Ausbildung / Deutsche Akademie des Pferdes Fachschulleitertagung Qualitätssicherung in der Trainerausbildung stand im Vordergrund Warendorf (fn-press). Eine Zwischenbilanz der aktuellen Trainerausbildung, die 2006 in der Ausbildungs-Prüfungs-Ordnung (APO) neu geregelt wurde, stand im Mittelpunkt der Fachschulleitertagung Ende November in Warendorf. Zu dem Treffen hatte die Abteilung Ausbildung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) rund 40 Leiter von Fachschulen und dezentralen Lehrgängen eingeladen. Der alljährliche Erfahrungsaustausch dient der Qualitätssicherung in der Ausbildung, der Fortschreibung der APO, in die die Empfehlungen und Erfahrungen der Teilnehmer einfließen, und der Information der Ausbildungsfachleute. Das neue System für den Trainer Reiten mit den beiden Schwerpunkten Basissport und Leistungssport gehe in die richtige Richtung und solle auf jeden Fall beibehalten werden, war der Tenor der Fachschulleiter. Mit der APO 2006 wurde das Trainersystem komplett umgestellt. Die Ausbildung zum Trainer wurde in zwei gleichrangige Laufbahnen gesplittet: den Trainer Basissport und den Trainer Leistungssport. Damit sollen Ausbilder besser auf die Zielgruppen eingehen können, auf die sie als Reitlehrer treffen. Der Trainer Basissport wird vor allem für jugendliche und erwachsene Reitanfänger fit gemacht. Die Grundausbildung der Reiter ist sein Lehrauftrag. Der Trainer Leistungssport wendet sich hingegen an fortgeschrittene Reiter und Reiter, die auf Turnieren starten. Aufgrund der leistungssportlichen Orientierung der Reitschüler muss der Trainer Leistungssport neben dem Deutschen Reitabzeichen Klasse III auch eigene Turniererfolge mindestens in Prüfungen der Klasse A in einer oder mehreren Disziplinen vorweisen. In dem neuen Trainerkonzept kommt dem Vorbereitungsseminar eine besonders große Bedeutung zu. Das eintägige Seminar soll zum einen die Qualität in der Trainerausbildung sichern, zum anderen werden die Traineraspiranten gesichtet und hinsichtlich ihrer möglichen Ausbilder-Laufbahn beraten. Im Vorbereitungsseminar entscheidet sich, ob die reiterlichen Voraussetzungen nicht nur formal, sondern auch praktisch erfüllt sind und der Lehrgang zum Trainer C-Basissport mit Erfolg abgeschlossen werden kann. "Das Vorbereitungsseminar ist eine wichtige Einrichtung, da wir dort die Leute kennenlernen. Falls es noch Schwachpunkte gibt, können wir ihnen hier Tipps mit auf den Weg geben, wie sie fit werden für den Trainer C-Lehrgang oder auch alternative Ausbildungswege aufzeigen," sagte Martin Plewa (Warendorf), Leiter der Westfälischen Reit- und Fahrschule in Münster. Aus diesem Grunde sprach sich das Plenum auch dafür aus, das Vorbereitungsseminar am besten ein halbes Jahr vor Beginn des Trainerlehrgangs zu terminieren. Außerdem wurde eine Verlängerung auf zwei bis drei Tage angeraten. Im Sinne der Qualitätssicherung ist auch eine Neuerung für die Verlängerung von Trainerlizenzen, die ab dem 1. Januar in Kraft tritt. Die Hälfte der 15 Fortbildungs-Lehreinheiten, die innerhalb von vier Jahren zur Lizenzverlängerung nachgewiesen werden müssen, werden dann in Form von praktischer Unterrichtserteilung verlangt. "Ich kann nur allen Trainern raten, eine Trainerlizenz bei ihrem zuständigen Landesverband zu beantragen. Vereine, die lizensierte Trainer einsetzen, erhalten Zuschüsse", wies Eva Lempa-Röller, Referentin der FN-Abteilung Ausbildung, auf die finanziellen Seiten der Trainerausbildung und -lizenz hin. Dieser Vorteil ergibt sich daraus, dass sich die Trainerausbildung der FN wie die aller anderen Spitzensportverbände an den Rahmenrichtlinien