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Bericht Zu den Themen Sodomie, Zoophilie · Gesamttext
Inhaltsverzeichnis Ausgabe 399.06 der Pferdezeitung vom 19.11.06
 Menü Hauptartikel 399
 Zoosadismus und Zoophilie 
 Sexueller Missbrauch  PorNO-Kampagne  Der Horseman
 Die Hochzeit  Leserresonanz
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  Magazin


Fräulein Ammer kost allhier
Mit Schnick, dem allerliebsten Tier. · Copyright wie angegeben
Fräulein Ammer kost allhier
Mit Schnick, dem allerliebsten Tier.
Sie füttert ihn, so viel er mag, 
Mit Zuckerbrot den ganzen Tag. · Copyright wie angegeben
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Und nachts liegt er sogar im Bett,
Da wird er freilich dick und fett. 
Wilhelm Busch, Die Strafe der Faulheit 
aus  Schoßhund,  Gutenberg Projekt · Copyright wie angegeben
Und nachts liegt er sogar im Bett,
Da wird er freilich dick und fett.
Wilhelm Busch, Die Strafe der Faulheit
aus » Schoßhund, » Gutenberg Projekt

    Zoosadismus und Zoophilie   
    Missbrauch, Gewalt, Tierschützer, Terroristen, Ripper und Liebhaber   
von Copyright wie angegeben  Gerd Hebrang

Teil 1:  Ich liebe mein Pferd


In der letzten Woche habe ich das Thema "Sex mit Tieren" auf eine etwas leichtere Art und Weise aufgegriffen. Nach der Lektüre des Buches  Verschwiegenes TierLeid ging es mir nämlich ziemlich schlecht, wie ich im  Editorial Tabu gestand. Ich hoffe, es ist mir gelungen, ein differenziertes Bild zu zeichnen und die Verbissenheit aus der Diskussion zu verbannen.

Andererseits scheint der Eindruck möglich zu sein, ich wolle verharmlosen (siehe  Leserbrief Sodomie). Dazu besteht kein Anlaß. Die Zoophilen betonen selbst, daß es so etwas wie Zoosadismus gibt, wovon sie sich jedoch ausdrücklich und vehement distanzieren.

Zoosadist, Zoosadismus:
Bezeichnet gewalttätige sexuelle Handlungen an Tieren. Zoosadisten verletzen das Tier oft schwer, meist tödlich um dadurch die sexuelle Befriedigung zu erlangen.

Die Verfasser hier im Usenet distanzieren sich von jeglicher Art an gewalttaetigen Handlungen gegenueber Tieren.

Zoophilie:
Der Begriff stammt aus dem Griechischen und heißt übersetzt "Tierliebe". Mit Zoophilie wird häufig alles bezeichnet, was früher in Bezug auf "Unzucht, Verkehr mit Tieren" unter "Sodomie" verstanden wurde.

Strenggenommen handelt es sich dabei jedoch um die sexuelle Neigung zum Tier, was alles vom einfachen Kuscheln bis hin zum vollzogenen Geschlechtsverkehr umfasst. Zoophile stellen häufig noch weitere Ansprüche an Dritte und an sich selbst, etwa Gewaltfreiheit oder offensichtliche Einvernehmlichkeit entsprechender Handlungen, und akzeptieren sie im Falle des Verfehlens solcher Maßstäbe nicht als zoophil.
» Die sexuelle Liebe zu Tieren

Die Betreiber der Seite » Verschwiegenes Tierleid gehen hingehen davon aus, daß jegliche sexuelle Handlung mit Tieren Gewalt beinhaltet:

Ist der sexuelle Missbrauch immer als ein Akt der Gewalt gegen das Tier anzusehen?

