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Hufpflege und Hufkorrektur

Schon in meiner Jugendzeit habe ich bei diversen Schulpferden feststellen müssen, dass diese in den ersten Stunden oder sogar Tagen nach einem neuen Beschlag seltsam klamm gingen. Damals hielt ich dies für etwas ganz Normales, heute weiß ich, dass der Hufschmied in solchen Fällen nicht unbedingt optimal gearbeitet hat.

Wie ich in späteren Jahren selbst gesehen habe, gibt es zwar zahlreiche Hufschmiede, doch einen wirklich guten zu finden, ist oft gar nicht so einfach. Mir allerdings war dieses Glück zum richtigen Zeitpunkt vergönnt, und ich profitierte enorm von dieser Bekanntschaft.

Dieser Mann gab mir sozusagen den letzten Schliff und lehrte mich all die Feinheiten, die ich in den Fachbüchern – welche ich reihenweise verschlang – nicht gefunden hatte. (Er vertrat übrigens genau wie ich die Meinung, dass mit der richtigen Pflege alle Pferde ohne Hufeisen geritten werden könnten.)

Somit hatte ich nun das Wissen und schon bald auch die nötige Übung, um die Hufe meiner eigenen Pferde fachgerecht und vor allem präzise zu bearbeiten. Zwischenzeitlich half ich immer wieder auch anderen Reitern bei diversen Hufkorrekturen und brachte auch einigen von ihnen die richtigen Techniken bei.

Leider fehlt manchen Menschen das unbedingt erforderliche Augenmaß, um Hufe in eine absolut korrekte Form zu bringen. Solchen Pferdebesitzern würde ich raten, nur kleinere ‚Ausbesserungsarbeiten’ mit der Feile selbst zu übernehmen und die Hauptarbeit einem professionellen Hufschmied zu überlassen.

Um Hufe gesund und schön zu erhalten, sind eine individuell angepasste Pflege und laufende Korrekturen erforderlich, die ich hier auf dieser Seite in nächster Zeit näher beschreiben werde.

Allerdings habe ich in diesem Bereich nur Erfahrung mit unbeschlagenen Hufen. Deshalb werden Sie in meinen Artikeln keine Informationen zum Thema ‚Beschlag’ finden. Ich habe zwar schon die verschiedensten normalen und orthopädischen Beschläge gesehen und durfte auch schon die verschiedenen Beschlagstechniken hautnah mitverfolgen, aber da ich trotzdem kein echtes Interesse dafür entwickeln konnte, will ich diesbezüglich auch keine Ratschläge erteilen.

Ich hoffe, Sie haben dafür Verständnis und senden mir nur Fragen bzw. Erfahrungsberichte an meine E-mail-Adresse (  PANTERARANCH@a1.net), die sich auf den unbeschlagenen Huf beziehen.


Hufpflegetipps für den Winter


Natürlich dürfen wir bei der Pflege auch die Hufe nicht außer Acht lassen, welche vielen Reitern im Winter Sorgen bereiten, da vor allem beschlagene Pferde immer wieder mit Schnee und Eis zu kämpfen haben.

Mein Tipp dazu: Weg mit den Eisen!

Bei richtig bearbeiteten unbeschlagenen Hufen ist die Gefahr des Wegrutschens stark gemildert, und auch der Schnee ballt sich bei weitem nicht so wie unter Hufeisen zusammen bzw. fällt bei jeder schnelleren Bewegung leichter wieder ab.

Schnee stellt übrigens das beste Hufpflegemittel an sich dar, sodass Sie getrost auf Huffett und Hufteer oder dergleichen verzichten können, solange Ihr Pferd die Möglichkeit hat, sich täglich für längere Zeit in dieser weißen Pracht zu tummeln.

Sollte der Winter nur trocken und kalt sein, und somit dem Pferd nur hart gefrorener, oft holpriger Boden beim täglichen Auslauf zur Verfügung stehen, müssen Sie die Hufe in kurzen Zeitabständen regelmäßig auf ausgebrochene Hornstellen kontrollieren, um den Hufrand gegebenenfalls sofort mit der Hufraspel zu berunden, damit ein weiteres Einreißen des Hornes verhindert wird.

