
| | W. Popken im Fenster Selbstportrait 08/2004 | | | | | Meine Meinung zu dem Buch: von › Werner Popken
Am Freitag, den 21.7.2006, können Sie den Autor Timo Ameruoso anläßlich des › Pferdekino Pferdiale auf der EuroCheval um 13:30 bei einem "packenden Kurzvortrag" erleben. Das Buch ist im Juni 2006 herausgekommen und hat bereits zwei äußerst positive Rezensionen bei Amazon zu verzeichnen.
Die Geschichte ist denn auch anrührend genug, aber geht sie uns alle an? Was kann uns jemand mitgeben, der als Behinderter mit Pferden ganz anders umgehen muß als alle anderen Menschen?
Die konkreten Handlungsanweisungen in diesem Buch sind durchaus wichtig, spielen aber eine eher untergeordnete Rolle. Im Vordergrund steht die Lebensgeschichte und die daraus gezogenen Lehren.
Der Autor tat das, was Hunderttausende von Menschen in diesem Lande jeden Tag und namentlich jedes Wochenende tun: Er jagte nach Anerkennung und Pokalen, und tat dies umso entschlossenener, als er dabei durchaus erfolgreich war.
Durch einen dummen, aus jugendlichem Leichtsinn und Imponiergehabe geborenen Unfall vollständig aus der Bahn geworfen, ergab sich für ihn die erste Gelegenheit, eine Lektion zu lernen, die jungen Menschen normalerweise verschlossen bleibt: Das Leben ist kostbar. Noch im Krankenhaus jammert eine Nachbarin, die kürzlich ihre zwölfjährige Tochter durch Krebs verloren hatte, sie wäre froh, wenn ihre Tochter noch mit dem Rollstuhl durch die Gegend gefahren werden könnte.
Timo Ameruoso hat diese Lektion gelernt. Er ist nie selbstmitleidig, er klagt nicht an, er verflucht sein Schicksal nicht, sondern preist seinen Schöpfer, der ihm eine zweite Gelegenheit schenkte. Aber er lernt zunächst nicht hinsichtlich seines Umgangs mit Pferden und nicht bezüglich seines Ehrgeizes. Deshalb will er es sich beweisen, erneut Pokale heimbringen, benutzt er sein Pferd Pascal wie eh und je, nur daß er als Reiter nun zusätzliche Schwierigkeiten zu überwinden hat.
Beim zweiten Mal erwischt es ihn ungleich härter. Als er an seinem 21. Geburtstag wider Erwarten aus seinem Koma erwacht, begreift er seine Chance:
| Dieses Ereignis öffnete mir endgültig die Augen. Mir wurde mit einem Mal klar, daß es im Leben Wichtigeres gibt als Turniersiege. Von dem Zeitpunkt des Zusammenbruchs an wollte ich alles anders machen. Ich hatte fast mein Leben verloren, nur wege guten n eines einzigen Turniers, nur weil mein persönlicher Ehrgeiz, es noch einmal allen zeigen zu wollen, stärker war als jegliche Vernunft. a.a.O., Seite 15, 16 | | |
Bis hierhin war das Pferd, wie für fast alle Pferdebesitzer und Reiter, lediglich Mittel zum Zweck. Und da der Zweck nach dem zweiten Unfall definitiv ausschied, hätte man annehmen können, daß Pferde nun im Leben des Autors keine Rolle mehr spielen können und werden. Dem war aber nicht so. Der Autor läßt hier Einzelheiten aus, macht aber deutlich, daß er weiterhin mit seinem Pferd arbeitete und wieder reiten wollte.
Leider klappte das nicht so, wie er es sich vorstellte. Er hatte Angst und das Pferd reagierte entsprechend. Schließlich wurde das Pferd sogar krank. Auch in seiner beruflichen Laufbahn und in den persönlichen Beziehungen nahm die Schwierigkeiten immer mehr zu. Schließlich sah er ein, daß er nichts erzwingen konnte und eine Pause angebracht war. Diese komplexen Lernprozesse werden recht knapp behandelt, Jahre schrumpfen zu einem Absatz zusammen.
