Springen Finale Riders-Tour in München Meredith Michaels-Beerbaum zum dritten Mal erfolgreich München (fn-press). Gleich einen doppelten Erfolg konnte Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) in der letzten Etappe der Riders-Tour beim Internationalen Springturnier (CSI****) in München feiern. Mit ihrem Pferd Shutterfly gewann die amtierende Europameisterin neben der sechsten und letzten Etappe zugleich auch die Gesamtwertung der Riders-Tour 2007. Sie sicherte sich damit nach den Jahren 2004 und 2005 zum dritten Mal den Sieg in der hoch dotierten Serie. In der Siegerrunde der besten zehn Teilnehmer des Normalumlaufs lieferte die 37-Jährige mit ihrem EM-Pferd in der Münchener Olympia-Halle die schnellste fehlerfreie Runde ab. Damit gewann sie nicht nur den Großen Preis sondern mit insgesamt 61 Punkten auch die Gesamtwertung der diesjährigen Riders-Tour, was ihr zusätzlich 250.000 Euro einbrachte. Der bis zur letzten Etappe in der Riders-Tour führende Thomas Frühmann (Österreich) war in München nicht vom Glück verfolgt. Bereits im Normalumlauf hatte er sich mit einem Abwurf und Platz neun nur knapp für die Siegerrunde qualifizieren können. Hier hatte er mit The Sixth Sense einen weiteren Abwurf zu verzeichnen, was ihm im Großen Preises Platz sechs einbrachte. Der Vorjahressieger der Tour kam damit auf 53 Punkte und Platz zwei in der Gesamtwertung. Kleines Trostpflaster für den 56-Jährigen: der zweite Platz in der Riders-Tour bescherte ihm ein zusätzliches "Weihnachtsgeld" von 125.000 Euro. Auf den Plätzen zwei und drei im Großen Preis folgten Marcus Ehning (Borken) mit Sandro Boy und Carsten-Otto Nagel (Wedel) mit Corradina. Sechster und Siebter wurden Christian Ahlmann (Marl) mit Cöster und Ludger Beerbaum (Riesenbeck) mit Goldfever. In der Gesamtwertung der Riders-Tour belegte Ludger Beerbaum mit 50 Punkten Platz drei und kassierte damit immerhin noch 75.000 Euro. Marcus Ehning und Christian Ahlmann landeten gemeinsam mit jeweils 46 Punkten auf Platz vier. T.H. Weltcup Springen Ludger Beerbaum siegt in Genf Genf/SUI (fn-press). Ludger Beerbaum (Riesenbeck) und sein erst achtjähriger All Inclusive NRW waren im Weltcup-Springen beim Internationalen Springturnier in Genf das Spitzenpaar. Im Stechen, das elf Teilnehmer des Normalumlaufs ereichten, lieferten sie die schnellste fehlerfreie Runde ab. Damit konnte Beerbaum nicht nur 40.000 Schweizer Franken sondern auch 20 Punkte in der Weltcup-Gesamtwertung einstreichen. Kurios setzte sich die Platzierung im fünften von insgesamt zwölf Weltcup-Springen der Westeuropaliga fort. Mit jeweils einer Nullrunde in der exakt identischen Zeit von 38,45 Sekunden landeten Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) mit Shutterfly und die im Rheinland lebende Jessica Kürten (Irland) mit Castle Forbes Libertina auf dem zweiten Platz. Pech hatte dagegen Marcus Ehning im Weltcup-Springen. Mit Noltes Küchengirl hatte der Borkener im Normalumlauf vier Strafpunkte zu verzeichnen. Mit der schnellsten Vier-Fehler-Runde aller Teilnehmer gelangte er jedoch noch auf Platz zwölf. Der Sieg im Springen der besten zehn Reiter der Weltrangliste, das am Vortag des Weltcupspringens ausgetragen wurde, ging auf das Konto von Jessica Kürten – zusammen mit 50.000 Schweizer Franken. Als bester Deutscher landete Ludger Beerbaum mit Coleur Rubin auf Platz drei, während seine Schwägerin Meredith Michaels-Beerbaum mit Checkmate nach zwei Verweigerungen ausscheiden musste. In der Gesamtwertung des Weltcups der Westeuropaliga bleibt weiterhin Rutherford Latham (Spanien) mit 48 Punkten an der Spitze. Zweite ist Helena Lundback (Schweden) mit 41 Punkten. Vorgerückt auf den dritten Platz ist Meredith Michaels-Beerbaum, die mit nun 36 Punkten Platz drei hält. Ludger Beerbaum, der nach seinem Sieg in Genf über 31 Punkte verfügt, rangiert auf Platz sechs. Aus deutscher Sicht folgen auf den Plätzen zehn und zwölf Heinrich Hermann Engemann (Bissendorf/23 Punkte) und Marco Kutscher (Riesenbeck/19 Punkte). 