Ja, selbst dann, wenn keine körperlichen Schädigungen als Folge auftreten, auf direkte Gewalteinwirkung durch Fesselungen, Betäubungen usw. verzichtet wird oder das Tier die Handlungen duldet. Tiere können im rechtlichen Sinn sexuellen Handlungen nicht zustimmen. Doch es ist diese Zustimmungsfähigkeit zu sexuellen Handlungen, die als fester Bestandteil unseres Rechtssystems auch die Werturteile unserer westlichen Kultur markiert. Rechtens sind sexuelle Handlungen zwischen Menschen, nur dann, wenn alle Beteiligten fähig sind, ihre ZUSTIMMUNG informiert und bewußt zu geben. So schreitet der Gesetzgeber beispielsweise bei sexuellen Übergriffen auf Psychotherapiepatienten durch den behandelnden Therapeuten, bei Strafgefangenen durch das Dienstpersonal oder bei Minderjährigen strafverhängend ein. Ein Tier, auf das der Missbrauchende seine sexuellen Bedürfnisse richtet, kann die möglichen Folgen (z.B. Genitalinfektionen, Erosionen der Schleimhäute etc.), welche diese Handlungen haben können, geistig nicht abschätzen. Seine Unterlegenheit liefert es an den Missbrauchenden aus: es kann sich weder verbal äußern noch seine Interessen gerichtlich durchsetzen. In seiner abhängigen Position ist es vollständig auf die Deutungen seines non-verbalen Verhaltens durch den Menschen angewiesen. Die Ausbeutung dieser unterlegenen, abhängigen Position des Tieres macht den sexuellen Missbrauch zum Akt der Gewalt.
» VTL - FAQ Häufig gestellte Fragen

Liest man sich diesen Text aufmerksam durch, müssen einem Bedenken kommen. Die Mißbrauchsituation wird vorausgesetzt und alle Handlungen grundsätzlich als Gewalt definiert, weil Tiere mögliche gesundheitliche Folgen nicht abschätzen können - das riecht sehr nach herbeigezogenen Argumenten, weil man keine besseren hat. Selbstverständlich kann sich ein Tier nicht verbal äußern oder seine Interessen gerichtlich durchsetzen - das ist so trivial, daß man es nicht erwähnen muß.




Sexueller Missbrauch


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Normaler Mißbrauch · Copyright wie angegeben
Normaler Mißbrauch
Das Tier kann seine Interessen aber sehr wohl direkt mit eigenen Mitteln durchsetzen - ein Hund kann beißen, eine Katze kratzen, ein Pferd ausschlagen, um nur einige Möglichkeiten zu nennen, die jeder Tierfreund kennt. Insofern ist das Tier keineswegs vollständig vom Menschen abhängig, jedenfalls nicht abhängiger als ein Mensch von einem anderen Menschen.

Bekanntlich kann man seine Mitmenschen durch allerlei Mittel gefügig machen, unter anderem auch solchen, die auch gegenüber Tieren angewandt werden, etwa durch Drohungen, die auch lediglich Drohgebärden sein können, oder direkte Gewaltanwendung durch Strafen. Diese gelten im normalen Umgang mit Tieren sogar als mehr oder weniger normal (beim Pferd: Gebiß, Sporen, Peitsche, Verschnallungen), während sie unter Menschen (inzwischen) verboten sind. Eheleute dürfen sich nicht mehr gegenseitig züchtigen, Eltern die Kinder ebensowenig.

Die Ausbeutung der unterlegenen, abhängigen Position des Tieres für jeglichen Zweck würde diesen also nach der oben angeführten Logik automatisch zum Mißbrauch stempeln und als Akt der Gewalt gelten müssen. Das muß man sich aber ganz genau überlegen - die Konsequenzen dieses Ansatzes sind weitreichend.

Liebe Pferdefreunde, damit macht sich jeder, der irgend etwas mit seinen Pferden anstellt, was immer es sein mag, des Mißbrauchs schuldig und muß als Gewalttäter gelten, also auch Sie! Diese Argumentation wird in der FAQ noch einmal erhärtet:

Ist es auch dann sexueller Missbrauch, wenn das Tier sich nicht gegen die Handlungen wehrt?

