Angebot für Kalenderwoche 06-07
| O. Ellsworth, Tivoli NY · Body Break Eine Kutsche, die in keiner Sammlung fehlen sollte KÜHNLE-Kutschen - Angebot der Woche Informationen und Neuigkeiten aus dem Hause Kühnle | | |
| |  | | | Tivoli NY, New York NY und Boston MA |  |  |  |
| Über den Kutschenbauer des Modells der letzten Woche, › Chauncey Thomas, Boston, sind wir gut informiert. Ganz anders sieht es aus mit dem Hersteller des » Body Break, den wir Ihnen in dieser Woche vorstellen wollen. Die » Carriage Museum Library, genannt Carriage Museum of America (CMA - obwohl keine einzige Kutsche zu besichtigen ist), beherbergt etwa 1200 Bücher und Kataloge zum Thema Kutschen und Zubehör.
Dort findet sich auch der Aufsatz » A FEW LEADING CARRIAGE CENTERS, "Einige führende Kutschenzentren", aus der Fachzeitschrift "Hub", der wir den Großteil der Informationen zu Chauncey Thomas verdanken, aber auch in diesem Aufsatz vom Oktober 1897 wird O. Ellsworth aus Tivoli NY leider nicht erwähnt.
Das ist aber kein Wunder, gab es doch zu der Zeit, als diese Kutsche gebaut wurde, Ende des 19. Jahrhunderts, etwa 7000 Kutschenbauer (» Frequently Asked Questions). Selbstverständlich kann das CMA beziehungsweise die Zeitschrift "Hub" nicht über alle Kutschenbauer so ausführlich Auskunft geben wie über Chauncey Thomas. Die Liste » PENNSYLVANIA CARRIAGE AND WAGON MAKERS AND DEALERS, ursprünglich 1898 im American Carriage Directory veröffentlicht, enthält sage und schreibe über 5400 Einträge von Herstellern, Zulieferern, Reparaturwerkstätten und Händlern allein im Staate Pennsylvania! Diese Zahl verdeutlicht, welche Bedeutung die Kutsche zur damaligen Zeit hatte.
Die erste Frage unter den häufig gestellten Fragen ist die: "Wer hat mein Fahrzeug gebaut?" Diese Frage kann man in der Regel nur dann beantworten, wenn sich an der Kutsche Hinweise befinden, etwa auf den Radkappen oder an den Achsen. Solche Kennzeichen können aber auch lediglich auf den Achsenhersteller verweisen, der seinerseits viele verschiedene Hersteller beliefert hat. Ein solches spezialisiertes Unternehmen ist die » BPW, die 1898 als Bergische Patentachsenfabrik GmbH in Wiehl, 50 Kilometer östlich von Köln, gegründet worden ist und heute als BPW Bergische Achsen Kommanditgesellschaft firmiert. Wenn Sie einen LKW sehen, ist dort vermutlich eine Achse von BPW eingebaut - jährlich werden mehr als eine Viertel Million Achsen im Bergischen Land hergestellt, insgesamt mehr als 11 Millionen. Weltweit beschäftigt die BPW heute etwa 4500 Mitarbeiter.
Die BPW ist damit eines der seltenen Beispiele eines Herstellers aus dem Umkreis der blühenden Kutschen Industrie des 19. Jahrhunderts, dem der Übergang in die Zukunft und damit in die Automobiltechnik gelungen ist. Die BPW ist verständlicherweise sehr traditionsbewußt und unterhält seit 1952 ein Werksmuseum, das sich der 5500-jährigen Entwicklungs- und Fertigungsgeschichte des Wagens widmet (» Unser Werksmuseum "Achse, Rad und Wagen", Eintritt frei, geöffnet samstags 14:30 bis 17:30 und wochentags kostenlose Gruppenführungen nach Vereinbarung). Außerdem gibt das Museum eine Fachzeitschrift heraus.
Bei unserer Body Break sind wir in einer glücklichen Lage. Immerhin wissen wir in Bezug auf unser Schätzchen ganz genau, wer der Erbauer ist: O. Ellsworth aus Tivoli NY. Tivoli NY? Wo liegt das denn? Im Zeitalter des Internet läßt sich diese Frage sehr schnell beantworten. Tivoli liegt ziemlich genau nördlich von New York am Hudson River und ziemlich genau auf der gleichen Höhe wie Boston. Es handelt sich also um eine kleine Stadt, und diese Stadt wird einen Kutschenbauer beherbergt haben, vielleicht sogar mehrere. Auch die bereits erwähnten Kutschenbauer Chauncey Thomas und Brewster hatten sich zunächst in kleineren Städten niedergelassen.
Es war also nicht irgendwer, der diese Kutsche gebaut hat, sondern jemand, der sie gewissermaßen signierte. Das CMA gibt in der erwähnten Frage- und Antwort-Liste auch Hinweise für Sammler, wie sie in solchen Fällen weitere Informationen sammeln können (Frage Nr. 2). Hinsichtlich der Frage, was eine Kutsche wert ist, wird auf das Auktionshaus » Martin Auctioneers in New Holland, PA verwiesen, unseren Generalimporteur in Nordamerika (Frage Nr. 3). Auf einer der Auktionen Paul Martins hat Gustav Kühnle dieses Schmuckstück erworben.