Der Abschnitt auf Seite 19 trägt den Titel "Die Pferdeseele". Ich war gespannt, fand aber leider nur wenig Neues - bis auf die Reflexion des reiterlichen Hintergrundes, vor dem das ganze Buch gesehen werden muß:
| Es gibt zu viele Menschen, die ihre Pferde wie einen leblosen Gegenstand behandeln. Auch werden Pferde gedemütigt und gequält. In der aktuellen Turnierszene ist es völlig normal, seine Pferde zu schlagen, wenn sie nicht das gewünschte Ziel erreichen. Es ist schrecklich zu sehen, wie die Menschen, die die Aufgabe hätten, solche Mißstände zu unterbinden, lieber die Augen davor verschließen, anstatt tätig zu werden.
Eine Reiterin erklärte mir einmal aus tiefster Überzeugung, daß die ganze Diskussion über diese sanften Methoden nichts für sie sei, da sie beim Reiten am Pferd arbeiten will. Dabei gestikulierte sie lebhaft, um ihre Aussage zu unterstützen und zu demonstrieren, daß sie eher mit dem Pferd zu kämpfen gedenke. Die Zügel sollten möglichst kurz gehalten und solange im Maul herumgezerrt werden, bis das Pferd nachgibt. a.a.O., Seite 20 | | |
Dieser Lebensbericht wird begleitet von Zitaten, die überwiegend der alten chinesischen Literatur entnommen sind, zuweilen auch der Bibel. Die Zitate werden im Text nicht aufgegriffen, sollen diesen aber offensichtlich unterstützen. Möglicherweise stammen sie gar nicht vom Autor, sondern von der Lektorin des Verlages, der in dieser Richtung engagiert ist. Diesem Abschnitt ist folgender Spruch zugeordnet:
| Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens; und ein böser Mensch bringt Böses hervor aus seinem bösen Schatz
(Matthäus 12,35)a.a.O., Seite 21 | | |
Das sind deutliche Worte, und sie werden verschiedentlich abgewandelt und wiederholt. Mit der Turnierreiterei hat Timo Ameruoso definitiv nichts mehr zu tun. Den Turnierreitern spricht er pauschal jegliches Verständnis für Pferde ab:
| Mit all der Erfahrung, die ich heute habe, würde ich um meines Pferdes willen keine Turnierkarriere mehr einschlagen. Ich denke, es spricht nichts dagegen, gelegentlich eine kleine Prüfung zu reiten, aber man sollte sich und sein Pferd nicht mit anderen messen, denn jedes Pferd ist einzigartig und so, wie es ist, in Ordnung. Eine gute Beziehung zwischen Mensch und Pferd läßt sich mit keinem Pokal aufwiegen. Obwohl ich ein ehrgeizige Turnierreiter war, erkannte ich früh, daß es wichtiger ist, mit sich und seinem Pferd zufrieden zu sein, als auf eine gute Wertnote des Richters zu hoffen.
In meiner ganzen Turnierlaufbahn habe ich keinen Richter getroffen, der wirklich etwas vom Wesen der Pferde verstand, der das Pferd als Fluchttier akzeptierte und darauf eingehen konnte. Turnierrichter wußten lediglich, wie man ein Pferd dazu bringen konnte, so zu laufen, daß man eine gute Plazierung erreichte. Dafür war es in ihren Augen nötig, die Pferde zu bestimmten Handlungen zu zwingen, indem man ihnen den Kopf nach unten band und ihr Maul zuschnürte. Das Pferd als Lebewesen hat keiner von ihnen begriffen. a.a.O., Seite 32 | | |
Bis zu seinem zweiten Unfall scheint Timo Ameruoso nicht am herkömmlichen Reitsystem und den damit verbundenen Ausbildungsmethoden gezweifelt zu haben. Das Buch ist mit einigen kleinen Schwarzweißfotos illustriert. Eine Therapeutin hat ihnen besonders unterstützt. Deren Pferde sind allerdings ziemlich zusammengeschnürt. Über diese Verhältnisse ist der Autor hinausgewachsen. Wie kam das? Offenbar eher durch Zufall.
| Mir fiel ein Buch in die Hände, das ein Cowboy namens Pat Parelli geschrieben hatte. Es faszinierte mich, was er mit Pferden tun konnte.
