Die Appaloosas sind heute eine Farbzucht. Erwünscht sind Pferde mit ganz eigentümlichen Abzeichen, die sich in dieser Form anderswo nicht finden. Im Jahre 1938 wurde der » Appaloosa Horse Club gegründet (abgekürzt ApHC), zwei Jahre vor der Gründung der » American Quarter Horse Association (AQHA). Der ApHC macht sich für diese Pferde stark und kontrolliert das weitere Zuchtgeschehen.
Anlaß für die Gründung war der Artikel "The Appaloosa, or Palouse Horse" von Francis Haines im Magazin "Western Horseman" aus dem Januar 1937, der erste einer Serie über die inzwischen fast vergessenen Pferde der » Nez Percé-Indianer am » Palouse » River, der im ganzen Lande großes Aufsehen erregte und die Notwendigkeit einer gezielten Rettungsaktion deutlich machte.
Im Jahr darauf gründete der langjährige Appaloosa-Züchter Claude Thompson aus Moro in » Oregon mit Hilfe einiger Freunde den ApHC. 1937 übergab er die Unterlagen an seinen Nachfolger George Hatley, der in » Moscow in » Idaho wohnte und die Geschicke des Clubs für die nächsten 31 Jahre bis zu seiner "Pensionierung" im Jahre 1978 führte (» History of the ApHC). Thompson übergab die Papiere seinerzeit in einem Schuhkarton. Es gab nämlich nur 100 Züchter und 200 Pferde.
Aus diesen bescheidenen Anfängen ist ein großer und mächtiger Verband geworden, der viermal in größere Gebäude umziehen mußte, bis das jetzige Verwaltungszentrum im Jahre 1974 gebaut wurde. Damals gab es bereits 300.000 registrierte Appaloosas. Eine unglaubliche Erfolgsgeschichte! Die Appaloosas hatten sich zur drittstärksten Pferdepopulation nach den Quarter Horses und den Pintos entwickelt. Zur Zeit gibt es über 670.000 registrierte Appaloosas (» Appaloosa). Unter diesen Umständen sollte man also annehmen, daß der Appaloosa allgemeine Wertschätzung genießt. Das ist aber offenbar nicht der Fall, wie das Zitat aus dem neuesten Buch von Mark Rashid beweist.
Und auch in Deutschland haben es die Appaloosa-Züchter schwer. Die Pferde sollen die typische Zeichnung und die Eigenschaften von Quarter Horses haben und die entsprechenden sportlichen Erfolge vorweisen. Noch aber dominieren die Quarter Horses den Sport. Und auch mit der Zeichnung läuft es nicht immer wie gewünscht.
Manche Appaloosas sind einfarbig und dadurch natürlich als Pferd nicht weniger gut, entsprechen jedoch nicht dem allgemeinen Zuchtziel der Farbzucht. Diese Pferde können durchaus ins Zuchtbuch eingetragen werden, wenn beide Elterntiere im Zuchtbuch eingetragen sind, erhalten jedoch einen diskriminierenden Zusatz (N) und dürfen normalerweise nicht an den entsprechenden Verbandsveranstaltungen teilnehmen, und wenn, dann nur gegen eine zusätzliche Gebühr. Manchmal entwickeln solche Pferde später durchaus die gewünschte Zeichnung und können dann eine normale Registrierung erhalten.
Auch das ist für die Appaloosas typisch: Die Zeichnung verändert sich im Laufe des Lebens. So wie man also bei einem Fohlen nie wissen kann, wie es aussehen wird, weiß man auch bei einem erwachsenen Pferd nicht, wie es sich im Laufe der Zeit verändern wird. Das ist aber die nicht unbedingt ungewöhnlich, denn man kennt es von Schimmeln, die so gut wie nie weiß geboren werden (die berühmten Weißgeborenen des Königshauses Hannover sind ausgestorben) und erst im Laufe ihres Lebens weiß werden, wobei manche viele Jahre dazu brauchen und sich praktisch ständig verändern.
Die Zuchtgeschichte ist recht spannend. Das Appaloosa-Museum führt viele historische Beispiele von Pferden an, die die einzigartige Zeichnung tragen, für die die Appaloosas berühmt sind. Das älteste Beispiel ist zweifellos die Höhlenzeichnung aus der französischen Höhle » Pech Merle, die vor etwa 20.000 Jahren entstanden ist und 1922 wiederentdeckt wurde. Diese Zeichnung widerlegt die Vermutung, daß die weiße Farbe bei Pferden eine Folge der Domestizierung ist. Die Farbphänomene, die bei Appaloosas oder Knabstruppern zu beobachten ist, sind also natürlichen Ursprungs (» The Knabstrupper).
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