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| | | | Abbsubj läßt sich nach 20 min berühren |  |  |  |
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Die beiden letzten Ausgaben kreisten um die Frage, inwieweit die auf der › DVD HJN-Reiten dargestellten Methoden » Hans-Jürgen Neuhausers erlernbar sind oder ob seine Erfolge auch auf Charaktereigenschaften schließen lassen, die durch ein einfaches Training, intensive Kurse oder umfassende DVDs nicht zu beeinflussen wären.
Wenn dem so wäre, könnten beispielsweise Leute wie der in diesen beiden Artikeln erwähnte Pferdeflüsterer von Neuhauser nichts lernen. Wer Pferde wie ein Tyrann dominieren muss, kann bestimmt bei vielen Pferden viel erreichen, bei manchen aber wird er sich die Zähne ausbeißen, wie bei den beiden Hengsten aus dem arabischen Luxusgestüt in » Schardscha, das in seiner Not schließlich den unbekannten bayerischen Pferdeflüsterer zu Hilfe rufen musste.
Die Frage, inwieweit wir von Neuhauser lernen können, seine auf der DVD dokumentierten und unbestreitbaren Erfolge also von uns nachvollzogen werden können, muss aber vielleicht noch etwas ausgeweitet werden. Denn möglicherweise ist es uns noch aus ganz anderen Gründen unmöglich, ihm zu folgen: Nicht nur, weil unser Charakter ungeeignet ist und wir von von vornherein darauf bestehen müssen, Pferde zu knechten, pardon: zu dominieren - vielleicht können wir seine Methoden auch aus anderen Gründen gar nicht annehmen.
Um das zu erörtern und verständlich zu machen, muss ich leider noch einmal etwas ausholen und die Problematik rund um die Pferdeflüsterer und unser aller Lernmöglichkeiten in einem größeren Zusammenhang darstellen; dann wird uns vermutlich deutlich, dass das Problem größer sein könnte als gedacht.
Neuhauser ist ein Quereinsteiger, ein Neuling in der Pferdeszene, ein Autodidakt. Er hat erst im Erwachsenenalter Kontakt zu Pferden bekommen und will uns nun erzählen, wie man mit Pferden wirklich umzugehen hat. Ist das nicht skandalös? Müssen sich nicht alle diejenigen, die in der Pferdekultur von Kindesbeinen an zuhause sind, die fast eine Million organisierter FN-Mitglieder und erwerbsmäßigen Pferdemenschen vor den Kopf gestoßen fühlen?
Da kommt ein blutiger Amateur daher und will den Profis erzählen, wie es geht. Das ist doch unerhört! Geradezu unverschämt! Man kann die Empörung der Fachleute über all diese neunmalklugen Pferdeflüsterer durchaus nachvollziehen. Da hat man sich sein Leben lang bemüht, die überlieferten Schätze der besten Pferdeexperten, nein: Reitmeister aller Jahrhunderte zu verstehen und sich anzueignen, hat viel Schweiß und Tränen, Energie und Zeit investiert, und nun soll das alles nichts wert sein?
Wenn das richtig wäre, dann könnte ja jeder, der sich ein Pferd anschafft und mit diesem Pferd einigermaßen zurechtkommt, mit demselben Anspruch die Welt belehren wollen, wie man mit Pferden umzugehen habe. Und ist es nicht so, werden wir nicht von selbsternannten Pferdeflüsterern aller Orten überschwemmt?
Weiß nicht jeder von diesen genau, was ein Pferd ist und wie man mit ihm umzugehen hat? Erheben nicht viele von diesen den Vorwurf, alle anderen würden es falsch machen? Werden nicht insbesondere die bewährten Methoden, auf die sich jahrhundertelang die fortschrittlichsten und schlagkräftig Armeen verlassen haben, die seitdem kontinuierlich weiterentwickelt wurden und heute weltweit höchst erfolgreich im Sport eingesetzt werden, ungerechtfertigt, möglicherweise sogar böswillig verunglimpft? Sind die bitteren Klagen der Traditionalisten nicht vollkommen verständlich und sogar uneingeschränkt berechtigt?
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