Katrin Bettenwort hat Glück, aber sie ist auch glücklich, und sie ist vor allen Dingen zufrieden. Selbst wenn es beruflich und mit den Pferden nicht so gut laufen würde, würde es ihr an nichts fehlen. "Ich muß nichts mehr haben. Ich frage mich immer: muß das?" Sie hat gefunden, wonach sie suchte: Das Glück mit den Pferden. Denn die Pferde sind die Basis ihres Glücks und Erfolgs, nicht etwa nur in materieller Hinsicht.
Die Pferde kommen an erster Stelle. "Die haben hier ein Luxusleben. Im Sommer stehe ich um 4:00 auf und lasse sie raus auf die Weide. Dann setze ich mich auf die Terrasse in die Hollywood-Schaukel und schaue ihnen zu. Um 7:00 kommen sie dann wieder rein und werden gefüttert, geputzt, bewegt, trainiert. Jedes Pferd hat im Sommer drei bis vier Stunden Bewegung, im Winter zwei bis drei."
Was pferdegerechte Haltung betrifft, macht ihr niemand so leicht etwas vor. "Pferde sind Herdenwesen, immer in Bewegung. Die kann man nicht einsperren. Wir haben zwar sehr viel Personalaufwand durch unser System, aber dafür sind unsere Pferde gesund. Wir sparen das bei den Tierarztkosten wieder ein."
Sie kennt natürlich andere Ställe, wo das anders gehandhabt wird. "Da sehen die Pferde nie eine Weide. Manchmal bekommen wir so ein Pferd. Das kommt bei uns natürlich auch raus. Aber dann müssen wir erst einmal einen Partner finden, mit dem es sich verträgt. Das kennen die ja auch nicht."
Sie hat auch nicht so viel Aufwand, die Pferde zu lösen, wenn es an die Arbeit geht. Es ist alles viel einfacher und unkomplizierter, es geht schneller. Die Pferde sind ruhiger, nehmen mehr Anteil, haben mehr Kondition. Sie muß viel weniger einwirken, und die Pferde dürfen auch Fehler machen.
Aus den Kommentaren zu den Turnierereignissen geht die gleiche Gelassenheit hervor, die Gewißheit, daß ihre Methode richtig ist, daß die Pferde Zeit brauchen und sich dann schon von alleine präsentieren wollen, daß man nicht erzwingen kann, sich aber immer freuen darf.
Ich hatte gerade etwas über Fütterungsanlagen gelesen und wollte wissen, was Katrin Bettenworth davon hält. "Nichts. Was sollte der Sinn der Sache sein? Bei uns fressen die Pferde natürlich, nämlich den ganzen Tag. Die haben immer Stroh und Heu, die sind immer beschäftigt und fressen 23 Stunden am Tag. 3-4 mal am Tag bekommen sie Kraftfutter, Hafer, Gerste, Mais, frisch gequetscht, dazu Mineralfutter, keine Silage, bestes Stroh. Bei den Zeiten legen wir uns nicht fest, wir variieren da immer ein bißchen. So gibt es bei uns nie Radau. Die wissen, es gibt was, in einem bestimmten Zeitrahmen."
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