| | | Tufi, unsere vornehme Hundebegleitung |  |  |  |
| | | | Tigris, unser Findelkind im Sattel |  |  |  |
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Im Juli 2001 verlassen wir, frisch verheiratet, die sächsische Heimat. Mit dem Bus geht es an den Gardasee; von da ab "per pedes" - so weit die Füße tragen. Wir pilgern durch das Land der Pizza und Pasta. Doch oft sind wir allein, und der noble Doggenwelpe, das originelle Geburtstagsgeschenk meines Mannes, ist deshalb eine willkommene Reisebegleitung. Wir nennen die junge Hündin Tufi - so wie der Weinberg, von dessen Besitzer er sie gekauft hat. Schnell stellt die Dogge unseren Reiseverlauf um; wir müssen die täglichen 30 km reduzieren und uns dem Tempo unseres neuen Familiemitglieds anpassen. Kleine Ledersöckchen beweisen sich als Retter in der Not für Tufis Pfötchen auf dem heißen Asphalt. Später durch den Süden Frankreichs wandernd, folgen wir den Spuren des Jakobsweges bis nach Galizien in Spanien. Da Tufi in den Pilgerherbergen nicht immer beliebt ist und es viele, ja sehr viele Schnarcher gibt, kaufen wir ein Zelt. Ein kleines Häuschen für unsere kleine Familie. Weiter geht es bis an die Algarve, wo wir nach 18 Monaten Wanderung in Albufeira zurück in das "normale" Leben finden. Als Tourismusassistenten arbeiten wir in unserer Branche vor Ort, wie schon so oft, veröffentlichen Fotos über unser Nomadenleben mitten im modernen Europa und füllen so unsere Reisekasse wieder einmal auf. Ein Jahr verweilen wir im Süden Portugals und verarbeiten das Erlebte. 8000 km ohne die Hilfe jeglicher Transportmittel liegen hinter uns; und unsere noble Tufi, inzwischen stolze 60 kg schwer, ruht sich von der langen Reise aus. Wir kaufen zwei Hengste oder vielmehr: Wir retten sie aus ihren miserablen Stallungen. Mit viel Geduld, Liebe, aber auch der nötigen Strenge, machen wir Jeannot und Maurice reisetauglich; denn trotz Sonne und Urlaubsambiente hegen wir bereits neue Abenteuerpläne. Kurz vor Saisonende findet Tufi im Garten unseres Mietshäuschens ein winziges Kätzchen, das niemandem gehört und keiner haben will. Tigris, wie wir unser neues Familienmitglied nennen, ist vielleicht gerade drei Wochen alt und würde ohne unsere Hilfe wohl nicht überleben. Mit einer Pipette stillen wir mehrmals täglich ihren Hunger. Aber was tun mit diesem kleinen Schmusetiger? Wir grübeln den ganzen Abend, während die kleine Katze auf dem riesigen Hund selig schlummert. Als wir am nächsten Tag von Arbeit kommen, trauen wir unseren Augen kaum: Tigris hat sich einen neuen Schlafplatz gesucht - den Pferdesattel. Lachend blicken wir uns an und sind froh, dass auch unser jüngstes Familienmitglied reisetauglich ist. Auf geht's! Im November 2004 satteln wir, übergeben den Schlüssel des Mietshauses und sind wieder einmal frei. Nur unsere Katzendame fühlt sich etwas unwohl, bewegt sich doch plötzlich der lieb gewonnene Sattel, auf dem sie seit Tagen träumte. Aber der gleichmäßig wiegende Schritt des Schimmels Maurice lässt sie bald schläfrig werden. Mit viel zu viel Gepäck bahnen wir uns den Weg durch das Hinterland der Algarve. Doch kurz darauf reisen wir nur noch mit dem Minimalsten: 20 kg pro Pferd - inklusive Sattel (und Katze!). Zwei Schlafsäcke, Wechselkleidung für jede Wetterlage, einer prall gefüllten Hygienetasche, Putzzeug für die Vierbeiner und natürlich jeder Menge Futter für Tigris bzw. Tufi. Unser Gartentiger wird von Tag zu Tag sattelfester. Stolz sitzt Tigris auf ihrem Hengst; das rote Geschirr, das sie zur Sicherheit trägt, stört sie nicht mehr. Tagsüber sitzt sie geduldig im Sattel. Wenn Tigris dann nach fünf Stunden reiten doch mal für kleine Katzen muss, meldet sie sich einfach mit einem Miau... Pascal lässt sie dann jeweils an der Leine vom Pferd herunter, sie geht ihren Bedürfnissen nach und wird schließlich wieder auf den Sattel gehoben.
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