Olympische Spiele Springen Einzelwertung Keine Medaille für deutsche Springreiter Hongkong/HKG (fn-press). Für die deutschen Springreiter glichen die Olympischen Spiele einer Achterbahnfahrt: Auf einen schwachen Start und ein fast verpasstes und verpatztes Mannschaftsfinale folgte die Suspendierung von Christian Ahlmann (Marl) und am Ende gab’s doch noch fast eine Einzelmedaille. Sowohl Ludger Beerbaum (Riesenbeck) mit All Inclusive NRW als auch seine Schwägerin Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) mit Shutterfly verpassten in einem notwendig gewordenen Stechen die zum Greifen nahe Bronzemedaille. Diese ging an die US-Amerikanerin Beezie Madden mit Authentic. Auch Gold und Silber fanden erst in einem Jump-off ihre endgültigen Besitzer. Olympiasieger wurde der Kanadier Eric Lamaze mit Hickstead. Er blieb als Einziger in beiden Umläufen des Finales sowie im Stechen ohne Fehler und setzte sich damit gegen den in Deutschland lebenden Schweden Rolf-Göran Bengtsson (Breitenburg) mit Ninja. Das Springen war aus deutscher Sicht sehr spannend. Sowohl Meredith Michaels-Beerbaum als auch Ludger Beerbaum erreichten mit je einem Abwurf und vier Fehlerpunkten den zweiten Umlauf, in den die besten 20 der ersten Runde einziehen sollten. Es wurden 22 Teilnehmer, denn zehn Reiter teilten sich nach einer Nullrunde den ersten und zwölf Reiter mit vier Fehlerpunkten den elften Platz. Die Aussichten auf eine Medaille bei zehn Null-Fehler-Ritten schwanden. Doch dann purzelten die Stangen bei anderen, während beide deutsche Reiter den Parcours fehlerfrei absolvierten. Plötzlich gehörten sie zu den sieben Reitern, die mit insgesamt vier Fehlerpunkten aus beiden Umläufen um die Bronzemedaille ins Stechen gingen. Während Ludger Beerbaum als erster Starter den auf sechs Hindernisse mit sieben Sprüngen verkürzten Stechparcours mit einem Abwurf verließ und in der Endabrechnung auf Platz sieben landete, blieb für Meredith Michaels-Beerbaum nach einer fehlerfreien Runde Edelmetall realistisch. Ein Raunen ging beim Stechen durch das Publikum, als der US-Amerikaner Mclain Ward eine Abkürzung nahm, indem er mit Sapphire über die Beete und Parcoursdekoration sprang, um schließlich auf Platz sechs hinter Rodrigo Pessoa (Brasilien) mit Rufus zu landen. Zum Vorteil gereichte dieser "Trick" jedoch seiner Teamkollegin Beezie Madden. Die Mannschaftsolympiasiegerin war hauchdünne 0,12 Sekunden schneller als die bis dahin führende Meredith Michaels-Beerbaum und machte damit deren Traum von einer Einzelmedaille zunichte. Der Niederländer Marc Houtzager mit Opium hatte auf diesem Weg dagegen keinen Zeitvorteil und kassierte noch einen Abwurf und damit Rang acht. Mit dem Springen um die Einzelmedaillen ging in Hongkong ein Tag zu Ende, der mit einem Knall begonnen hatte. So hatte am Morgen die Suspendierung von Christian Ahlmann sowie des bis dahin führenden Norwegers Tony Andre Hansen, des Iren Denis Lynch und des Brasilianers Bernardo Alves durch die Internationale Reiterliche Vereinigung (FEI) für Schlagzeilen gesorgt. Im Rahmen einer Medikationskontrolle am 17. August war bei Ahlmanns Pferd Cöster die Substanz Capsaicin nachgewiesen worden. Der Doppel-Europameister von 2003 war daraufhin mit sofortiger Wirkung von den Olympischen Spielen ausgeschlossen worden und durfte nicht mehr am olympischen Finalspringen teilnehmen. Damit trat bei Olympischen Spielen erstmals die neue Regelung