des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) orientiert. Daraus ergibt sich zum Beispiel der Titel Trainer für Amateurausbilder und das dreistufige System Trainer C, B und A. Die Rahmenrichtlinien geben aber zum Beispiel auch Kursumfang – 120 Lehreinheiten für den Trainer C-Lehrgang – oder eine Erste-Hilfe-Kurs vor. Informationen zur Trainerausbildung über Zulassungsvoraussetzungen und Lehrinhalte gibt es in der FN-Broschüre "Trainer Reiten". Die Broschüre kann im Internet unter » www.pferd-aktuell.de heruntergeladen oder bei der FN, Abteilung Service, Tel. 02581/6362-222, E-Mail › pschaffer@fn-dokr.de bestellt werden. Bo APO: Trainer Reiten "Neue Trainerkonzeption ist auch für jene attraktiv, die sich der Anfänger- und Grundlagenausbildung widmen" Warendorf (fn-press). Als Anfang 2006 die neue Konzeption für die Trainerausbildung auf den Markt kam, hatte das auch Folgen für die Fachschulen und Anbieter von Trainerlehrgängen. Die Splittung der Ausbildung der Trainer C und B in die beiden Richtungen Basissport und Leistungssport bedeutete einen massiven Wechsel des Systems, der sich auch in Lehrgangsorganisation und -ablauf niederschlug. Um das neue System möglichst reibungslos und ohne Qualitätsverlust zu installieren, wurden von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) sogenannte Durchrichter benannt, die bundesweit Prüfungen beiwohnten. Einer der Durchrichter war Waltraud Weingarten, Mitarbeiterin der FN-Abteilung Ausbildung. FN-Aktuell sprach mit ihr über ihre Erfahrungen mit dem neuen Trainersystem. FN-Aktuell: "Was macht ein Durchrichter?" Waltraud Weingarten: "Ein Durchrichter fährt zu verschiedenen Lehrgangs- und Prüfungsstätten in unterschiedlichen Landesverbänden und schaut sich den Ablauf der Lehrgänge und Prüfungen an. Als mit der APO 2006 auch die neukonzipierte Ausbildung für die Trainer Reiten auf den Markt kam, war uns klar, dass dieses neue System – insbesondere die Ausbildung zum neuen Trainer C-Basissport – zu vielen Fragen und Unsicherheiten in der Einführungsphase führen würde. Um eine bundeseinheitliche Umsetzung und auch einheitliche Qualität der Trainerausbildung zu gewährleisten, wurden vor zwei Jahren zehn erfahrene Prüfer als Durchrichter in die Prüfungskommissionen berufen. Wir haben aber nicht nur Prüfungen begleitet. Als Durchrichter hatten wir im Vorfeld beratende Funktion. Wir waren Ansprechpartner bei Unsicherheiten zum Beispiel in der Lehrgangsplanung und -organisation. So müssen die angehenden Trainer C-Basissport echte Reitschüler unterrichten. Früher gaben sich die Teilnehmer meistens gegenseitig Unterricht. Da die Trainer C-Basissport aber vor allem in der Anfänger- und Grundlagenausbildung eingesetzt werden sollen, ist es wichtig, dass sie auch im Lehrgang mit solchen Schülern Unterrichtskompetenzen üben. Hier kamen erfinderische Lösungen zum Tragen: Ein Lehrgangsleiter verpflichtete seine eigenen Kinder. Ein andermal brachten die Trainerkandidaten aufgrund der räumlichen Nähe ihre eigenen Schüler mit und verlegten einfach ihren Unterricht in den Lehrgang." FN-Aktuell: "Wie beurteilen Sie das neue Trainer-Reiten-System nach Ihrer Tour als Durchrichter?" W. Weingarten: "Das ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Nach der alten Konzeption musste der Trainer eigentlich die Quadratur des Kreises beherrschen. Alle durchliefen denselben Lehrgang, egal ob sie Anfänger oder Fortgeschrittene unterrichten wollten. Mit dem neuen Konzept können wir die Trainer viel besser für die verschiedenen Zielgruppen ausbilden. Und mit dem neuen Konzept ist die Trainerausbildung auch für jene attraktiv, die sich besonders in der Anfänger- und