Für gesunde Hufe stellt aber auch dies kein Problem dar. Im Normalfall werden bei langsamer Gewöhnung auch eher weiche Hufe unter diesen Bedingungen in kürzester Zeit steinhart und damit unverwüstlich.

Allerdings können Sie nicht erwarten, dass ehemals beschlagene Hufe sofort nach der Eisenabnahme auch auf härtesten Böden voll einsatzbereit sind.
Durch Bestreichen der Hufsohle mit Hufteer kann diese zwar ein wenig widerstandsfähiger gemacht werden, aber für die Produktion von wirklich strapazierfähigem Hufhorn braucht das Pferd schon einige Wochen Anpassungszeit.

Vom Einfetten der Hufe würde ich in der kalten Jahreszeit gänzlich abraten, da durch die im Öl bzw. Fett enthaltene Flüssigkeit die Hufe sozusagen ‚auffrieren’ und damit Risse bekommen können.

Wenn der Winter eher mit Matsch als mit Schnee aufwartet, kann dies bei zu Fäulnis neigenden Hufen ein regelmäßiges Einstreichen der Hufsohle und vor allem des Hufstrahles mit Hufteer erforderlich machen.

Tiere mit eher harten Hufen, wie z.B. die meisten arabischen Pferde, brauchen aber auch bei diesen Bodenverhältnissen nur sehr selten irgendwelche Zusatzbehandlungen. Bei ihnen bewirkt die vermehrte Feuchtigkeit meist nur, dass die Hufe ein wenig weicher und damit geschmeidiger werden, ein übermäßiges Ausbröckeln des Hufhorns ist allerdings nicht zu befürchten.

Ich persönlich hatte schon mit sehr vielen verschiedenen Pferderassen zu tun, wobei mir aber bezüglich der Hufhornqualität nur Haflinger öfter unangenehm aufgefallen sind. Ich will damit keinesfalls einer ganzen Rasse ein schlechtes Zeugnis ausstellen, aber 80% der Haflinger, die ich kennen gelernt habe, hatten Probleme mit ihren Hufen.

Dies liegt generell sicher auch daran, dass diese Pferderasse von Natur aus sehr genügsam ist, und aus Unwissenheit meist chronisch überfüttert wird. Zu viel Eiweiß und Getreidestärke bewirken aber eine Auflockerung der Hornstruktur, sodass viele Haflinger unter Strahlfäule und bröckligem Hufhorn leiden und somit sowohl matschigen als auch harten Boden nicht gut vertragen.

Für diese Tiere gilt auch im Winter, dass möglichst nur rohfaserreiches Heu und fast kein Kraftfutter (schon gar nicht Mash, welches eine wahre Eiweißbombe darstellt!) gefüttert werden sollte. Eine wöchentlich 1-2malige Vitamin- und Mineralstoffzufütterung ist ausreichend und für diese leider meist sehr gefräßigen Tiere allemal besser als eine unkontrollierte Salzaufnahme über einen Leckstein (denn auch hier zeigen sie sich oft unersättlich, was letztendlich durch Überforderung der Nieren sogar zu starken Wassereinlagerungen im Körper führen kann!).

Der restliche Hunger kann dann mit ebenfalls portioniertem Futterstroh (auch zu viel Stroh macht dick!) gestillt werden. Auch wenn manche Exemplare unter diesen Umständen mit diversen Bettelmanövern unser Mitleid erregen, können Sie mir gerne glauben, dass diese Fütterung der Gesundheit eines Haflingers nur zuträglich ist, während Völlerei gerade bei dieser Rasse nur Probleme schafft.

 
 


Ich erbringe meine Leistungen ohne Honorarforderung. Spenden sind jedoch willkommen und sollten mit einem entsprechenden Hinweis auf das unten angegebene Konto eingezahlt werden. Beachten Sie auch  Danksagungen.

Heidi Keppel

Keppel Heidelinde
Bawag P.S.K.  60000
Kontonummer  72562521
IBAN AT 886000000072562521
BIC OPSKATWW





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