Jede sexuelle Handlung eines Menschen mit oder an einem Tier, die er vollzieht, um sich selbst oder andere sexuell zu erregen, ist sexueller Missbrauch. Zum Beispiel kann die körperliche Gegenwehr des Tieres im Eigeninteresse des Menschen durch gezielte Manipulationen (z.B. schon im Welpenalter) unterdrückt werden. Duldungs- und Kooperationsverhalten können - selbst bei objektiv vorhandenen Schmerzempfindungen - erlernt werden. Dies wird durch tierärztliche Erfahrungen eindeutig belegt. Doch die alleinige Kontrolle über die Situation, das heißt, das WER, WANN, WIE und WO der Handlung liegt beim Missbrauchenden. Er hat die vollständige Entscheidungsgewalt. Denn er selbst wählt das zu missbrauchende Tier, er entscheidet allein über den Zeitpunkt des Missbrauchs, bestimmt den Ort, an dem er stattfindet und entscheidet über die Sexpraktiken, die er vollziehen will.
» VTL - FAQ Häufig gestellte Fragen

Wenn Sie das Wort "sexuell" in diesem Text gegen "normal" austauschen, wird die Absurdität der Argumente besonders deutlich:

Ist es auch dann normaler Missbrauch, wenn das Tier sich nicht gegen die Handlungen wehrt?

Jede normale Handlung eines Menschen mit oder an einem Tier, die er vollzieht, um sich selbst oder andere normal zu erregen, ist normaler Missbrauch. Zum Beispiel kann die körperliche Gegenwehr des Tieres im Eigeninteresse des Menschen durch gezielte Manipulationen (z.B. schon im Welpenalter) unterdrückt werden. Duldungs- und Kooperationsverhalten können - selbst bei objektiv vorhandenen Schmerzempfindungen - erlernt werden. Dies wird durch tierärztliche Erfahrungen eindeutig belegt. Doch die alleinige Kontrolle über die Situation, das heißt, das WER, WANN, WIE und WO der Handlung liegt beim Missbrauchenden. Er hat die vollständige Entscheidungsgewalt. Denn er selbst wählt das zu missbrauchende Tier, er entscheidet allein über den Zeitpunkt des Missbrauchs, bestimmt den Ort, an dem er stattfindet und entscheidet über die Normalpraktiken, die er vollziehen will.

Sie sehen, vom Standpunkt dieser Leute aus darf man mit Tieren gar nichts machen. Ob diese Tierfreunde mit ihren Tieren schmusen und kuscheln? Wenn ja: Wie rechtfertigen sie das? Bleiben sie dann eiskalt oder lassen sie sich durch diese Handlung erregen? Wenn nicht, warum tun sie das dann? Na also. Ob das nicht sexueller Mißbrauch ist? (Vorsicht: Ironie!)

Die Frage, ob das Tier sich gegen den menschlichen Übergriff wehrt oder womöglich gar nichts dagegen hat, die Zumutung vielleicht sogar genießt, wird ja gar nicht gestellt. Das ist unerheblich. Es zählt einzig die Absicht des Menschen.

Diese Art von Argumentation, die auf mich außerordentlich aggressiv und gewalttätig wirkt, kennt man auch aus der Pornographiediskussion, wo ebenfalls das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wurde.



PorNO-Kampagne


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Alice Schwarzer · Copyright wie angegeben
» Alice Schwarzer

In Schwarzers Gesetzesentwurf zur Pornografie heißt es:

"Die Definition geht davon aus, daß der zentrale Sinn der Pornografie die Propagierung und Realisierung von Frauenerniedrigung und Frauenverachtung ist."
» PorNO-Kampagne

Diese Definition scheint schon extrem eng und daneben zu sein, aber Alice Schwarzer setzt noch eins drauf:

"Pornographisch sind diejenigen Darstellungen zur sexuellen Anregung, die Frauen erniedrigen, sie in einer Ohnmachtsposition gegenüber Männern zeigen und zum Frauenhass oder gar Mord aufstacheln."
» PorNO-Kampagne

Aha. Verstehe ich sie richtig, daß alle diejenigen pornographischen Erzeugnisse, die nicht darauf angelegt sind, Frauen zu erniedrigen und sie in einer Ohnmachtsposition gegenüber Männern zu zeigen und zum Frauenhaß oder Mord aufzustacheln, gar nicht als Pornographie zu werten sind? Aber nein, sie meint das anders. Für sie hat Pornographie lediglich das im Sinn:

Schwarzer äußerte sich 1988 zu dem Grundgedanken ihrer Forderung :

