Mitte April erhalten wir von der Sea Air Minshall Bescheid, welche einen Beamten der Agriculture Canada damit beauftragt hat, unsere zukünftige Farm als Quarantäne-Station abzunehmen. Wir wollen uns so den teuren Aufenthalt der Pferde in einem offiziellen Quarantänestall ersparen.
Dazu können wir uns so selber um die Pferde kümmern und die bevorstehende Geburt von Balajkas Fohlen überwachen. Sea Air Minshall hat gute Nachrichten. Da wir in unserer neuen Heimat keine direkten Nachbarn haben und es vor allem auch keine Pferde in unmittelbarer Nähe gibt, werden die Bedingungen für unsere Farm auf ein Minimum reduziert.
Separate Boxenabteile müssen erstellt werden, so dass jedes Pferd seine eigene Unterkunft hat. Da es im Stall bereits drei hochwertige Boxen des Vorbesitzers gibt, sind nur wenige Abänderungen erforderlich.
Die Farm ist zu diesem Zeitpunkt unbewohnt und wir entscheiden uns, die Pferde für die ersten Tage in einer amtlichen Quarantänestation unterzubringen, um in der Zwischenzeit die nötigen Veränderungen am Stall selber vornehmen zu können.
Ende April werden wir telefonisch benachrichtigt, dass unsere permanente Aufenthaltsbewilligung unterwegs ist. Ein Problem weniger, wir sind grenzenlos erleichert.
Anfangs Mai beladen wir den Frachtcontainer mit unseren Habseligkeiten. Möbel, Teppiche, Kücheneinrichtung, Kleider, Lampen, jede Menge Kinderspielzeug, unsere gut eingerichtete Werkstatt, das ganze Stallinventar, alles, was nicht niet- und nagelfest ist, wird verpackt. Zurück bleiben Luftmatrazen, geborgtes Geschirr, ein Fernsehapparat und einige Pflanzen.
Die Pferde haben sämtliche Untersuchungen hinter sich. Der Amtstierarzt hat die Identifikation eines jeden Pferdes aufgenommen und beglaubigt. Sämtliche Testreihen sind gemacht und mit negativem Befund.
Von Sea Air Minshall in Kanada erfahren wir unterdessen, dass die Behörden wegen Balajka Druck machen. Sie muss unbedingt noch vor Ende Mai über die Grenze, ansonsten können wir uns enorme Probleme einhandeln.
Das heisst, die Probleme haben mein Mann Jürg und mein Vater, welche die Pferde auf ihrer Reise begleiten und betreuen werden. Gemeinsam mit unseren zwei Kindern werde ich fürs Erste noch in der Schweiz bleiben. Zuviele Arbeiten fallen jetzt noch an. Versicherungen, die gekündigt werden müssen, Behördengänge erledigen und nicht zuletzt das Haus verkaufen, welches die Grundlage für unsere Existenz in Kanada sein wird.
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