Distanzreiten Aktiventreffen Distanzreiten "Nur die Leistung zählt" Warendorf (fn-press). Neuer Bundestrainer – neuer Sichtungsweg: Das neue Sportkonzept zur Auswahl der Championatsteilnehmer stand im Mittelpunkt des Aktiventreffens der Distanzreiter Ende Februar in Warendorf. Bundestrainer Hansjörg Bendiner (Schweiz) stellte den Aktiven sein Konzept vor. Es basiert auf einem Punktesystem und wird erstmals in dieser Saison angewandt, um die Mannschaft für die Weltmeisterschaften im November in Terrengganu/Malaysia zusammenzustellen. Nachdem der Veranstalter die Kostenübernahme für Transport und Unterkunft für Reiter plus je zwei Grooms, Equipechef und Tierarzt angekündigt hat, soll nun auch ein deutsches Team geschickt werden. Grundlage des Auswahlverfahrens sind sogenannte Punkteritte – Ritte über 120 bis 160 Kilometer im In- und Ausland. Welcher Ritt ein Punkteritt ist, hat der Bundestrainer ausgewählt. Nur diese über 20 Ritte zählen für das Selektionsverfahren. Gemessen an der Qualität des Starterfeldes und der Distanz werden A-, B- und C-Punkteritte unterschieden, für die es dann auch entsprechend weniger Punkte gibt. A-Ritte sind Ritte mit ausgezeichnetem Teilnehmerfeld – vornehmlich in Frankreich und Italien – und über 160 Kilometer. Wer einen A-Ritt erfolgreich beendet, erhält je nach Rangierung 100 Prozent der in einer Punktetabelle definierten Punkte. B-Ritte und C-Ritte gehen über 120 bis 160 Kilometer, bringen dem erfolgreichen Reiter aber nur 70 beziehungsweise 40 Prozent der Punkte. Die zehn punktbesten Reiter, die natürlich – spätestens bis dahin – auch die FEI-Qualifikationen erfüllen müssen, werden dann zum sogenannten Auswahltag im September eingeladen. An dem Tag absolvieren sie einen 60 Kilometer Ritt und es wird entschieden, welche vier bis sechs Reiter ein Ticket für Malaysia erhalten. Für diese Auswahl spielen die Punkte keine Rolle mehr. Die Entscheidung hängt ab von der Gesundheit des Pferdes, den Leistungen des Pferdes in der Vergangenheit, den Leistungen des Reiters, der Sicherheit des Pferdes, den erreichten Geschwindigkeiten, der kämpferischen Einstellung des Reiters, der Anwesenheit bei Kadertrainings, der Teamfähigkeit und der Einhaltung der Kadervereinbarung. Bei diesem neuen Sichtungskonzept kommen pro Pferd in diesem Jahr maximal vier Punkteritte in die Wertung. Ein Punkteritt gilt als geritten, wenn der Reiter das erste Vetgate besteht. Scheidet er ab dem zweiten Vetgate aus, so wird der Ritt mit Null Punkten in die Wertung genommen. Vor dem Auswahltag dürfen insgesamt nur maximal drei Ritte (Punkteritte und punktelose Ritte) über mehr als 110 Kilometer absolviert werden. Jeder Reiter kann seinen Vorstellungen entsprechend Ritte besuchen – auch solche, die keine Punkteritte sind. Es gibt dann allerdings keine Punkte für die Selektion und der Ritt zählt zur Maximalbilanz von drei langen Ritten. "Ich denke, das ist ein transparentes Verfahren. Jeder hat bei mir die gleichen Möglichkeiten. Es kommt nur auf die Leistung an. Man muss nur das Sportkonzept erfüllen", fasste Hansjörg Bendiner sein Sportkonzept am Ende zusammen. Hansjörg Bendiner ist seit Anfang 2008 Bundestrainer der deutschen Distanzreiter. Der 59-jährige Schweizer trainierte von 2004 bis 2007 als Equipechef die Schweizer Distanzreiter. Unter seiner Leitung wurden die eidgenössischen Langstreckenreiter mit dem Team Vize-Weltmeister in Aachen 2006 und Dritte bei den Europameisterschaften 2005 in