Es geht bei der Pornografie ganz zentral um die Schaffung eines entwürdigenden Frauenbilds. Natürlich gibt es auch betroffene Männer, zum Beispiel in der Homosexuellen-Pornografie, wo die schwächeren Männer sozusagen zu Frauen degradiert werden.
Das Thema der PorNO-Kampagne wird regelmäßig wieder in der Öffentlichkeit diskutiert, angeführt von ihrer Initiatorin. Alice Schwarzer kritisiert insbesondere die Vermischung von Sexualität mit Gewalt, da sie "die Frauen und die Sexualität kaputt" mache. Sie lehnt daher sadomasochistische Praktiken generell ab und bestreitet deren Legitimität. Ihre bekannteste Aussage in diesem Zusammenhang wurde erstmals in EMMA Heft 2, 1991 veröffentlicht:

"Weiblicher Masochismus ist Kollaboration!"
» PorNO-Kampagne

Noch viel deutlicher wird eine amerikanische Autorin, zu deren Buch Schwarzer ein Vorwort geschrieben hat:

Terror strahlt aus vom Mann, Terror erleuchtet sein Wesen, Terror ist sein Lebenszweck.
aus: Andrea Dworkin, Pornographie. Männer beherrschen Frauen. Frankfurt a.M., Fischer Taschenbuch, 1990
» PorNO-Kampagne

So, meine Herren Leser, nun wissen Sie, wes Geistes Kind Sie sind. Und meine Damen, sofern Sie einen Mann an Ihrer Seite haben, wissen Sie jetzt endlich, was der wirklich im Schilde führt: Terror. Allerdings: Ich fürchte, daß diese Sichtweise doch etwas sehr verzerrt ist. Ganz so schlimm ist es denn doch nicht um die Männer und um die Menschen insgesamt bestellt. Ich persönlich kann mich darin jedenfalls gar nicht wiedererkennen.

Man kommt in der Sache offenbar nicht weiter, wenn man seine Blickweise verengt und ganze Bereiche der Realität ausblendet. Unstrittig dürfte sein, daß Angriffe gegen Leib und Leben sowohl beim Menschen als auch bei Tieren kriminell sind und in keiner Weise gerechtfertigt werden können. Trotzdem gibt es Fälle von Körperverletzung beim Menschen und beim Tier. Niemand würde nun den Schluß daraus ziehen, daß sexuelle Handlungen zwischen Menschen generell geächtet werden müssen, wenn sich unter den Straftaten solche befinden, die sexuell motiviert sein sollten. Das Leben ist doch etwas komplexer und differenzierter. Einzelne Missetaten können das Gesamtbild nicht trüben und sämtliche Handlungen diskreditieren.

Außerdem sind es nicht nur die Männer, die sich an Pferden vergehen.



Der Horseman


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Zu den Missetaten Tieren gegenüber gehören anscheinend auch Stellvertretertaten. Jemand möchte sich an einer anderen Person rächen, wählt aber statt dessen ein Tier. Die Rache mag durch sexuelle Frustration bedingt sein, ist es aber deshalb eine Sexualstraftat? Im übrigen: Wäre es besser, wenn der Täter die Person verletzen würde, die eigentlich gemeint ist?

In den letzten fünf Jahren hat die Polizei über 320 Angriffe auf Pferde vermeldet. Keineswegs waren immer perverse Lustmörder, Männer, die am weiblichen Pferd ihr Verhältnis zur Frau rächen, die Täter. Auch von einem dreizehnjährigen Mädchen wird berichtet, ein Hengstfohlen getötet zu haben. Eine Zwanzigjährige hat drei Pferde mit dem Skalpell, ein Vierzehnjähriger fünf Pferde mit einer Lanze verletzt. Alltagspsychologie greift zu kurz, wenn sie den Verbrecher typisieren möchte. Es kann Sadismus sein, sexuelle Perversion, gezielte Rache an Pferdebesitzern, politisch oder religiös motiviertes Ritual, reine Machtdemonstration einer Jugendgruppe oder etwas ganz anderes.
» Hinter den Schlagzeilen

Wie immer man diese Taten verstehen kann, sie haben nichts mit unserem Thema, nämlich "Sex mit Tieren" zu tun; allenfalls ist es Zoosadismus, nicht aber Zoophilie. Und nun wollen wir endlich einmal etwas von jemandem hören, der es mit Pferden treibt und es gut mit ihnen meint. Und da haben wir Glück. Es gibt nämlich einen Amerikaner, der die Geschichte seines Lebens und Leidens veröffentlicht hat.

