| | | Einhängen der Longe durch Ring und ... |  |  |  |
| | | | ... Trensenzaum mit einer Lederschnalle |  |  |  |
| | | | | | Sichern der Steigbügel ... |  |  |  |
| | Ehe Du Dein Pferd losbindest und abmarschierst, ziehe den Gurt vorsichtig noch mal etwas nach, hänge eine Longe, die mit einer starken, mindestens 20 cm langen Lederschnalle statt eines Karabinerhakens versehen sein sollte, (falls nicht schon in die Longe zusätzlich eingearbeitet, hilft der Schuster!) so ein, dass sie durch den Trensenring und um den gleichseitigen Halftersteg oberhalb des Trensengebisses führt. Bei einem Hannoverschen Halfter kannst Du die Lederschlaufe auch durch Trensenring und Kinnriemen führen. Diese Art, das junge Pferd zunächst an der Longe zu führen, ist bis zu einem gewissen Grad ein Ersatz für einen Kappzaum, den Du wahrscheinlich nicht hast. Du vermeidest, dass das Pferd bei einem eventuellen Wegstürmen oder nach außen Drängen in der Maulspalte gerissen oder geklemmt wird oder gar das Trensenmundstück durch das Maul gezogen wird. Später, wenn das Pferd an der Longe schon ein ‚alter Hase' ist, genügt dann auch der ‚schnelle' Karabinerhaken.
Führe Dein Pferd außerhalb des Stallgeländes nicht mit dem Strick, schon gar nicht mit Panikhaken. Es ist mir einmal passiert, dass mein Pferd vor einer größeren Gruppe vonRadfahrern mit bunten Kappen scheute, mich rücklings in einen Graben warf, über mich weg sprang und mich, auf dem Rücken liegend, im Galopp etwa 100 Meter weit über ein Feld schleifte. Es kostete mich unglaubliche Kraft, die man nur in Extremsituation finden kann, das Pferd mit der Longe zu halten, aber ich wusste, dass es geradewegs auf eine Fernstraße zuraste. Resultat: Kopfverletzungen, zerrissene Jacke und Hose - es war eines meiner schlimmsten Erlebnisse mit einem Pferd.
Aber was wäre geschehen, wenn das Pferd an einem Strick mit Panikhaken gehangen hätte? Ich mag es mir nicht ausdenken.
Für den kurzen Weg vom Stall zum Reitplatz (und auch für alle Wege, auf denen Du Dein Pferd außerhalb des Stallgeländes führst) nimm zur Sicherheit statt eines kurzen Führstricks also eine Longe. Gehe in Schulterhöhe neben Deinem Pferd.
Wenn ihr beiden am Reitplatz heil angekommen seid, ist dann auch Deine Fitness gefragt, denn Du musst zunächst neben ihm hergehen oder -traben. Trainiere also nicht nur den Körper Deines Pferdes, sondern auch Deinen. Und für die spätere Arbeit im Sattel bleibe - vor allem in den Hüften - geschmeidig und beweglich in Knie- und Fußgelenk. Reiten besteht für Reiter und Pferd aus einer Folge von gemeinsamen Schwingungen, wenn Dein Körper nicht ebenso elastisch ist, wie Du Dir das vom Körper Deines Pferdes wünschst, dann nützt Dir die beste Theorie, das beste Wissen rund um die Reitkunst nichts.
Schau noch mal nach, ob der Sattel so fest sitzt, dass er Deiner Stute nicht bei eventuellen Eskapaden unter den Bauch rutscht. Und dann bringe ihr als erste Erziehungsmaßnahme das gehorsame Gehen, Halten und das ruhige Stehen bei, es ist eine Vorbereitung auf die gleichen Forderungen an sie, wenn Du später im Sattel sitzt.
Bei der nun beginnenden Ausbildung Deiner Stute bist Du weitgehend auf Dich allein gestellt. Du hast einen Reitplatz zur Verfügung, aber nur selten die Möglichkeit, Dein Pferd in einer Halle zu bewegen. Du wirst aber hin und wieder ‚Ratgeber' haben, die Dich zu allen möglichen Methoden, Hilfszügeln und Gebissen überreden wollen, mit denen Dir die Ausbildung sozusagen in den Schoß fallen soll. Mein dringlicher Rat:
Lass sie reden, aber folge ihren Ratschlägen nicht, bleibe bei der ehrlichen und fairen Ausbildung, die Du Deinem Pferd (und Deinem Gewissen) schuldig bist. Verlasse Dich nur auf e i n Hilfsmittel: auf Dein Wissen und Können.
Teil 2 nächste Woche
Fotos und Zeichnungen
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