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Angebot für Kalenderwoche 08-15


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Eine antike Kutsche:

Reisewagen

KÜHNLE-Kutschen - Angebot der Woche
Informationen und Neuigkeiten aus dem Hause Kühnle





In dieser Woche möchten wir Ihnen einen Reisewagen vorstellen. Was ist ein Reisewagen? Die "Oeconomischen Encyclopädie" von » Johann Georg Krünitz, erschienen 1773 - 1858, stellt den Reisewagen als neues Modell der Kutschenfabrikation vor:

Reisewagen, ein jeder Wagen, er sey von welcher Art er wolle, der zur Reise gebraucht wird. Im engern Verstande aber ein solcher Wagen, der besonders mit aller Bequemlichkeit zu einer weiten Reise erbauet ist. Denn es kommt bey einem solchen Wagen darauf an, daß er nicht nur so leicht wie möglich, und doch dauerhaft, sondern auch mit allen zur Reise nöthigen Bequemlichkeiten versehen ist.

Man hat vielerley bequeme Reisewagen ausgedacht, dergleichen sind z. B. die russischen Schlafwagen. Diese aber sind schwer, und erfordern in tiefen Wegen viele Pferde. Wenn man Kosten sparen, auf allen Wegen gut fortkommen, und doch ziemliche Bequemlichkeit haben will, so sind unter allen Arten von Reisewagen die am vorzüglichsten dazu, die unter dem Nahmen von Wiener Wagen bekannt sind, und vermuthlich davon den Nahmen haben, daß sie in Wien zuerst verfertiget worden. Jetzt mächt man sie in Berlin und an andern Orten auch sehr gut. Das Wesentliche an solchem Wagen ist, daß das Gestelle nicht durch zwey Bäume, sondern nur durch einen Baum, zusammengehalten wird, den man das Langholz nennt. Dieses Langhalz wird aus einem jungen gesunden Birkenbaume gemacht, und mit starken eisernen Schienen beschlagen. Es hält weit besser, als die gewöhnlichen zwey Bäume, und bey dem Umwerfen in den schlimmsten Wegen wird solcher nicht so leicht zerbrechen. [...]

» Reisewagen

© 2008  
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Man kann aus diesem Zitat schon entnehmen, daß das Reisen in dieser Zeit unbequem und gefährlich war.

Selbstverständlich sind die Kaufleute schon seit Tausenden von Jahren unterwegs gewesen; das neuzeitliche Postwesen, zunächst eingerichtet ausschließlich zur Beförderung hoheitlicher Nachrichten, übernahm bald auch die bürgerlichen Mitteilungen, dazu Stückgut und die Personenbeförderung.

Ermöglicht wurde das System durch Poststationen, wo die Pferde gewechselt werden konnten. Selbst Privatpersonen konnten diesen Dienst in Anspruch nehmen und an der Poststation die Pferde wechseln, wenn sie statt der Postkutsche lieber ihren eigenen Reisewagen benutzen wollten.

Im 19. Jahrhundert sind so beispielsweise die Virtuosen » Niccolò Paganini und » Franz Liszt mit ihren Reisewagen in Europa unterwegs gewesen.

Einn Menschenleben früher benutzte » Napoléon Bonaparte, gern als Reiter dargestellt, einen bequemen Reisewagen. Und etwa 50 Jahre vor Napoleon, zur Zeit der Publikation der Oeconomischen Encyclopädie, bereiste » Giacomo Casanova, der berühmte Frauenheld, ganz Europa, und zwar im eigenen Reisewagen.

Durch Casanovas Memoiren, deren Originaltext erst 1962 vollständig veröffentlicht war, wissen wir viel über die Kosten, die Modelle und das Straßensystem im damaligen Europa.

Diese Informationen zusammen mit Untersuchungen über die Entwicklungen in Kutschenbau und die gebräuchlichen Kutschenmodelle in Europa und Nordamerika hat Pablo Günther 1995 zusammengetragen und in einem hochinteressanten e-Handbuch zur Verfügung gestellt (dort auch ein Gemälde mit Napoleon und seinem vierspännigen Reisewagen):

D I E C A S A N O VA T O U R .