George krault Pixie · Copyright wie angegeben
» George krault Pixie
George gibt Pixie zu trinken · Copyright wie angegeben
» George gibt Pixie zu trinken
Pixie in Höschen · Copyright wie angegeben
» Pixie in Höschen
Das Buch » The Horseman ist in den USA nur noch antiquarisch zu erhalten, zur Zeit zu Preisen zwischen 68 und 158 US-Dollar. Die erste Auflage der deutschen Übersetzung ist ebenfalls vergriffen; die zweite ist zu 25 EUR bei Amazon, Libri oder direkt vom Übersetzer zu haben, und zwar als Book-on-Demand, kann demzufolge nicht vom Markt verschwinden.

Der Horseman ist nicht das, was man hierzulande heutzutage darunter versteht. Er hat nichts mit Monty Roberts oder Pat Parelli im Sinn. Dieser Mann will sein Pferd nicht reiten oder sonst etwas damit anstellen, was Pferdeleute so mit ihren Pferden machen.. Trotzdem liebt er sein Pferd mehr als normale Pferdeleute. Er ist nämlich emotional und sexuell auf eine Weise mit seiner Stute verbunden wie andere Männer mit ihren Frauen. Konsequenterweise hat er sein Pferd geheiratet.

Bis es aber soweit war, hat er einiges leiden müssen. Das Buch des Mark Matthews, der das Leben eines gewissen James Falabella beschreibt, ist seine eigene Lebensgeschichte. Mark Matthews ist natürlich ein Pseudonym.

Der Pferde-Mann<br>(The Horseman)<br>übersetzt von Michael Kiok · Copyright wie angegeben
» Der Pferde-Mann
(The Horseman)
übersetzt von Michael Kiok
Diesen Text finden Sie der Rückseite:

James Falabella ist am Ende seiner Kräfte. Seine Frau Sheila will sich von ihm scheiden lassen und ist mit den Kindern ausgezogen. Seitdem, eigentlich schon seit langer Zeit vorher, fristet er sein frustriertes, einsames Dasein im Hause seiner Eltern, abgelenkt allein durch die tägliche Einnahme von Drogen sowie die Kommunikation mit seinen Internet-Freunden. Zu allem Überfluß beginnt ihn auch ein altes "Leiden" wieder zu quälen: James ist zoophil, versucht seine gesellschaftlich scharf verurteilte sexuelle Veranlagung jedoch zu verbergen und zu unterdrücken.

Wieso konnte er nicht einfach ganz normal sein? Wie war er nur zu dieser seltsamen, so starken sexuellen Neigung gekommen? James beginnt, sein ganzes biheriges Leben reflektierend, sich schonungslos selbst zuerforschen, um die Ursachen aufzudecken.

Am Ende dieses Prozesses liegt zwar kein lupenreines Happy End, aber doch ein gestärkter Protagonist, der sich selbst akzeptiert, wie er ist.
» Der Pferde-Mann

Der Autor ist 1999 verstorben. Sein wirklicher Name ist George Willard. Vor einigen Jahren ist der Mitschnitt eines Radiointerviews aufgetaucht, das der Autor selbst im Internet veröffentlichen wollte, wozu es aber nicht mehr gekommen ist. Das Buch kenne ich nicht, aber ich habe große Teile dieses Interviews gelesen (» WLW Hossie " a.k.a. Mark Matthews").