Voller Eifer besuchte ich die ersten Kurse, zuerst allein, dann mit Pascal. Wir nahmen an unzähligen Lehrgängen teil, mir wurde deutlich, daß alles, was ich bisher gelernt hatte, falsch war. Bei der traditionellen Art, Pferde zu trainieren, wird nur das Symptom von Problemen behandelt, den Trainern fehlt jedoch das Wissen für die Ursachen.
Neben dem hervorragenden Wissen, das Pat Parellis Instruktoren über Pferde haben, erinnerte mich die ganzen Rituale jedoch eher an eine Sekte. Für die Instruktoren ist es eine Selbstverständlichkeit, sich mit den Schülern in einem Kreis aufzustellen und alle auf das Training einzuschwören. Es wird versucht, jeden Zweifel an den Methoden zu ersticken.
Es wurde auch erläutert, welche Arten es gibt, ein Pferd zu "brechen". Die Cowboys brechen die Pferde mit körperlicher Gewalt, mit dem sogenannten Aussacken. Die Pferde werden an einem Pfahl angebunden und so lange mit einem Sandsack verprügelt, bis sie aufhören, sich zu wehren. Von dem Zeitpunkt an, ab dem sie aufhören, sich gegen die Schläge zur Wehr zusetzen, sind sie seelisch zerstört. Die Pferde sind gebrochen.
Bei dem bekannten Pferdeflüsterer Pat Parelli werden "Zirkuslektionen" von den Pferden unzählige Male abverlangt, bis die Pferde Befehle perfekt abspulen, da sich Pferde ähnlich wie kleine Kinder nicht unendlich konzentrieren können, stoßen Pferde an ihre Grenzen, setzen sie sich zur Wehr, um der Situation zu entkommen. Hören die Pferde nicht auf, sich zu wehren, wird das Programm so lange abverlangt, bis sich jegliche Gegenwehr einstellt.
Gewisse Aufgaben, die von den Pferden verlangt werden, sind aus der Sicht des Pferdes völlig sinnlos, denn es gibt nur vier Dinge, die für Pferde einen Sinn machen: Sie wissen, wann sie fressen, sich ausruhen, sich der Herde anschließen und bei Gefahr flüchten müssen. a.a.O., Seite 22, 23 | | |
Abgesehen von der sprachlichen Unklarheit: Diese Beurteilung entspricht ziemlich genau diejenigen, die man in der Pferdezeitung finden konnte. Sehr interessant. Ich kann mich nicht erinnern, daß ich eine kritische Auseinandersetzung mit diesem System irgendwo gefunden hätte. Aber es geht noch weiter in diesem klarsichtigen Stil:
| Als ich auf den sogenannten Pferdeflüsterer Monty Roberts traf, war ich zuerst sehr beeindruckt von dem, was er vorzuführen hatte. Er war imstande, ein Pferd dazu zu bringen, ihm völlig frei zu folgen, und das Ganze auch noch mit einem Pferd, das er zuvor noch nicht einmal gesehen hatte. Monty Roberts war einer der Ersten, der beschrieb, wie Pferde bei Cowboys "ausgesackt" werden. Er beschrieb es in seinem Buch als eine brutale und bestialische Prozedur und betonte immer wieder, wie sehr er darunter litt zu sehen, wie Menschen Pferde seelisch zerstören.
Für Monty Roberts kommt körperliche Gewalt nicht in Frage. Trotzdem setzt er die Pferde seelisch extrem unter Druck, um sie seinem Willen zu unterwerfen. Sie werden so lange durch den Roundpen gehetzt, bis die Pferde schweißüberströmt nervlich zusammenbrechen und keine andere Wahl haben, als ihm zu folgen, um der Pein zu entgehen. Wenn den Pferden dann nach einer halben Stunde ein Sattel aufgelegt wird und sie sich wehren, werden sie erneut durch den Ring gehetzt, bis sie sich unterordnen. Aber damit nicht genug: Sie sind erst dann erlöst, wenn sie einen Reiter ertragen. Auch hier wird keine Rücksicht auf das seelische Empfinden der Pferde genommen, was einer seelischen Vergewaltigung gleichkommt. An diesem Punkt haben die Tiere nicht mehr viel entgegenzusetzen. a.a.O., Seite 23, 24 | | |
Wiederum hat der Autor sehr gut erkannt, daß die Methoden von Monty Roberts sich in nichts von den anderen unterscheiden, nur die Mittel sind anders. Seelische Gewalt ist bekanntlich genauso grausam wie körperliche. Freilich ist sie schwerer zu entdecken und zu entlarven.