Compiegne/FRA. Bendiner ist spitzensporterfahren: Als Mitglied der Ruder-Nationalmannschaft nahm er für die Schweiz an Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen (1972) teil, bevor er als Trainer Spitzenruderer trainierte. Später begann er mit dem Spitzensport Distanzreiten: Neben mehreren nationalen Titeln gewann er 2001 in der Einzelwertung die EM-Bronzemedaille. Im Team holte er zudem einmal WM- und EM-Bronze. Bo Kader der Distanzreiter aktualisiert Warendorf (fn-press). Der Disziplinbeirat Distanzreiten des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) hat im Rahmen seiner Sitzung Ende Februar die Kader aktualisiert. Die mit Sternchen markierten Namen sind neu im Kader. Die Kader setzen sich nun wie folgt zusammen: Championats-Kader Klaudia Al Samarraie (Rotenburg) mit Ayman, Melanie Arnold (Kirchheim/Teck) mit Jestime, Sabrina Arnold (Kirchheim/Teck) mit Madaq und Toni Maccaroni, Dr. Gabriela Förster (Naumburg) mit Priceless Gold, Martin Herrmann (Brebersdorf) mit Whitney Aurea und Shahi xx, Belinde Hitzler (Dillingen) mit Iris de Soult und Shagar, Ursula Klingbeil (Buch) mit Khalif, Alexandra Lange (Sundern) mit Erb und Andrea Striegler (Leipzig) mit Hamane. B-Kader Karin Bartscher-Löffler (Nörten-Hardenberg) mit Kismet al Thawi und Dakana, Astrid Götz (Emskirchen) mit Jarid, Marianne Hähnel (Falkenstein) mit Baida in Nahar, Michaela Kosel (Visselhoevede) mit Black Shetan, Ulrike Pottrick (Bad Lauterberg) mit El Encantador und Almas sowie Stefan Zöller (Erlenbach) mit Khamir. B2-Kader Wiebke Angelbeck (Stuck) mit Tahar Ibn Tifla, Renan Borowicz (Berlin) mit Mourana, Josefine Doderer (Waldems) mit Kaja, Bernhard Dornsiepen jun. (Balve) mit Duru und Jan Oetjen (Bassum) mit Ma Dona. C-Kader (Junioren und Junge Reiter) Annika Bollweg (Hemer) mit Max, Marlena Gondesen (Schwarmstadt) mit El Hrasha, Veronika Grell (Berlin) mit Piove, Hedwig Körfgen (Obernzell) mit Lany, Rahel Lewin (Berlin) mit Ramadan, Elisabeth Loresch (Birstein) mit Stein Lina, Viktoria Oldenburg (Burgwald) mit Ibn Gameer, Stephanie Schrader (Handeloh) mit Maezid und Image, Stephanie Schrumpf (Neidenstein) mit Mahal el Mil, Annette Schwartze (Warendorf) mit Al Julimah, Lea Spiller (Winterberg) mit Said und Anna-Lena Weiershäuser (Lahntal) mit SGW Aman. Bo Ex-Bundestrainer Dornsiepen jun. wieder im Distanzreiter-Kader Warendorf (fn-press). Er will`s noch mal wissen: Der ehemalige Bundestrainer der Distanzreiter, Bernhard Dornsiepen jun. (Balve), ist seit Ende Februar im B2-Kader. Der 39-jährige selbstständige Hufschmied gab im letzten Herbst sein Amt auf, da er es nicht mehr mit seinem Beruf vereinbaren konnte. Der Sauerländer war der erste Bundestrainer der Distanzreiter. Das Amt war 2005 in Vorbereitung auf die ein Jahr später im eigenen Land stattfindenden Weltmeisterschaften in Aachen eingerichtet worden. Sein Nachfolger ist der Schweizer Hansjörg Bendiner. Unter Dornsiepens Leitung kam das deutsche Team bei der WM auf den vierten Platz. Hinsichtlich der Reitzeiten rückten die Deutschen der internationalen Spitze näher. Der Name Dornsiepen ist auch reiterlich eine feste Größe im deutschen und internationalen Distanzsport. Mit vier erfolgreichen Weltmeisterschaftsteilnahmen verfügt Bernhard Dornsiepen jun. über sehr große Championatserfahrung. Den letzten großen Championatserfolg verbuchte er zuletzt 2003 bei den Europameisterschaften in Punchestown/Irland, wo er den sechsten Platz in der Einzelwertung belegte. Bo |