Über gewisse Führpositionen psychischen Druck ausüben
Es gibt drei verschiedene Führpositionen: vor, neben, oder hinter dem Pferd (grob gesagt, natürlich variiert das in vielen Nuancen).
Verschiedene Trainer bilden die Pferdemenschen dahingehend aus, das Pferd nicht überholen zu lassen. Dies ist eine wirksame Methode das Pferd zu kontrollieren, dem Pferd wird jede Möglichkeit von Selbstständigkeit und Eigenverantwortung entzogen.
In diversen Situationen scheint mir die "Kontrolle" auf Grund gewisser Führpositionen angebracht, wiederum nur mit der richtigen inneren Einstellung: ich gehe voraus, weil ich mich in der uns umgebenden Menschenwelt besser auskenne und sicher weiß, wo es lang geht.
Ansonsten bevorzuge ich ein Pferd, das mitdenkt und weitgehend selbstständig handelt, dazu sollte der Mensch nicht "im Weg" stehen oder voraus laufen. Miteinander laufen, auf gleicher Ebene stärkt den Zusammenhalt der Partnerschaft – dies beobachte ich auch sehr oft bei Pferdeherden.
In einer vertrauens- und respektvollen Mensch-Pferd-Beziehung achtet das Pferd auf seinen Menschen, egal in welcher Führposition sich dieser befindet. Grundsätzlich ist es – meiner Meinung nach - angebracht, das Pferd so zu führen, dass das Pferd möglichst in seiner Selbstständigkeit nicht eingeschränkt wird, aber auch für keinen Beteiligten gefährliche Situationen entstehen können.
Das Pferd zum Untergebenen machen durch gewaltsame Druckmittel und Willensdruck
Der Bereich "gewaltsame Druckmittel" lässt sich ins unendliche Dehnen. Bereits ein Halfter mit Seil kann schon zum gewaltsamen Druckmittel werden. Es kommt immer darauf an, wie und wofür man ein "Hilfsmittel" verwendet. Ich lehne jedes mechanische Druckmittel zum Funktionieren-bringen oder Gefügig-machen des Pferdes strikt ab.
Außerdem spare ich damit Geld, ich benötige weder ein Kommunikationshalfter noch einen Karottenstecken noch eine Dualgasse noch sonst irgendwelchen Schnick-schnack. Pferde kommunizieren über Gedanken und Körpersprache, mein Körper mitsamt meiner inneren Einstellung reicht vollkommen aus, um mich dem Pferd mitzuteilen.
Wie stark die Kraft unseres Geistes ist, habe ich an anderer Stelle schon mehrfach erwähnt. Natürlich kann diese Kraft positiv wie negativ eingesetzt werden.
Ein Beispiel: in meiner ehemaligen Firma hatte jeder "Angst" vor dem Abteilungsleiter. Er war ein übellauniger Mensch, der alle Menschen unterwerfen wollte. Seine bloße Anwesenheit löste bei mir und meinen Kollegen Unbehaglichkeit aus.
So ein Mensch ist keine Führungspersönlichkeit, sondern ein egoistischer Einschüchterer. Eine Führungspersönlichkeit handelt immer im Sinne seiner Gruppe. Genauso lässt sich das auch auf Pferde übertragen.
Ich kenne Menschen, die haben eine solch negative, unterdrückende, starre, angespannte Geisteshaltung, dass deren Anwesenheit auf Mensch und Tier unbehaglich und einschüchternd wirkt. So möchte ich keinem meiner Mitmenschen und auch keinem anderen Lebewesen gegenüber treten. Eine überhebliche Geisteshaltung blockiert von vorne herein jegliche Partnerschaft oder gemeinsame Zielfindung.
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