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Bericht Zu den Themen  Kommunikation,  Tierschutz · Intention
Inhaltsverzeichnis Ausgabe 506.08 der Pferdezeitung vom 07.12.08
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Auf der Koppel. Lea ist während ich sie bürste frei, sie könnte jederzeit auf die Graskoppel gehen. Lea bleibt freiwillig bei mir, weil sie die gemeinsame Zeit mit mir genießt. Genauso wie ich es genieße, dass Lea aus freien Stücken mir so nah ist und mir ihre volle Aufmerksamkeit schenkt. · © 2008
 
» Auf der Koppel.
Lea ist während ich sie bürste frei, sie könnte jederzeit auf die Graskoppel gehen. Lea bleibt freiwillig bei mir, weil sie die gemeinsame Zeit mit mir genießt. Genauso wie ich es genieße, dass Lea aus freien Stücken mir so nah ist und mir ihre volle Aufmerksamkeit schenkt.
Lea und Smokey frei am Putzplatz. Nur das freie Pferd hat die Möglichkeit, ohne Einschränkung mit seinem Körper zu kommunizieren. Meine Pferde haben das "Recht auf ihren Körper". · © 2008
 
» Lea und Smokey frei am Putzplatz.
Nur das freie Pferd hat die Möglichkeit, ohne Einschränkung mit seinem Körper zu kommunizieren. Meine Pferde haben das "Recht auf ihren Körper".
Begrüßung auf Pferdeart.  Nicht einfach dem Pferd ins Gesicht fassen, sondern erst einmal "Hallo" sagen und sich gegenseitig vorstellen. · © 2008
 
» Begrüßung auf Pferdeart.
Nicht einfach dem Pferd ins Gesicht fassen, sondern erst einmal "Hallo" sagen und sich gegenseitig vorstellen.
Während der Therapie bekommt Lea regelmäßig eine Spritze. Wie immer steht Lea völlig frei. Alleine meine positiven Gedanken bringen Lea dazu still zu halten. Es ist zu sehen, dass Lea die Sache nicht gerade angenehm ist, doch auf Grund meiner Gedanken: "Lea, das ist gut für Dich, das hilft Dir, auch wenns kurz unangenehm ist." bleibt Lea stehen, sie vertraut mir. Ich handle immer im Sinne des Pferdes, die Pferde spüren das. · © 2008
 
» Während der Therapie bekommt Lea regelmäßig eine Spritze. Wie immer steht Lea völlig frei. Alleine meine positiven Gedanken bringen Lea dazu still zu halten. Es ist zu sehen, dass Lea die Sache nicht gerade angenehm ist, doch auf Grund meiner Gedanken: "Lea, das ist gut für Dich, das hilft Dir, auch wenns kurz unangenehm ist." bleibt Lea stehen, sie vertraut mir. Ich handle immer im Sinne des Pferdes, die Pferde spüren das.
Das Pferd weichen lassen / Rückwärtsrichten als Dominanzmittel / den Raum des Pferdes einnehmen

Das "Ausweichen" und "Raum geben" traf ich durchaus in natürlichen Pferdeherden an, aber ausschließlich in Kommunikation - der Wille, der hinter dem Handeln steht, ist für Pferde entscheidend. Die Pferde machen einer wirklichen Führungspersönlichkeit deshalb gerne und freiwillig Platz, weil sie wissen, das Leittier - was immer es auch gerade vorhat - handelt in ihrem Sinne, im Sinne der Gemeinschaft.

Wenn ich ein Pferd weichen lasse, weil ich mich z.B. bedrängt fühle oder einfach vorbei muss, hat das eine ganz andere Qualität als wenn jemand ein Pferd weichen lässt, weil dieser durch "Raum einnehmen" der Boss sein will. Pferde spüren die Absicht hinter dem Tun!

Die bewusst angewendete Methode des erzieherischen Weichens und Raum Einnehmens zielt auf eine psychische Unterwerfung bzw. Rangherabsetzung des Pferdes ab.