Der Moderator macht sich ganz offensichtlich über Willard lustig, dieser aber bleibt ganz ernst und versucht, sich selbst und seine Gefühle möglichst authentisch darzustellen. Das Interview wird mehrfach durch Werbung unterbrochen und leidet unter schlechten Übertragungsverhältnissen, so daß manchmal halbe Sätze verlorengehen. Der Moderator will (oder muß) Sensationen bringen, zur Not dürfen es auch Zoten sein. Willard versucht, der schamlosen Ausbeutung möglich zu entgehen und schildert, wie er zu seiner Vorliebe gekommen ist und welche engen Beziehungen zu Pferden beziehungsweise Ponies er hatte. Das unterscheidet sich nicht wesentlich von Schilderungen anderer Männer über die Entwicklung ihrer Beziehungen zu Frauen, wenn man die spezifisch menschlichen Aspekte einmal außen vorläßt. Ein junger Mann wächst heran und muß sich orientieren, muß Erfahrungen machen, paßt sich schließlich an, erfüllt die Erwartungen, die an ihn gestellt werden.



Die Hochzeit


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Jerry Springer, berüchtigter Talkmaster · Copyright wie angegeben
Jerry Springer, berüchtigter Talkmaster
George Willard und Pixie, siene "Frau" · Copyright wie angegeben
George Willard und Pixie, siene "Frau"
Willard heiratete und hatte Kinder. Seine Ehe war anscheinend nicht ganz unproblematisch, sonst hätte ihn seine Frau vielleicht nicht verlassen. Auf jeden Fall war er zu diesem Zeitpunkt wohl schon so weit, daß er seine Vorliebe innerhalb der Familie nicht mehr verheimlichen wollte. Eines Tages hat er seine Kinder eingeweiht. Wie diese auf sein Geständnis reagiert haben, wurde leider nicht erörtert.

Willard wurde eingehend danach befragt, wie denn das Pony auf seine Wünsche reagiert, ob es sich neutral oder einladend oder vielleicht auch einmal ablehnend verhält, und Willard antwortet sehr präzise und ausführlich. Es wird klar, daß die beiden wirklich miteinander kommunizieren und niemals Gewalt oder Druck im Spiel ist. Von Tierleid kann überhaupt keine Rede sein.

Dabei kommt auch seine Hochzeit zur Sprache. Ein Priester aus London soll die beiden getraut haben. Selbstverständlich wird nicht weiter nachgefragt, wie es dazu gekommen ist, die Sensationen als solche genügt dem Moderator. Dem Interviewpartner George Willard kommt es auf etwas ganz anderes an. Er stellt sich nicht öffentlich bloß, weil er bekannt und berühmt werden will, sondern stellt sich in den Dienst der Sache. Und die Sache ist Aufklärung.

Er selbst hat furchtbar unter seinen Wünschen gelitten, war schrecklich isoliert, und hat erst spät über das Internet erfahren, daß es auch anderen Menschen so geht. Das war für ihn eine große Hilfe, eine gewaltige Erleichterung, und er war so mutig, seine Erlebnisse öffentlich vorzutragen, zunächst mit dem Buch, dann über das Radio, schließlich sogar über das Fernsehen. Der Radio-Moderator fragte ihn denn auch ganz gierig, ob er denn schon in der Jerry-Springer-Show gewesen sei.

Jerry Springer war mir kein Begriff, aber die Wikipedia half mir weiter:

Springer war demokratischer Bürgermeister von Cincinnati. Er ist vor allem für seine Talk-Sendung "The Jerry Springer Show" bekannt, die extrem niedriges Niveau mit häufigen Handgreiflichkeiten unter Gästen paart. Die Show kann in über 40 Ländern empfangen werden.
» Jerry Springer

Zum Sendetermin der Radio-Show war Willard wohl noch nicht auf die Idee gekommen, sich auch im Fernsehen zu präsentieren. Die Sendung wurde wohl produziert, ist aber anscheinend nicht gesendet worden. Seine Freunde kündigen allerdings eine Videokassette vom Mai 1998 und einen Hintergrundbericht an. Anscheinend war die Sache wohl doch zu provozierend. Das wundert mich, denn der Moderator im Rundfunk nahm kein Blatt vor den Mund. Da die Amerikaner gemeinhin als äußerst prüde gelten, darf man auf eine ausgeprägte doppelte Moral schließen.

Damit bin ich am Ende der heutigen Ausgabe, aber immer noch nicht mit dem Thema fertig. Es gibt nämlich immer noch wichtige Aspekte, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.