Paul Martin ist natürlich die Autorität und Anlaufstelle in den USA. Dort ist mit Sicherheit auch die Sammlung » Seabrook Coaching Stable unter den Hammer gekommen. Am 27. April 2002 wurden 39 Kutschen "completely dispersed", also in alle Winde vertrieben. Das ist Leben und Werden von Sammlungen: Der Sammler sammelt leidenschaftlich und irgendwann trennt er sich davon, freiwillig oder unfreiwillig, und die Sammlung wandert geschlossen in ein Museum oder wird wieder vollständig aufgelöst, wobei die einzelnen Stücke Bestandteile anderer Sammlungen werden und in anderem Zusammenhang völlig anders wirken können.
Das abgebildete Prunkstück der Sammlung ist natürlich eine » Park Drag; eine solche Park Drag haben wir zur Zeit ebenfalls im Angebot: › Angebot der Woche 06-02. Natürlich hatte Seabrook auch einen » George IV or Park Phaeton (siehe Angebot › George IV Phaeton) und einen Schlitten (» Four-passenger Bob Sleigh - siehe Angebot › Zweispänner-Schlitten für 6 Personen). Über diese Sammlung ist übrigens auch ein Buch erschienen, herausgegeben von » The Carriage Association of America, einem Verein, der erst 1960 gegründet worden ist und Erstaunliches bewirkt hat. Die Wertschätzung von Kutschen und die entsprechende Aktivität bis hin zur Errichtung von Museen scheint in Amerika wesentlich entwickelter zu sein als in Europa. Das mag damit zusammenhängen, daß die größten Kutschensammlungen auf dem alten Kontinent dem Adel gehörte, der 1918 entmachtet wurde und dessen Belange durch die Zeitumstände vermutlich weniger geschätzt wurden. Es scheint an der Zeit zu sein, auf diesem Gebiet aufzuholen.
John Seabrook hat die Kutschen nicht um das Sammelns willen gesammelt, sondern weil er damit fahren wollte: » About John M. Seabrook and This Auction. Als er sich im Frühjahr 2001 entschloß, das Fahren aufzugeben, wollte er nicht, daß die Kutschen Staub ansetzen, und entschloß sich deshalb zur Auktion. Das Buch entstand ursprünglich aus der Notwendigkeit, einen Katalog für die Auktion zu erstellen. Als Fotograf wählte er einen Freund, der seine Kutschen und ihre Geschichte und ihren Gebrauch aus eigenem Erleben kannte, und der schrieb dann all sein Wissen auf, woraus sich infolgedessen mehr als ein Katalog ergab. Dieses Buch soll vor allen Dingen die Freude wiedergeben, die diese Kutschen ein Leben lang bereitet haben (» Half a Century of Coaching by Tom Ryder, › bestellen).
Unter den 39 Kutschen dieser Sammlung befand sich auch ein » Body Break, hier auch als Wagonette bezeichnet. Die Herkunft des Namens ist kein Geheimnis. Zum Einfahren (breaking in) von Zwei-oder Vierspännern setzte man in England seit Ende des 18. Jahrhunderts Breaks ein, die heute genauer als "Skeleton Break" bezeichnet werden, weil sie im Grunde nur aus dem Fahrgestell und einem Bock bestanden. Indem man auf dieses Skelett einen Wagenkasten (Body) setzte, entstand der Body Break (seit etwa 1840), meist in der Form einer Wagonette mit Sitzbänken parallel zur Fahrtrichtung. Später hat man dann eine zweite Sitzbank hinzugefügt, die meistens entfernt werden kann. Ein solches Modell nannte man dann "built-up breaks", also aufgerüstet.
Mit anderen Worten: Ein Body Break gehört in jede Sammlung und ist zum Fahren und Einfahren vorzüglich geeignet. Eine weitere Body Break zeigt die Carriage Association of America von » Brewster & Company, New York, aus dem Jahre 1891. Die Body Break aus der Sammlung Seabrook wurde 1954 direkt vom Erstbesitzer Colonel Jay Coogan aus Gladstone, New Jersey, erworben, für den diese Kutsche etwa 1910 gebaut worden ist. Ein Einzelstück, gewissermaßen. Vielleicht bekommt man über unsere Body Break auch noch Genaueres heraus. Über viele Stücke der Sammlung Seabrook war allerdings ebenfalls nichts Näheres bekannt.
| Gebrauchtmodell 0211 · O. Ellsworth, Tivoli NY · Body Break
Lackierung: Aufbau schwarz und mittelblau, Fahrgestell und Räder: mittelgelb, Linien schwarz, Stoffpolsterung beige
Historisches Break im neu restaurierten Bestzustand, ein sehr seltenes Modell für Sammler und Liebhaber antiker Kutschen, hergestellt um 1890. Ausstattung mit Vierspänner-Zubehör und Klapptreppe. Spur 165 cm, Rad-Durchmesser 96/130 cm Sitzhöhe über Bockkeil 225 cm Sitzhöhe auf Beifahrerseite 215 cm Sitzbank vorne 115 cm breit 2. abnehmbare Sitzbank 140 cm breit Längs-Rücksitze mit steckbaren Rücklehnen 185 cm Sitzplätze für 10 bzw. 12 Personen, Gesamtlänge 375 cm, Gesamtbreite 190 cm, Gesamthöhe 245 cm Preis incl. 16% Mwst.
EUR 34.800 » Monatsrate nur 575,66 | | |
Kühnle Kutschen gefertigt entsprechend den FN-Richtlinien
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