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Bericht Zu den Themen Auswanderung, Frauen, Kaltblüter, Lebensgeschichte, Zucht · Eskalationen
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Gewalt gebiert Gewalt. Das kann gar nicht anders sein.

Die gälischstämmigen Iren erhoben sich im November 1641 in Ulster zu einem Aufstand und richteten ein Blutbad unter den englischen Siedlern an, dem mehrere Tausend Menschen zum Opfer fielen. Der Aufstand erfasste nach kurzer Zeit große Teile der irischen Insel. [...]

Im Verlauf des Kriegs hatte der puritanische Abgeordnete » Oliver Cromwell eine starke Machtposition erlangt. Er setzte sich im August 1649 an die Spitze eines Strafzugs gegen das aufständische Irland. Dieser Strafzug wurde von Cromwell mit großer Härte geführt, was zunächst die von Aufständischen verteidigte Stadt Drogheda zu spüren bekam. Am 11. September 1649 wurde sie von Cromwells Truppen gestürmt, wobei die gesamte Bevölkerung getötet oder deportiert wurde. Die Stadt selbst wurde zerstört.[...]

Die Unterdrückung der Royalisten in Irland im Jahr 1649 ist noch immer in den Köpfen der nordirischen Bevölkerung. Das Massaker an etwa 3500 Menschen in Drogheda nach der Eroberung der Stadt – etwa 2700 königstreue Soldaten und alle waffentragenden Männer der Stadt, egal ob Zivilisten, Gefangene oder katholische Priester – ist eines der historischen Menetekel, die noch heute die irisch-englischen und katholisch-protestantischen Beziehungen belasten.
a.a.O.

Das ist die Wurzel des Konflikts in Nordirland, der immer noch nicht vollständig beigelegt ist.

Zwischen 1846 und 1849 gab es aufgrund von Kartoffelnfäule große Hungersnöte in Irland. Zuvor war die Bevölkerung stark gewachsen, auf über 8 Millionen - heute hat Irland 4 Millionen Einwohner. Über eine Million Menschen sollen bei den Hungersnöten umgekommen sein. Die englische Regierung unternahm nichts, um der Bevölkerung zu helfen. Statt dessen wurden zusätzlich 16.000 Soldaten stationiert, um Aufstände niederzuschlagen. 3 Millionen Iren sind ausgewandert, nach Nordamerika, aber auch in andere Länder.

Im 19. Jahrhundert wuchsen indes die politischen Kräfte, die gegenüber dem englischen Parlament Rechte einforderten. Im Jahre 1914 sollte Irland endlich eine eigene Verfassung bekommen. Im Jahr zuvor hatte die Provinz Ulster entsprechende Bemühungen noch erfolgreich verhindern können. Jetzt kam der Erste Weltkrieg dazwischen.

Ostern 1916 gab es erneut einen Aufstand, der fehlschlug, aber zu einem jahrelangen Guerillakrieg führte. 1918 wurde das erste irische Parlament seit 1801 eingerichtet. Von 1919 bis 1922 führten Irland und England einen regelrechten Krieg, als dessen Ergebnis 26 der 32 Counties Unabhängigkeit von England erhielten und der Irische Freistaat gebildet werden konnte. Die sechs nördlichen Provinzen von Ulster bilden Nordirland und verblieben beim Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland. Anschließend brach ein Bürgerkrieg aus, der erst 1923 wieder beigelegt werden konnte, weil einigen Parteien diese Regelung nicht weit genug ging.

1937 wurde der unabhängige Staat Irland gegründet, der im Zweiten Weltkrieg neutral blieb und 1948 aus dem Commonwealth austrat. 1973 trat Irland der EG bei und erhielt infolgedessen als rückständiges Land erhebliche Fördermittel. Im » Karfreitagsabkommen von 1998 wurden folgende Vereinbarungen getroffen:

  • Die Regierung der Republik Irland verzichtet auf ihre Forderung nach einer Wiedervereinigung mit Nordirland;


  • Irische und nordirische Behörden arbeiten zusammen;


  • Die paramilitärischen Truppen von IRA (Irish Republican Army) und UDA (Ulster Defence Association) sowie UVF (Ulster Volunteer Force) erklären ihre Bereitschaft zur Entwaffnung;


  • Die Entlassung von Untergrundkämpfern aus dem Gefängnis wird in Aussicht gestellt,


  • Großbritannien sagt eine Verringerung seiner Truppenpräsenz in Nordirland zu;


  • Die Möglichkeit einer Wiedervereinigung mit der Republik Irland wird nicht ausgeschlossen, wenn sich die Mehrheit der Nordiren dafür ausspricht.
a.a.O.

So könnten die Wunden, die über Jahrhunderte immer wieder geschlagen und vertieft worden sind, allmählich abheilen. In den letzten Jahren gab es nur noch selten Meldungen über Anschläge, Tote und Verletzte. Ganz ausgestanden ist der Konflikt aber noch nicht.

Volksabstimmungen zeigen, daß die Bevölkerung der Gewalt müde ist; das Leben in Nordirland beginnt sich zu normalisieren.

Die aktuelle Situation in Nordirland

Am 28. Juli 2005 erklärte die IRA den bewaffneten Kampf für beendet. Radikale Splittergruppen beider Seiten sind nach wie vor gewaltbereit. Bei Ausschreitungen in Dublin im Rahmen des Nordirlandkonflikts wurden am letzten Februarwochenende 2006 25 Menschen verletzt, gefolgt von einer anschließenden Entschuldigung des Sinn-Fein-Chefs. Immer wieder kommt es zu Vorfällen, die direkt oder indirekt mit paramilitärischen Organisationen zu tun haben. Auch die Spannungen zwischen den beiden Konfessionsgruppen enden nicht nur bei den Paraden des Öfteren in Gewaltakten. So wurde zum Beispiel der katholische 15-jährige Michael McIlveen im Mai 2006 von protestantischen Jugendlichen mit Baseballschlägern zu Tode geschlagen.
» Nordirlandkonflikt






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