in Kraft, nach die vorsieht, dass Reiter und Pferd bereits nach einer positiven A-Probe vom Turnier suspendiert werden. Bo Positive B-Probe bei Ahlmanns Pferd Cöster Hongkong (fn-press). Wie die Internationale Reiterliche Vereinigung (FEI) heute bekannt gegeben hat, konnte auch in der B-Probe bei Christian Ahlmanns Pferd Cöster, die am 22. August bei den Olympischen Spielen in Hongkong geöffnet wurde, die im Wettkampf verbotene Substanz Capsaicin nachgewiesen werden. Das Ergebnis teilte die FEI der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) heute mit. Cöster war nach der ersten Nationenpreisrunde am 17. August in Hongkong positiv auf Capsaicin getestet worden. Der aus Marl stammende Ahlmann wurde nach Bekanntgabe der Ergebnisse am 21. August mit sofortiger Wirkung von den Olympischen Spielen ausgeschlossen und durfte damit auch nicht am olympischen Finalspringen teilnehmen. Damit trat bei Olympischen Spielen die neue Regelung in Kraft, die vorsieht, dass Reiter und Pferd bereits nach einer positiven A-Probe vom Turnier suspendiert werden. Die FEI hat eine Anhörung von Christian Ahlmann für den 6. September in Lausanne angesetzt. dp Verband und Veranstalter intensivieren Kampf gegen Doping Warendorf (fn-press). Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hat in Zusammenarbeit mit den führenden Turnierveranstaltern in Deutschland, eine Verschärfung der Maßnahmen im Kampf gegen Doping im Pferdesport vereinbart. Anlass der Verschärfung waren jüngsten Fälle unerlaubter Medikationen beziehungsweise Dopingfälle bei den Olympischen Spielen in Hongkong. Im Rahmen eines Treffens in Hamburg haben sich der deutsche Dachverband der Reiter und die Turnierveranstalter auf folgende Maßnahmen geeinigt: Ab sofort wird die Anzahl der Dopingproben bei den Veranstaltungen angehoben. Zudem erhöhen die Veranstalter die Anzahl an Pferdekontrollen während des Turniers. "Nirgendwo in der Welt sind die Dopingvorkehrungen so scharf wie in Deutschland, allerdings ist unser Netz noch nicht engmaschig genug", sagte der FN-Generalsekretär, Dr. Hanfried Haring, der den Anti-Doping-Pakt begrüßte. Auch das FN-Präsidium verabschiedet in seiner nächsten Sitzung einen Grundsatzbeschluss, der weitere Maßnahmen im Kampf gegen Doping zur Folge hat. "Diese Bestimmungen greifen solange, bis die Internationale Reiterliche Vereinigung (FEI) zusätzliche Schritte gegen Doping beschlossen hat", so Haring weiter. Bereits jetzt hat die FEI die Umsetzung eines Verfahrens angekündigt, um gerade Manipulationen an Pferdebeinen besser nachweisen zu können. Mittels Thermografie, also einer Wärmekamera, möchte die FEI dem Missbrauch verbotener Substanzen sowie unerlaubter Einwirkungen am Pferdebein aufdecken. Voraussichtlich soll die Thermografie bereits Anfang kommenden Jahres eingesetzt werden. dp Keine weiteren Medikationsfälle bei deutschen Reitern Warendorf (fn-press). Die Gerüchte um einen weiteren positiven Medikationsfall bei einem deutschen Reiter bei den Olympischen Spielen in Hongkong haben sich nicht bestätigt. Dies teilte die Internationale Reiterliche Vereinigung (FEI) dem Generalsekretär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), Dr. Hanfried Haring, mit. "Alle Untersuchungen sind abgeschlossen. Der südamerikanische Fall war der Letzte, so dass keine weiteren positiven Medikationskontrollen von den Olympischen Spielen in Hongkong zu erwarten sind", erklärte Haring. dp |