Bei den Zäumungen habe ich zwei Varianten gesehen: Das Jungpferd wird zunächst gebißlos geritten, ein Lederriemen wird unterhalb der Zunge des Pferdes in Höhe der Zahnlücke um den Unterkiefer geschnürt. An dem Lederband befinden sich zwei Metallringe, an denen die Zügel befestigt sind. Weiß das Pferd, was von ihm verlangt wird, erhält es die traditionelle Kandare, die über die Kinnkette auf die Kinngrube, auf den Laden, durch eine eingebrachte Rolle auf die Zunge und über den Port auf den Gaumen einwirkt. Die Shanks (patas bzw. Hebel) sind sehr kurz. Dadurch wirkt die Kandare ausgesprochen direkt. Es gibt sie aus Eisen, aber auch aus Edelstahl. Viele Gauchos fertigen sich fast die komplette Ausrüstung selber an. Das Rodeo der Gauchos ist die "jineteada". Hier gibt es spektakuläre "Machospiele". Der Gaucho profiliert sich über ein wildes Pferd, das er zu bändigen weiß. Ein Pferd, welches beim Aufsitzen etwa lammfromm stehenbleibt, ist hier nicht gewünscht. Mit einem Satz schwingt sich der Gaucho auf das wild tänzelnde Pferd. Das habe ich selbst bei über 50jährigen Männern bewundern können - erst recht bei halbwüchsigen Bengels. Es ist schon beeindruckend, zumal die Männer dort eher klein von Wuchs sind. Ich war dort mit meinen 1,95 Metern ein wahrhaftiger Riese. Hätte ich versucht, auf eines der Pferde zu springen, hätten sich die Zuschauer vermutlich totgelacht, daß ich bei meiner Körperlänge nicht auf das Pferd gekommen wäre. So habe ich mir das Üben für zuhause aufbewahrt!
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