15 ist Daniel Deusser (Valkenswaard/18 Punkte). Die sechste Etappe der Westeuropaliga wird beim Weltcup-Turnier in der Londoner Olympia-Hall vom 17. bis 22. Dezember ausgetragen. T.H. FEI-Weltrangliste Springen Markus Fuchs in Führung Lausanne/SUI (fn-press). Neuer Spitzenreiter der FEI-Weltrangliste Springen ist der Schweizer Markus Fuchs. Der 52-Jährige steigerte sein Konto im vergangenen Monat auf 3.690 Punkte und kletterte damit vom dritten auf den ersten Platz. Auf den Plätzen zwei und drei folgen mit Ludger Beerbaum (Riesenbeck/3.448 Punkte) und Christian Ahlmann (Marl/3.425 Punkte) gleich zwei deutsche Reiter. Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen), die im vergangenen Monat die Rangliste noch anführte, rutschte mit 3.373 Punkten auf Platz fünf. Einen Platz gut machte Marcus Ehning (Borken). Mit 2.714 Punkten rangiert er nun auf Platz neun. T.H. HGW-Nachwuchspreis in München Goldener Waldhausen-Sattel für Patrick Stühlmeyer Warendorf (fn-press). Mit einem Gesamtergebnis von 33 Punkten ist Patrick Stühlmeyer (Osnabrück) der Sieger des Goldenen Waldhausen-Sattels 2007. Als Sieger des HGW-Nachwuchspreises durfte der 17-Jährige nicht nur einen neuen Springsattel, sondern auch eine Trainingsbeihilfe in Höhe von 750 Euro mit nach Hause nehmen. Einen Punkt weniger hatte die Zweite, Sarah Nagel-Tornau (Attendorn), auf dem Konto. Angelina Herröder aus dem hessischen Büttelborn kam mit 30,7 Punkten auf den dritten Platz. Jan Wernke (Holdorf) wurde mit 29,6 Punkten Vierter. Dietmar Gugler (Pfungstadt), Bundestrainer der Junioren und Jungen Reiter, hatte die vier Kandidaten für das Finale im Rahmen des zehnten Münchner Hallenreitturniers ausgewählt. Patrick Stühlmeyer und sein 18-jähriger Teamkollege Jan Wernke holten 2007 Mannschafts-Silber bei der Europameisterschaft der Junioren. Sarah Nagel-Tornau (19), Tochter des früheren Nationenpreis-Reiters und jetzigen Hengsthalters Peter Nagel-Tornau, war 2007 Dritte der Deutschen Meisterschaft der Jungen Reiter. Die erst 13-jährige Angelina Herröder gilt als Ausnahmetalent. 2007 gewann sie mehr als 20 S-Springen, unter anderem das Finale des European Youngster Cups auf Gut Ising am Chiemsee. Im Finale um den Goldenen Waldhausen-Sattel müssen – wie bei den Weltmeisterschaften der Senioren – auch die Jugendlichen ihre Pferde tauschen. Reiterliches Können, viel Einfühlungsvermögen und vor allem Nervenstärke sind gefragt, um nach kurzer Eingewöhnungszeit und einigen Probesprüngen im "Hexenkessel" Olympiahalle und vor einer prominent besetzten Jury mit einem fremden Pferd eine anspruchsvolle Stil-Springprüfung der Klasse M zu reiten. Hans Günter Winkler (Warendorf), der den Nachwuchspreis 1986 mit dem langjährigen Bundestrainer Herbert Meyer (Lilienthal) initiierte, bewertete die Ritte gemeinsam mit Bundestrainer Kurt Gravemeier (Sendenhorst) und Richter Wilfried B. Herkommer (München). Als internationaler Springreiter ließ Markus Beerbaum (Thedinghausen) seine Meinung mit einfließen. Der Berufsreiter kommentierte die einzelnen Ritte. Dabei sparte er nicht mit Lob, sprach aber auch Kritikpunkte an, wodurch die Wertnoten nachvollziehbar wurden. Der Wallach Ratio machte die Entscheidung in diesem Jahr besonders spannend. Die ungewohnte Hallenatmosphäre und die dicht am Parcours platzierten Ehrengäste setzten dem 13-jährigen Baden-Württemberger Ricardo-Labrador-Sohn