Vielseitigkeit FEI-Sicherheits-Forum "Ein Schritt in die richtige Richtung" Kopenhagen/DEN (fn-press). Sicherheitsfragen sind in der Vielseitigkeit schon immer groß geschrieben worden. Vor dem Hintergrund gleich mehrerer tragischer Unfälle im vergangenen Jahr weltweit hat das Bemühen um eine höhere Sicherheit von Reitern und Pferden in diesem Jahr noch einmal eine neue Dimension angenommen. Den Auftakt machte ein vom Weltreiterverband (FEI) einberufenes Sicherheits-Forum in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen, an dem Vertreter aus 22 Nationen teilnahmen. Unter dem Vorsitz von Olympiasieger David O’Connor (USA) wurden verschiedene, teilweise national bereits getestete Möglichkeiten vorgestellt, die helfen sollen, den Sport für alle Beteiligten sicherer zu machen. "Das Forum war ein Schritt in die richtige Richtung, die Erfahrungen aus verschiedenen Nationen zusammen zu tragen. Im Wesentlichen ging es um die Fragen der Ausbildung, Tests mit neuen Materialien, eine bessere Datenerfassung und insbesondere Auswertung und die Kommunikation. ‚Handfeste’ Resultate gab es erwartungsgemäß noch nicht. Hierfür abzuwarten bleiben die Ergebnisse des FEI Sub-Komitees ‚Safety in Eventing’, das sich im Anschluss an das Sicherheits-Forum getroffen hat, sowie die Empfehlungen des in Kürze erwarteten FEI-Sicherheits-Reports 2007", sagt Friedrich Otto-Erley, Leiter der FN-Abteilung Turniersport. "Eines wurde während des Forums allerdings auch deutlich: Egal, welche Maßnahmen ergriffen werden, liegt die Verantwortung letztlich immer beim Reiter." Als deutschen Beitrag stellte die FN ein spezielles Falltraining für Vielseitigkeitsreiter, wie es im Spätjahr 2007 in Warendorf auch mit unterschiedlicher Sicherheitsbekleidung getestet wurde. "Unsere Aktivitäten wurden allgemein sehr begrüßt. Wir werden jedenfalls den von uns eingeschlagenen Weg weiter verfolgen", sagt Philine Ganders-Meyer, die sich in der Abteilung Turniersport schwerpunktmäßig mit der Vielseitigkeit und den Sicherheitsfragen befasst. Ein wichtiger Baustein im Bemühen um mehr Sicherheit ist immer auch die Anpassung des sportlichen Regelwerks. So wurden 2008 sowohl die nationale Leistungs-Prüfungs-Ordnung, als auch das internationale Reglement unter diesem Aspekt verschärft. Philine Ganders-Meyer: "Wir müssen an allen Schrauben und Schräubchen drehen, um tragische Unfälle wie im vergangen Jahr zu verhindern. Auch wenn wir wissen, dass es eine hundertprozentige Sicherheit leider nie geben wird." Hb Safety first Neuerungen in LPO und internationalem Reglement Warendorf (fn-press). Sicherheit hat oberste Priorität. Mit Beginn der neuen Saison haben sich die Ausschlusskriterien für Geländeprüfungen verschärft. So scheiden Vielseitigkeitsreiter künftig nicht mehr nach der vierten, sondern bereits nach der dritten Verweigerung, dem dritten Vorbeiläufer oder der dritten Volte auf der Strecke aus. Dies gilt sowohl national als auch international. Verschärft wurden auch die Zulassungsbedingungen für die Geländeprüfung. Findet die Teilprüfung Springen vor der Geländerprüfung statt, wie bei vielen Ein- und Zweitagesveranstaltungen üblich, darf ein Paar mit mehr als 16 Hindernisfehlern im Springen nicht mehr ins Gelände starten. Empfohlen wird laut LPO an diesem Jahr außerdem die Verwendung abknickender Flaggen zur Auszeichnung von Hindernissen mit einer Breite von unter drei Metern. Entsprechend dem internationalen FEI-Regelwerk gilt bei Hindernissen mit einem Abstand von maximal fünf Metern ("In-Out"), im Falle eines möglichen Ungehorsams als angeritten, d.h. als Ungehorsam. Hb |