Meine Lösung wäre: Überprüfen der Körpersprache des Führenden! Überprüfen der inneren Einstellung des Führenden! - gelassen, ruhig, bestimmt. Überprüfen der Haltungsbedingungen: Hat das Pferd genug Bewegung, so dass es körperlich und psychisch überhaupt in der Lage ist kontrolliert zu gehen? Überprüfen der Ausbildung von Mensch und Pferd: Hat das Pferd jemals gelernt, in der Nähe des Führenden zu gehen und dabei auf den Führenden zu achten? Erreichen kann man das durch kreative Bodenarbeit, z.B. mit Stangen, Slalom, Volten, Wendungen, uvm. Dabei muss immer auch der Mensch lernen, achtsam zu sein, sich seiner Körpersprache bewusst zu werden, die Signale des Pferdes wahrzunehmen und richtig zu deuten, sowie entschlossen zu handeln. In der aktuellen Ausgabe der XX raten Sie, bei einem Pferd, welches beim Putzen nach dem Menschen schnappt, einen Stock in die Hand zu nehmen, damit sich das Pferd daran stößt. Dazu kann ich nur verständnislos und traurig mit dem Kopf schütteln. Meine Lösungsansätze wären: Überprüfen der Haltungsbedingungen: Von einem Pferd, das evtl. stundenlang in der Box steht oder gelangweilt auf einem Paddock und sich dann auf Unternehmungen freut, kann nicht erwartet werden, dass es ruhig am Putzplatz steht. Das Pferd sollte vorher die Möglichkeit haben, sich zu bewegen, z.B. durch Koppelgang mit Artgenossen oder durch Bodenarbeit mit dem Menschen, danach kann das Pferd gebürstet und für das Reiten fertig gemacht werden. Überprüfen der Gesundheit des Pferdes: Hat es evtl. Schmerzen, z.B. durch Verspannungen im Rückenbereich? Ist das Pferd vielleicht kitzelig und möchte auf andere Art und Weise gebürstet werden? TTouches sind eine Möglichkeit Berührungen für das Pferd angenehm zu gestalten - damit habe ich persönlich sehr gute Erfahrungen mit verschiedenen Pferden gemacht. Überprüfen der Ausrüstung: Hat das Pferd evtl. Angst vor dem Satteln, weil der Sattel nicht passt oder ähnliches? Bürsten und Satteln ist für Pferde eine sehr intime Sache. Normalerweise betreiben Pferde nur mit Freunden gegenseitige Fellpflege. Der Mensch sollte das beachten und auf die Vorlieben des Pferdes eingehen. Dann macht er sich sein Pferd zum Freund. Pferde sind sehr harmoniebedürftig, wohl ein Grund warum trotz miserabler Zustände in Sachen Pferdeumgang und Grundwissen in vielen Reitbetrieben/Trainerställen/Pferdepensionen usw. so wenige Unfälle passieren. Wir Menschen sollten uns an der Friedlichkeit und Kooperationsbereitschaft von Pferden viel öfter ein Beispiel nehmen. Sie bemerken: wir Beide -Sie und ich- haben gänzlich andere Ansichten was den Umgang mit Pferden angeht! Ich suche mit Bedacht und Tiefgang nach Ursache und Lösung mit Respekt und Achtung vor dem Partner Pferd, Sie suchen nach einer Möglichkeit das Verhalten des Pferdes zu stoppen zum Vorteil des Menschen ohne Rücksicht auf den Grund des Verhaltens des Pferdes und demnach ohne Rücksicht auf die Würde, die Meinung und den körperlichen, sowie geistig-seelischen Zustand des Pferdes. Sie versuchen, das Pferd zu unterdrücken und gehorsam zu machen, ich dagegen versuche das Pferd zu ermutigen sich imposanter zu zeigen, selbstsicherer zu werden und in mir einen würdigen Partner zu sehen. Sie als Trainer haben eine große Verantwortung gegenüber Pferden. Sie sollten sich dieser Verantwortung bewusst sein und bedachter handeln. Ihre Tipps und Tricks sind pferdeunwürdig, fahrlässig und verantwortungslos.
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