Grundlagenausbildung engagieren wollen. Wir müssen ja dankbar sein für jeden Ausbilder, der sich um diesen wichtigen Bereich kümmert. Ein guter Ausbilder an dieser Stelle entscheidet auch über den weiteren Weg so eines Reitschülers. Wird dieser fachlich gut betreut und gefördert, dann bleibt er dem Pferdesport auch erhalten." FN-Aktuell: "Wenn also gerade Ausbilder für den Einsteiger und die Grundausbildung gebraucht werden: Welche Voraussetzung muss man für den Trainer C-Basissport denn erfüllen?" W. Weingarten: "Es sind verschiedene Voraussetzungen, die unserem Regelwerk APO und in der FN-Broschüre "Trainer Reiten" nachzulesen sind. Betrachten wir aber eine Kernvoraussetzung: die reiterliche Qualifikation. Ein Trainer C-Anwärter muss mindestens das Deutsche Reitabzeichen Klasse IV haben. Das wurde im Vorfeld sehr kontrovers diskutiert. Aber es ist zunächst einmal eine formale Voraussetzung. Praktisch sollte jemand, der den Trainer C machen will, Pferde auf dem Viereck über den Rücken und durchs Genick gymnastizieren können – ohne Hilfszügel. Er sollte das Reiten im leichten Sitz sicher beherrschen. Das ist auch die Grundlage dafür, dass er ein Pferd über Sprünge in Parcoursausschnitten oder im Gelände gymnastizieren kann. Wer dies reiterlich mitbringt, beherrscht auch die wichtigen Grundlagen der Reitlehre und dessen, was er als Ausbilder seinen Schülern vermitteln soll: eine vielseitige Grundausbildung, die dem Reitschüler Vertrauen und Sicherheit auf dem Pferd gibt. Darüber hinaus sind gewisse Erfahrungen in der Unterrichtserteilung hilfreich. Die kann man sammeln, indem man anderen Ausbildern zuhört, indem man bei guten Ausbildern reitet oder indem man auch mal einem Ausbilder assistiert. Man sollte außerdem gut auf Menschen zugehen können und gerne etwas vermitteln wollen. Ein Ausbilder ist ein aktiver Typ. Bei der Ausbildung zum Trainer C Reiten geht es ja vor allem darum, dem angehenden Ausbilder die Grundlagen für Unterrichts- und Handlungskompetenz zu vermitteln. Er soll wissen, wie er einen Unterricht systematisch aufbauen muss, welche Ziele er bei welchem Reiter auf welchem Niveau setzen kann, wie man jemanden überhaupt etwas beibringen kann und wie Lernen funktioniert." FN-Aktuell: "Warum sollte denn jemand die Qualifikation zum Trainer C-Basissport anstreben? Was bringt ihm das?" W. Weingarten: "Erst einmal bringt mich jede Art von Qualifikation und Ausbildung weiter. Als ‚Lehrer’ kann man nie genug wissen. Vor allem aber sollte ich, wenn ich anderen etwas vermitteln will, auch selber bereit sein, mir etwas vermitteln zu lassen. Zum einen geht es fachlich um Reitlehre. Da muss ein Ausbilder fit sein. Zum anderen geht es um Vermittlungskompetenz. Man erwirbt nicht nur eine Qualifikation. Mit dem Abschluss wird mir auch meine Qualität als Ausbilder bestätigt. Ich bin also sozusagen ein zertifizierter Ausbilder. Das kann man dann auch gegenüber seinen Kunden dokumentieren." Das Gespräch führte Adelheid Borchardt. APO 2010: "Mitarbeiter" gesucht Warendorf (fn-press). Nach der APO ist vor der APO: Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) sucht "Mitarbeiter" für die Fortschreibung der Ausbildungs-Prüfungs-Ordnung (APO), die am 1. Januar 2010 in Kraft treten wird. Vielleicht sind auch Ihre Verbesserungswünsche dann berücksichtigt. Denn Sie können an der Überarbeitung mitarbeiten. Haben Sie Verbesserungsideen für die Abzeichen? Was würden Sie bei der Ausbildung der Trainer ändern? Finden Sie die Richterausbildung so in Ordnung? Gibt es Anregungen für die Kennzeichnung von Pferdebetrieben und Reitvereinen? Die FN-Abteilung Ausbildung freut sich auf zahlreiche Anregungen