Wer Raum hat, hat Macht, und wer den Weg eines anderen bestimmen kann, hat die Macht über diesen. "Raum" ist seit Menschengedenken ein Zeichen von Macht, egal ob das nun Kriege um Territorien sind oder im Kleineren das große Chefbüro im Gegensatz zu den kleinen Schreibtischen der Angestellten (nur als Beispiel).

Jedes Individuum beansprucht einen "privaten Bereich" um sich herum, dieser wird auch als "Intimbereich", "Privatsphäre", "Energiemantel" oder "Aura" bezeichnet. Jedes unerwünschte Eindringen in unseren Privatbereich löst Abwehrreaktionen (Kämpfen oder Ausweichen) aus.

Im Allgemeinen empfinden wir Leute, die sich ohne "Erlaubnis" oder "Einladung" in unseren Privatbereich wagen, als unhöflich und aufdringlich. Jeder Mensch kennt auch unausweichliche Situationen, z.B. im Aufzug, im Gedränge, in der Warteschlange. Wann immer wir in die Lage kommen, dass uns ein unwillkommener Eindringling unvermeidlich die "Privatsphäre" stört, stellt sich ein ungutes Gefühl ein, wir wollen Ausweichen, fühlen uns bedrängt und unwohl.

Wenn wir auf die Art des Bedrängens und der Überheblichkeit ein Pferd weichen lassen, vermitteln wir ihm genau so ein Gefühl des Unwohlseins, das Pferd weicht auf Grund unseres aufdringlichen, unhöflichen Verhaltens. Indem wir auch noch den Raum des Pferdes einnehmen und seinen Weg bestimmen, verweisen wir das Pferd auf die niedrigere "Stufe". Ich möchte meinem Pferd nicht das Gefühl von Unwohlsein und Flucht-suchen vermitteln. Sie?

Wie bereits oben beschrieben, spüren Pferde den Willen hinter der offensichtlichen Handlung. Es hat also eine ganz andere Qualität, wenn ich das Pferd um "Raum" bitte, weil ich mich bedrängt fühle oder hier entlang gehen möchte. Unter solchen Voraussetzungen machen Pferde gerne ihrem Menschen Platz (vorausgesetzt die Pferde wurden nicht gegen jegliches Denken und körpersprachliches "Flüstern" abgestumpft).

Wenn ich ein Pferd ohne jegliche Machtansprüche um "Platz" bitte, fühlt sich das Pferd weder bedrängt noch erniedrigt. Ich möchte mein Pferd nicht zum Verlierer machen.

Den persönlichen Bereich des Pferdes missachten

Wie im vorgehenden Text beschrieben, umgibt uns alle ein persönlicher Privatbereich, in dem wir nur "Eingeladene" mit Wohlgefühl begrüßen.

Nun stellen manche Trainer die These auf, ein Pferd müsse sich vom Menschen an allen Körperstellen berühren lassen und hätte somit keinen Anspruch auf die Wahrung und Verteidigung seines Privatbereiches.

Gehört denn den Pferden nicht mal mehr der eigene Körper? Ich möchte doch auch nicht, dass mich irgendjemand unaufgefordert antatscht, massiert, streichelt oder bürstet – um es buchstäblich auszudrücken. Meine Pferde haben ein Recht auf ihren Körper, ich bitte höflich um Erlaubnis, in den Privatbereich des Pferdes kommen zu dürfen.

Bei einer guten Mensch-Pferd-Beziehung genießt das Pferd die Annäherung seines Menschen, genau so wie wir die Annäherung (z.B. Umarmung, Körperkontakt) eines lieben Menschen begrüßen. Nur so achte ich die Rechte des Pferdes – man kann dies durchaus als höflich bezeichnen. Lehnt das Pferd die Annäherung ab, sollte das der Mensch akzeptieren, alles andere ist "Vergewaltigung" im Kleinen.






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