EIN e-HANDBUCH FÜR
DEN GEBRAUCH DES PRIVATEN REISEWAGENS IM EUROPA
UND IM AMERIKA DES 18. JAHRHUNDERTS.

» Casanova Tour

Einer seiner Vorfahren war Posthalter der Thurn und Taxis'schen Reichspost und traf Casanova vermutlich im Dezember 1783. In seinem Vorwort schreibt Pablo Günther:

Das Zeitalter des Automobils ist von dem des von Pferden gezogenen Reisewagens durch die große Zeit der Eisenbahn getrennt. Zwischen 1860 und 1910 war dieses geniale, wenn auch öffentliche, Transportmittel für Fernreisen ohne Konkurrenz; nur einige schwerreiche Snobs reisten weiterhin von Poststation zu Poststation, Umwege in Kauf nehmend, in ihren eigenen Englischen Coupés.

In Deutschland begann erst in den fünfziger Jahren der Gebrauch des Autos nachhaltig zuzunehmen. Deswegen, nach hundert Jahren Reisen mit der Eisenbahn, haben wir das frühere Privatwagenfahren vergessen. Wir denken höchstens noch an die "romantische" (öffentliche...) Postkutsche des 19. Jahrhunderts, und an den Postillon, der "hoch auf dem gelben Wagen" fröhlich sein Horn bläst - aber das ist eine ganz andere Sache.

Tatsächlich ist die Freude am Fahren im eigenen Wagen, und an der Freiheit und Mobilität, die er uns gibt, keineswegs ein Lebensgefühl, das nur uns heutigen Autofahrern vorbehalten ist. Die Zeit, als es beginnen konnte, kam, als die Kutsche - nach zweihundert Jahren - technisch verbessert und in die Lage versetzt wurde, die Städte zu verlassen und weite Entfernungen auf dem gleichzeitig erweiterten Netz von Poststraßen zurückzulegen.

Der erste mir bekannte Mensch, der im großen Stil von dieser neuen Art zu reisen ausführlichst Gebrauch machte, ist Giacomo Casanova. Das bedeutet, daß der Abenteurer aus Venedig und weltbekannte Liebhaber getrost auch als der Ahnherr von uns Autofahrern bezeichnet werden kann.

Wie Millionen von Menschen genieße ich es, mit meinem Wagen zu fahren. Der jetzige ist mein siebzehnter - Casanova hatte neunzehn. Indem ich ihn fahrbereit vor meinem Haus stehen weiß, teile ich mit Casanova auch auf diesem Gebiet ein angenehmes Gefühl.

» a.a.O.

So stehen wir ganz in dieser Tradition und es darf nicht wundern, daß auch heutige Automobile noch als Reisewagen bezeichnet werden, verreist doch die ganze Familie zuweilen mit diesem Fahrzeug und Sack und Pack und mit viel mehr Komfort als früher die Kaiser und Könige.

Der Reisewagen, den wir in dieser Woche vorstellen, gibt ein gutes Bild von der Technik, die gerade mal wenig mehr als 100 Jahre alt ist. Wer eine Sammlung aufbauen möchte, ist eher an einem unrestaurierten Fahrzeug interessiert, das entsprechend dem damaligen Stand der Technik wieder hergerichtet werden kann. Dieses Modell enthält noch die ursprüngliche Inneneinrichtung, das Originalverdeck, die Ausstattung des Auslieferungszustandes. Leider ist nicht bekannt, für wen diese Kutsche hergestellt wurde.

Reisewagen Zweispänner

Hochwertige Originalpolsterung

Historischer großer Reisewagen im sehr guten fahrbereiten
Zustand. Ein sehr aufwendig gebautes Modell im Original-
zustand. Hochwertige antike Kutsche für Museen, Sammlungen
oder auch Filmaufnahmen geeignet.






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mehr: » Reisewagen





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Gustav und Paul Kühnle Kühnle Kutschenmanufaktur GmbH & Co. KG
Gründelweg 66 72221 Haiterbach-Beihingen
E-Mail   Gustav und Paul Kühnle » http://kuehnle.de
Tel. +49(0)170-730 7949 Fax +49(0)74 56 / 804

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