und Verbesserungsvorschläge für das Werk, das die Ausbildung im Pferdesport regelt. Teilen Sie der FN Ihre Gedanken zur APO 2010 mit. Einsendeschluss ist der 31. Mai. Schicken Sie Ihre Wünsche, Anregungen und Vorschläge an die Deutsche Reiterliche Vereinigung, Stichwort APO, z. Hd. Eva Lempa-Röller, 48229 Warendorf, E-Mail › Mgrabowski@fn-dokr.de . Bo "Ausbilder im Reiten als Gesundheitssport" Zusatzqualifikation feiert Jubiläum/Termine 2008 Warendorf (fn-press). Die Zusatzqualifikation "Ausbilder im Reiten als Gesundheitssport" feiert im kommenden Jahr ein Jubiläum. Genau vor zehn Jahren, 1998, wurde der erste Kurs von der Deutsche Akademie des Pferdes angeboten. Seither haben rund 400 Trainer diese Zusatzausbildung absolviert. Auch 2008 gibt es wieder mehrere Termine, bei denen Ausbilder sich in Richtung Gesundheitssport fortbilden können. Mit der Zusatzqualifikation "Ausbilder im Reiten als Gesundheitssport" hat der Pferdesport bereits vor zehn Jahren die im gesamten Sport erkennbare Entwicklung aufgegriffen, dass immer mehr Menschen Sport treiben, um etwas für Fitness und Gesundheit zu tun. Ein Motiv, das sich bei vielen Reitern mit ihrer Liebe zum Pferdesport verbindet. Im gesundheitlich ausgerichteten Reitunterricht und Reitsport liegt aus Sicht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) ein großes Zukunftspotenzial für Ausbilder, Vereine und Betriebe. Bei den Kursen "Ausbilder im Reiten als Gesundheitssport" erfahren Trainer, wie sie den Reitunterricht mit Ausrichtung auf Gesundheitsförderung, Erhaltung und Steigerung der allgemeinen Leistungsfähigkeit und unter Berücksichtigung gesundheitlicher Beeinträchtigung der Reitschüler gestalten können und wie gesundheitsfördernde Wirkungsmechanismen des Reitsports aktiviert werden wie zum Beispiel bei der präventiven Rückenschule. Die Ausbildung zum "Ausbilder im Reiten als Gesundheitssport" erfolgt in Kooperation mit der Verwaltungsberufs-Genossenschaft und setzt sich aus zwei Teilen zusammen: einem fünftägigen Lehrgang in einer Fachschule für Reiten und einem siebentägigen Lehrgang bei der VBG, die für diesen Teil auch die Übernachtungs-, Verpflegungs- und Reisekosten der Teilnehmer übernimmt. So verbleiben beim Lehrgangsteilnehmer nur die Kosten für den Lehrgangsteil in der jeweiligen Fachschule sowie die Kosten für die Prüfungs- und Lizenzgebühr in Höhe von 250 Euro. Nach bestandener Prüfung erhalten die Teilnehmer die Lizenz des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) als Übungsleiter/in Sport in der Prävention. Interessierte Ausbilder (Trainer C, B, A Reiten) können innerhalb des ersten und innerhalb des zweiten Halbjahres zwischen folgenden Terminen für den Fachschul- und den VBG-Teil wählen: 1. Halbjahr 2008 Teil 1 16./17. Februar und 14./16. März im Hessischen Landgestüt in Dillenburg 18./22. März im Haupt- und Landgestüt Marbach 29. März/3. April in der Landeslehrstätte in Vechta Teil 2 21./27. Juni in der VBG in Storkau-Stendal 5./11. Juli in der VBG in Gevelinghausen 2. Halbjahr 2008 Teil 1 7./12. April im Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp in Blekendorf 25./29. April beim Bayerischen Reit- u. Fahrverband e.V. in München 4./10. Juni in der Westfälischen Reit- und Fahrschule in Münster 9./10. August und 5./7. September im Hessischen Landgestüt in Dillenburg Teil 2 25./31. Oktober in der VBG in Storkau-Stendal 8./14. November in der VBG in Gevelinghausen Informationen und Anmeldeunterlagen gibt es bei der Deutschen Akademie des Pferdes, Freiherr-von-Langen-Str. 13, 48231 Warendorf, Tel. 02581/6362-240 oder 621, E-Mail › uroesler@fn-dokr.de oder › khoberg@fn-dokr.de . Bo |