Quellen / Verweise


  1.  Verschwiegenes TierLeid
  2.  Editorial Tabu
  3.  Leserbrief Sodomie
  4. » Die sexuelle Liebe zu Tieren
  5. » Verschwiegenes Tierleid
  6. » VTL - FAQ Häufig gestellte Fragen
  7. » PorNO-Kampagne
  8. » Hinter den Schlagzeilen
  9. » The Horseman
  10. » Der Pferde-Mann
  11. » WLW Hossie " a.k.a. Mark Matthews"
  12. » Jerry Springer
  13.  Ich liebe mein Pferd, Sex mit Tieren - Quälerei oder bald Normalität?
      Ausgabe 398 · Teil 1



Fotos

Copyright wie angegeben  Gerd Hebrang, falls nicht anders angegeben



Leserresonanz


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2 Leserresonanzen zu Ausgabe 399 vom 19.11.06


Leserbrief  1955 zu den Ausgaben  398,  399,  400,  401
17.12.06



Bericht 398 bis 401

Hallo, Herr Popken,

Die magere Reaktion auf die vier doch ziemlich heftigen Berichte hat auch mich erstaunt. Mein Schweigen lag daran, daß mir DAZU tatsächlich nichts mehr einfiel. Ich bringe auch keinerlei Verständnis für diese... Fehlleistungen von Mutter Natur auf.

Andererseits: sobald ein Thema den Tier- oder Pferdeschutz berührt (und das taten die drei Berichte ja), ist Schweigen im Walde.

Pferderipper, Schlachttransporte, Fohlentötungen, Überforderung, usw. usw. - davon will man in der Regel nichts hören. Die Pferdewelt ist ja so glanzvoll und schön.

Daß ich nicht bitterböse lache...

Licorno


Leserbrief  1977 zu den Ausgaben  398,  399,  400,  401
07.01.08



Artikelserie Ausg. 397/401 ueber Zoophilie

Lieber Herr Popken,

während der freien Tage hatte ich Gelegenheit, Ihre Artikelserie zum Thema Zoophilie zu lesen, und ich möchte die Gelegenheit ergreifen, Sie zu Ihrer ausführlichen Recherche und vorurteilsfreien Darstellung zu beglückwünschen.

Solche Artikel sind bedauerlicherweise dünn gesät, bzw, Ihrer ist eigentlich der Erste dieser Art in einer Publikation außerhalb des psychologisch/sexualwissenschaftlichen Kontextes.

Ich würde gerne Links zu diesen Artikeln auf vermeintliches-Tierleid-online aufnehmen und bitte hermit um Ihre Erlaubnis.

Sie fragen an einer Stelle, warum die Zoophilen (verdammtnochmal) nicht einfach stille sind sondern vielmehr ihre Umwelt zum Denken zwingen, auch wenn die gar nicht will.

Die Antwort ist ganz einfach: So lange wie die veröffentlichte Meinung und eine Handvoll überengangierter "Tierschützer"innen versuchen, eine unliebsame sexuelle Minderheit zu diskreditieren und zu kriminalisieren, indem sie mit Vorsatz nicht zwischen Zoophilen und Gewalttätern unterscheiden, so lange sind die Zoophilen nachgerade gezwungen, an geeigneter Stelle dagegenzuhalten.

Wobei sich das in fast allen Fällen auf Reaktionen beschränkt.

Webseiten drängen sich nicht auf, da muß keiner hingehen, wenn er nicht will. Radiosendungen kann man abstellen. In Kinofilme wird niemand gezwungen :-)
Natürlich ist man dann ein Ignorant, aber man hat ein geruhsames Leben :-))

Daher nochmals meine Hochachtung, daß Sie sich dieser Herausforderung gestellt haben und ich verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Michael Kiok



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Es ist jetzt der 21.11.2008, 13:03, GMT +01:00
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Der Herausgeber ist nicht verantwortlich für Leserbeiträge und die Inhalte externer Internetseiten.
Tip: Deutsch/Englisch-Übersetzung: » dict.cc


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©1999-2006 · ISSN 1437-4528 · Statistik:  Übersicht
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