sichtlich zu. Selbst sein ständiger Reiter Jan Wernke hatte Probleme, die Aufmerksamkeit seines großen, kräftigen Wallachs auf sich zu lenken. Die Wertnote 7,5 für den "etwas verkrampften Ritt" reduzierte sich durch zwei Hindernisfehler auf 6,5 – ein enttäuschender Einstand für das Paar, das die Deutsche Meisterschaft der Jungen Reiter auf dem zehnten Platz beendete. Dagegen gelang Angelina Herröder aus dem hessischen Büttelborn mit ihrer achtjährigen Schimmelstute Coco Z ein glänzender Auftakt. Marcus Beerbaum lobte die "tolle Runde mit viel Rhythmus- und Tempogefühl", für die es die Wertnote 8,8 gab. Patrick Stühlmeyer zeigte mit seinem 13-jährigen Westfalen Feuerfunke ebenfalls einen guten Ritt, auch wenn "zwischendrin der Rhythmus ein bisschen verloren ging" – Wertnote 8,3. Sarah Nagel-Tornau ritt mit ihrem zwölfjährigen Holsteiner Copperfield eine "sehr sichere Runde". Kleine Abstriche gab es von der Jury dafür, dass die 19-Jährige "an die ersten Sprünge etwas dicht kam". Grund war Copperfields große Galoppade, die Sarah Nagel-Tornau aber im Verlauf des Parcours gut in den Griff bekam – Wertnote 8,6. Angelina Herröder, die nach der ersten Runde führte, verlor in der zweiten Runde auf Ratio alle Chancen auf einen Sieg. Im Verlauf des Parcours verließ die zierliche 13-Jährige die Kraft. Der Wallach entzog sich ihrer Kontrolle – fünf Hindernisfehler und eine Endnote von 4,5 waren das Resultat. Aber auch Patrick Stühlmeyer hatte Probleme mit dem überaus starken Ratio und musste sich von der Jury seine unruhige "Handeinwirkung" stilistisch ankreiden lassen. Zwei Hindernisfehler reduzierten die Wertnote auf 6,8. Sarah Nagel-Tornau hatte es vielleicht nach Stühlmeyers "Vorarbeit" ein kleines bisschen leichter. Sie pilotierte den Wallach am besten durch den Kurs und kassierte nur einen Abwurf – Endnote 7,3. Angelina Herröders in Zangersheide gezogene Clinton-Rubinstein-Tochter erwies sich auch unter den drei anderen Jugendlichen als sehr rittig und kooperativ. Die eifrige, kleine Schimmelstute ließ alle Reiter gut aussehen und ging viermal ohne Fehler. Der springgewaltige Copperfield, das beste Pferd der Prüfung, lief unter der geschmeidig einsitzenden und immer nach vorne ausgleichenden Angelina Herröder zur Hochform auf. Das Paar erhielt die Wertnote 9,5. Mit Patrick Stühlmeyer im Sattel erhielt der Cantus-Caprivi-Sohn noch einmal die Tages-Bestnote. Auch Feuerfunke machte seine Sache unter allen Reitern gut. Nur Jan Wernke hatte Pech. Er kam bei seinem sonst sehr rhythmischen, guten Ritt so unpassend zur zweifachen Kombination, dass der verlässliche Fuchs die Notbremse zog. "Schade. Trotzdem war’s deine beste Runde und ein versöhnlicher Abschluss", tröstete Beerbaum. Der ehemalige Mannschafts-Europameister bescheinigte den vier Finalisten großes reiterliches Talent. "Sie werden alle ihren Weg im Internationalen Sport machen." Nach der Prüfung brachte Wilfried B. Herkommer das Ergebnis noch einmal auf den Punkt. "Angelina Herröder ist ohne Zweifel ein Ausnahmetalent. Aber Ratio war der Joker in dieser Prüfung. Mit Patrick hat eindeutig der reifste Reiter gewonnen", resümierte der Richter. Heinrich Hermann Engemann (Bissendorf) war besonders stolz auf den Sieger. Der international erfolgreiche Berufsreiter trainiert Patrick Stühlmeyer schon seit seinem elften Lebensjahr und betreute ihn auch in München. Seinen Wallach Feuerfunke reitet der 17-Jährige seit Oktober 2006. Zuvor war der Junge aus Osnabrück schon im Ponykader erfolgreich. Mit Feuerfunke gelang ihm der nicht ganz einfache Umstieg aufs Großpferd. Engemann ist von seinem Schüler überzeugt. "Patrick ist ein richtig guter Junge für die Zukunft." Sabine Neumann |