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Bericht Zum Thema  Jubiläum · Rom 1960
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Rosemarie Springer, Doublette (Schultheis) · Copyright wie angegeben
Rosemarie Springer, Doublette (Schultheis)
Die Deutschen Meisterschaften kurz vor den Olympischen Spielen in Rom dienten sicherlich auch der Sichtung. Trotz ihres großen Erfolges wurde Madeleine Winter für die Olympischen Spiele nicht nominiert.

Zwischen den Spielen von Helsinki und Rom hatte der Weltverband FEI, zum Teil auf Druck des IOC, manche Reglement-Änderung beschlossen - insbesondere zu Lasten der Dressur. So dürfen in Rom nur noch zwei Reiter pro Nation an den Start gehen, die Mannschaftswertung entfällt. Dafür sind in der Vielseitigkeit, erstmals seit 1924, wieder vier Reiter je Team zugelassen. Das Springen wird, wie schon in den Anfangsjahren der olympischen Reiterspiele, erneut in zwei getrennten Wettbewerben um die Einzel- und Mannschaftsmedaillen entschieden.
a.a.O., Seite 166

Die Quittung kam sofort. Sechs europäische Nationen verzichteten auf die Teilnahme. Damit halbierte sich die Nationen- und Teilnehmerzahl gegenüber den vorigen Olympischen Spielen. Aber nicht nur das ging gründlich schief. Wegen der skandalösen Bewertung 1956 in Helsinki wurden statt fünf nur noch drei Richter eingesetzt, deren Heimatländer gar nicht teilnahmen. Damit versuchte man, eine parteiische Wertung auszuschließen.

Außerdem blieben die Noten aus der ersten Prüfung zunächst geheim. Die zweite Prüfung wurde gefilmt und den Richtern zur Verfügung gestellt. Erst zwei Tage nach der Dressurentscheidung wurden die Noten bekanntgegeben. Allerdings ohne Begründung, und offenbar auch nicht nachvollziehbar, denn die Teilnehmer selbst rätselten. Durch einen Zufall lüftete ein Journalist das Geheimnis.

Josef Neckermann, Asbach, Bronze · Copyright wie angegeben
Josef Neckermann, Asbach, Bronze
Über den Sieger wird viel debattiert. Sergej Filatow aus der UdSSR stellt mit dem bildschönen Rappen Absent einen russischen Vollbluttyp vor, wie man ihn im europäischen Turniersport bislang nicht kannte. Absent aus der Achal-Tekkiner-Zucht zeigt zwar schöne Piaffen und Passagen, läßt jedoch Versammlungsbereitschaft und die korrekte Anlehnung vermissen. Es reicht dennoch zur Goldmedaille.

Silber erzielt der Schweizer Gustav Fischer, Josef Neckermann auf dem auf der Verdener Auktionen erstandenen Wallach Asbach v. Anilin reitet zu Bronze. Viele Beobachter hatten ihm ihn den Silbermedaillengewinner gesehen.

Die Presse lobt Neckermann: "Der elegant sitzende und fein einwirkende Reiter bot mit Asbach, ein ungemein imposantes Bild abgebend, eine olympische Reifevorstellung." Die zweite deutsche Teilnehmerin, Rosemarie Springer mit Doublette, plaziert sich an siebenter Stelle.
a.a.O., Seite 167


Über die skandalösen Verhältnisse bei der Vielseitigkeit hatte ich in der letzten Woche schon berichtet ( Stockholm 1956).

Bester deutscher Teilnehmer ist Gerhard Schulz aus Halle, der mit der Stute Wanderlilli den 14. Platz in der Einzelwertung belegt. Er vertritt als einziger Reiter dieser Spiele die DDR. Da das IOC zu diesem Zeitpunkt noch keine zwei deutschen Mannschaften akzeptiert, starrten die Athleten aus West und Ost gemeinsam. Erst ab 1968 nimmt die DDR mit einer eigenen Mannschaft an olympischen Spielen teil.

Reiner Klimke, der nicht nur zu den besten deutschen Dressurreitern zählt, sondern zugleich seine Liebe zur Military mit Passion pflegt, beendet die Prüfung am 18. Stelle. Seine beiden Mannschaftskameraden erreichen das Ziel nicht.
a.a.O., Seite 167, 168

Dafür triumphieren die Springreiter. Zwar können sie keine Einzelmedaille gewinnen, aber Hans Günter Winkler (Halla), Fritz Thiedemann (Meteor) und Alwin Schockemöhle (Ferdl) bringen das gleichmäßigste Ergebnis und gewinnen die Goldmedaille in der Mannschaft. Auch hier ist der Parcours übermäßig schwer. Kein einziger Teilnehmer absolviert ihn ohne Fehler.






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