Schade, daß der Autor niemanden gefunden hat, der ihm wirklich etwas über Pferde hätte beibringen können. Denn Gawani Pony Boy, den er lobend erwähnt, hat ihnen nicht wirklich etwas zeigen können, sondern ihn nur ermutigt, auf sein Pferd zu hören und sich von diesem etwas beibringen zu lassen. Was hätte der Autor erreichen können, wenn er bei Fred Rai in die Schule gegangen wäre?
| Es ist unmöglich, einem Pferd in einer halben Stunde seiner Angst zu nehmen. In so kurzer Zeit entsteht keine Beziehung oder Vertrauensbasis. Was so aussieht wie eine wundervolle Partnerschaft zwischen Mensch und Pferd, ist lediglich eine in der Herde völlig normale Abfolge von bestimmten Aktionen und Reaktionen. Ein Vertrauensverhältnisse dadurch jedoch noch nicht geschaffen. Um eine vertrauensvoller Partnerschaft zu bilden, benötigt es vor allem eines: ZEIT a.a.O., Seite 24 | | |
Fred Rai sieht das nicht nur anders, sondern kann auch beweisen, daß diese Ansicht falsch ist. Zudem vermittelt er seine Fähigkeiten und Erkenntnisse persönlich und über Schüler. Da aber nun der Autor leider dieses schlüssige und einleuchtende System nicht kennt, mußte er notgedrungen sein eigenes System entwickeln. Als Rollstuhlfahrer hat er natürlich nur wenig Möglichkeiten, auf ein Pferd einzuwirken, und da er außerdem Gewalt ablehnt, mußte er auf Zeit setzen.
| Die Grundaussage der "Pferdeflüsterer" ist immer die gleiche: Pferde sind Fluchttiere und Menschen Raubtiere. Mache das, was du von den Pferden willst, angenehm, und das, was du nicht willst, unbequem. Die Methoden jedoch, dieses Motto umzusetzen, sie unterschiedlich. Die richtige Methode arbeitet in jedem Fall für das Pferd. Sie dient dazu, Tier und Mensch zusammenzubringen und sollte das Pferd in der Entwicklung seiner Persönlichkeit weiter nach vorne tragen. Außerdem beschränkt sie sich auf die Dinge, die für das Pferd sinnvoll sind und die der Partnerschaft dienen. Die Technik, die diese Grundsätze berücksichtigt, macht keinen Zirkuskünstler aus dem Pferd! a.a.O., Seite 26, 27 | | |
Den letzten Satz verstehe ich als Rechtfertigung. Immerhin betrieb der Autor über die Jahre hinweg viel Aufwand mit seinen Pferden. Pascal war immer wieder schwer krank. Einmal erwähnt er, daß die Tierarztkosten seine Möglichkeiten fast überstiegen hätten. Sein Vater und Freunde haben ihn unterstützt und einen Offenstall und einen überdachten Roundpen gebaut.
Der zweite Teil des Buches ist seinen Pferden gewidmet, allen voran Pascal. Wie er im einzelnen mit den Pferden gearbeitet hat, bleibt oft dunkel, aber das ist vielleicht ganz im Sinne des Autors, der ja betont, daß die Pferde ihn lehren. So lernte er durch einen Shetlandpony-Hengst, wie man mit Hengste umzugehen hat, an einem Fohlen von einer Stutenmilchfarm, das für den Schlachthof bestimmt war, wie man Pferde zähmt, die nur minimalen Kontakt mit Menschen hatten.
Im dritten Teil versucht er, ein System zu entwickeln. Selbstverständlich spielt die Bodenarbeit eine große Rolle, aber die Krönung, die Verschmelzung von Mensch und Tier, bildet das Reiten. In diesem Zusammenhang entwickelte er eine sehr interessante Hypothese bezüglich der Entwicklung des Rückens.
| Wir lassen die Pferde am langen Zügel im Schritt laufen und reiten eine Wendung nach der anderen. Die Pferde gehen so gut wie keinen Meter mehr geradeaus und werden so lange am langen Zügel geritten, bis wir spüren, daß sie im Maul nachgiebig werden. Erst dann fassen wir die Zügel maximal einen Zentimeter nach. Dabei wird unserem Pferd niemals das Maul zugeschnallt, weder durch das Reithalfter noch durch den Nasenriemen. Das Zuschnüren des Maules dient nur dazu, nicht zu sehen, daß das Pferd sein Maul aufreißt, wenn der Reiter zu hart mit der Hand ist. Es ist wichtig, daß das Pferd in keiner Weise eingezwängt wird.
