich und den an dritter Position rangierenden Franzosen. "Unsere Strategie ist voll aufgegangen. Wir hatten uns im Vorfeld vorgenommen, in den Hindernissen die längeren Wege zu fahren. Das war genau richtig.", kommentierte Meyer die Taktik. Nicht nur in der Mannschaftswertung lagen die deutschen Einspännerfahrer nach dem Marathon aussichtsreich, sondern auch im Einzelwettbewerb. Nach den ersten beiden Teilprüfungen befanden sich Dieter Lauterbach (139,76) und Christoph Dieker (139,83) auf den Plätzen zwei sowie drei. Besser positioniert war vor dem finalen Kegelfahren nur der Niederländer Jan van den Broek (137,04), dem nach seinem Sieg in der Dressur Platz 37 im Gelände ausreichte, um die Führung in der Zwischenwertung zu behaupten und mit einem Vorsprung von rund zwei Punkten auf Lauterbach ins Finale zu gehen. Im Marathon glänzte Dieter Lauterbach mit Platz zwei als bester Deutscher. "Es war ein schwerer aber fairer Marathon, gerecht für eine Weltmeisterschaft. Kompliment an den Parcoursbauer Christian Jseli", so der Bronzemedaillengewinner der WM 2006. "Dieter ist stark gefahren und wir haben ihn bewusst als letzten Fahrer auf die Strecke geschickt, da er die meiste Erfahrung hatte. Christoph hat ebenso eine prima Leistung gezeigt, auch wenn Elmor zum Ende der Strecke müde wurde", sagte der Bundestrainer. Der Sieg im Gelände ging an den Österreicher Andreas Rathner. Der Zweitplatzierte der Zwischenwertung, Christoph Dieker, sicherte sich im Marathon Rang neun. Thorsten Zarembowicz belegte im Gelände Platz 19 und hatte mit insgesamt 143,63 Strafpunkten noch Chancen, in die Medaillenränge vorzurücken. An achter Stelle liegend trennten ihn von einer Medaille nur rund vier Strafpunkte. Einzelfahrerin Mareike Harm nahm nach Dressur und Marathon vorerst Platz 16 (149,27) in der Meisterschaftswertung ein. Bei der guten Ausgangslage wollte Bundestrainer Eckhardt Meyer beim Hindernisfahren nichts dem Zufall überlassen "Wir werden am Sonntagmorgen zunächst den Parcours gemeinsam abgehen. Anschließend werden wird die schwierigen Tore nachbauen und ein paar Mal üben." Allerdings erwischten die deutschen Fahrer im Hindernisfahren nicht ihren besten Tag, so dass am Ende die Goldmedaillen an andere Nationen gingen. Während sich die Franzosen von Platz drei auf Rang eins vorarbeiten konnten, rutschte das deutsche Team auf Platz zwei ab. Im Einzelwettbewerb sicherte sich der Niederländer Jan van den Broek (137,04) den Titel. Dabei profitierte er von seinem Sieg in der Dressur und einem fehlerfreien Hindernisfahren. Über Silber konnte sich Ann-Violaine Brisou (144,65) aus Frankreich freuen, Bronze ging an den Niederländer Jan Moonen (144,89). Während sich die drei Erstplatzierten keine oder nur wenige Strafpunkte im Kegelparcours erlaubten, leisteten sich die deutschen Fahrer deutlich mehr Fehler. "Die Nerven unserer Fahrer haben am Ende nicht gehalten", erklärte Otto-Erley die Ansammlung von Ballabwürfen und Zeitfehlern. Bester deutscher Mannschaftsfahrer im Parcours war Thorsten Zarembowicz, der lediglich einen Ballabwurf und Zeitfehler kassierte. Mit insgesamt 150,65 Strafpunkte wurde er in der Kombinierten Wertung Achter. Im Hindernisparcours sammelten Dieter Lauterbach und Christoph Dieker allerdings 11,58 und 13,36 Strafpunkte, so dass es in der Endabrechnung für Lauterbach zu einem zehnten Platz (151,34) und für Dieker zu Rang 13 (153,19) reichte. "Ich habe damit gerechnet, im Hindernisfahren das Streichergebnis zu liefern. Insgesamt sind wir aber super zufrieden. Jeder hat für jeden gekämpft", so Dieker. Unmittelbar dahinter platzierte sich Einzelfahrerin Mareike Harm (154,37) mit Morning Star, die nach ihrem zweiten Rang in der Dressur auf 5,10 Strafpunkte im Hindernisfahren kam und damit in dieser Teilprüfung das beste Ergebnis aller deutschen Fahrer erzielte. dp |