Die Nez Percé Indianer schlagen seit 1995 zurück - sie berufen sich auf » Meriwether Lewis und wollen das ursprüngliche Nez Perce-Pferd, das Lewis so begeistert hatte und das in jedem Land der Welt eine gute Figur machen würde, wieder zum Leben erwecken (» Nez Perce Horse). Dazu setzen sie auf die heute vorhandenen Appaloosas und » Achal Tekkiner.
| Der Achal Tekkiner ist die dritte Vollblutrasse der Welt, die durch Isolation auf die Wüstenoasen und dem wasserarmen Wüstenklima auf extreme Härte ausgerichtet war. Sie nahm vermutlich nicht nur Einfluss auf Araber, sondern auch auf Türkische, Ägyptische, Indische und Chinesische Pferde und trägt ihren Namen aufgrund des Hauptzuchtgebietes, der Oase Achal, 20 km von Asabaidchan (Turkmenien) und dem dort lebenden Stamm der Tekk (Turkmenen). Aber auch Parther und in Baktrien züchtete man Achal Tekkiner. Er ist eine der Wüste hervorragend angepasste Pferderasse, deren Ursprung ebenso im Dunkeln liegt wie ihre Vergangenheit. » Achal Tekkiner | | |
Die » Alpha Omega Ranch nennt diese Kreuzung konsequenterweise "AkHaloosa", eine Mischung aus den Namen der beiden Ausgangsrassen, während offiziell vom "Nez Percé Horse" oder "Nez Perce Horse" die Rede ist (» Nez Perce Horse Registry). Es geht auch darum, das nationale Selbstbewußtsein wiederzuerlangen, das die Indianer seit den Kriegen verloren hatten. Ende des 20. Jahrhunderts begannen sie zu kämpfen und sich auf ihre eigene Tradition zu besinnen.
In gewisser Weise dient das züchterische Programm auch als Arbeitsbeschaffung, denn die Arbeitslosigkeit in der Reservation beträgt bis zu 70%:
| "Wir waren früher Pferdeleute, wir haben Rindvieh gezogen und unser eigenes Land bearbeitet. Diese Pferde werden uns helfen, unsere alten Gewohnheiten wiederzuerlangen." [...]
"Wir wollen ein Pferd, das die Leute an uns erinnert."
"Mein Urgroßvater wurde "Mann der Pferde" genannt", sagte Horace Axtell, ein Häuptling. "Wenn er einen Kreis um die Pferde abschritt, verließen sie diesen Kreis nicht." » Nez Perce Launch Horse Breeding Program, Übersetzung durch den Autor | | |
Jedes Jahr sollen 20 junge Nez Percé als Pferdeleute ausgebildet werden und Pferde betreuen, aufziehen und reiten. Die meisten von ihnen haben noch nie etwas mit Pferden zu tun gehabt. Inzwischen helfen sie sogar beim Rindertreiben und führen Touristen auf Reittouren.
Außerdem ist ein Programm eingerichtet worden, um Kindern, die Schwierigkeiten in der Schule haben, über den Umgang mit den Pferden zu helfen. Der ganze Lernstoff wird an den Pferden entwickelt. Der Autor des Artikels meint, daß der Stolz des Stammes über diese neue Entwicklung geradezu greifbar ist.
Dieses Programm ist Teil eines Unterfangens, die Indianer-Reservationen im ganzen Land durch kulturell angemessene Maßnahmen zu entwickeln. Das Pferdeprogramm hat bisher eine halbe Million Dollar gekostet und wurde durch das United States Department of Health and Human Services, den Stamm der Nez Percé und durch die Non-Profit-Organisation First Nations Development Institute finanziert (First Nations = Ureinwohner).
Wann werden die ersten Nez Percé-Pferde nach Deutschland kommen? Bestimmt finden sich hierzulande auch Freunde der Indianer und ihrer neuesten Errungenschaft. Die Achal Tekkiner sind hierzulande schon vertreten, wenn auch nur als Exoten; immerhin sind diese als Vollblüter anerkannt und sogar Ahnen der modernen europäischen Rassen:
| Achal Tekkiner wurden häufig zur Veredlung von europäischen Rassen eingesetzt, speziell Turkmain Atti ist hier häufig in den Pedigrees vertreten und hat alleine in der ostpreußischen Warmblutzucht 17 Deckhengste hinterlassen. Über Beyerly Turk, vermutlich ein Turkmene oder Muniqiu-Araber, der als einer von drei - manche Berichte erwähnen vier - Stempelhengsten zur Begründung der Rasse des englischen Vollblutes beigetragen hat, ist eine Verwandtschaft zur modernen Vollblutzucht begründet. In der Trakehner-Zucht Neustadt/Dosse wurde ein Achal-Tekkiner erfolgreich als Veredler eingesetzt. » Achal Tekkiner | | |
Nez Percé-Pferde sind nun wirklich Indianer-Pferde, und wer die kauft, tut ein gutes Werk, ganz unabhängig von der Frage, ob es nun Sport- oder Freizeitpferde sind.
Quellen / Verweise
Fotos
wie angegeben
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