Das Pferd wird so lange durch Wendungen geritten, bis wir die Zügel soweit nachfassen können, daß wir uns den Trab zutrauen. Sobald unser Pferd seinen Rücken aufwölbt und wir das Gefühl haben, wir säßen auf einem gespannten Bogen, beginnen wir zu traben. Da die Schrittphase vermutlich schon ein bis zwei Stunden gedauert hat, traben wir auf jeder Hand nur eine Runde und beenden danach diese Arbeit. Beim nächsten Mal werden wir für die Schrittphase vielleicht nur noch eine Stunde brauchen und sie wird sich so langsam abbauen. Auf diese Weise können wir dann die Trabzeit Runde für Runde steigern.
Verfährt man konsequent nach diesem Verfahren, wird es so weit kommen, daß wir uns auf unser Pferd setzen und es sofort den Rücken rund und locker macht. Durch diese Methode wird selbst das Reiten von sehr großen Pferden zur Leichtigkeit und damit zum Vergnügen.
Beim Reiten ist es notwendig, daß die Pferde von selbst ihren Rücken entgegen dem Reitergewicht aufwölben. Nur wenn das der Fall ist, reitet man auf dem Pferd physikalisch korrekt. Jede andere Reitweise ist falsch und schadet der Gesundheit. Je nach Konstitution des Pferdes kommt es früher oder später zu Problemen an der Wirbelsäule.
Entgegen der üblichen Auffassung bin ich der Meinung, daß das Pferd den Rücken nur locker aufwölben kann, wenn es den Hals nach vorne unten rund macht. Das Genick des Pferdes befindet sich dabei maximal etwa auf gleicher Höhe mit dem Widerrist oder etwas tiefer.
Dadurch, daß das Pferd den Kopf sehr hoch hält, wird der Rücken automatisch durchgedrückt. Das Gewicht des Reiters trägt zusätzlich dazu bei, daß sich der Rücken nach unten biegt. Dieser Reitweise hat fatale Folgen: Die Rumpfmuskulatur des Pferdes verkümmert und die Dornfortsätze der Wirbelsäule nähern sich immer weiter an.
Ein aufgewölbter Rücken hingegen aktiviert die Rumpfmuskulatur und arbeitet dem Reitergewicht entgegen. Nur starke Rumpfmuskeln schützen den Pferderücken und beugen so Gesundheitsschäden vor. a.a.O., Seite 89/92 | | |
Gegen Schluß des Buches spricht sich der Autor gegen Boxenhaltung und für den Offenstall aus und verliert einige Worte über Fütterung. Durch seine intensive Arbeit mit seinen Pferden ist er diesen sehr nahegekommen. Dafür hat er keine Vorbilder gefunden. Die Widmung des Buches spricht sein Anliegen aus:
| Dieses Buch soll all jenen helfen, die wie ich danach suchen, ihrem Pferd ein Stück näher zu kommen. Ich widme dieses Buch all den Tieren, die durch ihre Peiniger schreckliche Qualen erleiden, und ich bete für diese Tiere, damit auch für sie die Erlösung kommt. a.a.O., Seite 2 | | |
Dieses Buch hat das Zeug, manch einem Pferdfreund die Augen zu öffnen. Für viele wird es gar so neu nicht sein, was Timo Ameruoso für sich selbst erarbeitet hat, aber wer sich bisher ausschließlich im Turnierwesen getummelt hat, wird mit Sicherheit seinen Horizont erweitern. Alle anderen Leser dürften zumindest eine neue Perspektive auf ihr eigenes Leben bekommen. Man muß ja schließlich nicht erst fast ums Leben kommen, um die wahren Werte zu entdecken. Die Lektüre dieses Buches könnte ausreichen.
erschienen 09.07.06
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