Die Pferdesport-Versandhäuser bieten diverse Taschen an, die über den Pferderücken gelegt werden können, ähnlich denen, die man beim Fahrrad benutzen kann.
So eine Tasche bestellte ich mir. Die Idee, die Taschen gefüllt über den Rücken des Pferdes zu legen, gab ich aber schnell wieder auf. Die Taschen rieben bei jedem Schritt ein kleines bisschen über die Wirbelsäule, so dass beim Testritt nach kurzer Zeit das Fell brach. Mehrere Tage hätte die Haut das nie ausgehalten.
Also musste doch eine Befestigung am Sattel erfolgen. Aber wie? Und wo, vorn oder hinten?
Ich löste die Aufgabe nach langem Probieren durch ein schmales rotes Gurtband, welches ich ganz oben an einer Gurtstrupfe befestigte und dann unter dem Sattelblatt nach hinten um den Hinterzwiesel legte.
Dann wieder nach vorn zur Gurtstrupfe auf der anderen Seite des Sattels. Auf beiden Seiten fest gespannt, konnte ich es in der Wulst am Hinterzwiesel fixieren.
So diente es mir als Befestigungsband für die Taschen. Diese hingen somit nicht auf dem Pferderücken, sondern links und rechts am Sattel hinter meinen Oberschenkeln. Geprobt habe ich das Ganze zuhause auf einer Trittleiter.
Schließlich wollte auch ich noch bequem sitzen vor den Taschen. Nachdem ich zusätzlich das raue Gewebe der Packtaschen überall dort, wo es das Fell berührt, mit Vlies und Lammfell abgepolstert hatte, waren die Taschen nutzbar.
Ich hatte eine recht praktische Tasche gewählt, mit zwei integrierten Flaschenfächern auf einer Seite und zwei Reißverschlussfächern auf der anderen Seite.
Somit konnte ich in dem kleineren Fach das Erste-Hilfe-Set unterbringen, in dem größeren Fach fanden u. a. Essen, Hufkratzer, Möhren, Taschenmesser und Koppelband Platz. Auf der anderen Seite war neben einer Plastikflasche noch das Regenzeug untergekommen. Poncho, Hose und Schlapphut ließen sich ganz klein zusammenrollen und anstelle einer Plastikflasche verstauen.
Ganz wichtige Dinge sollte man unbedingt direkt am Körper tragen. Ansonsten rennt im schlimmsten Fall das Pferd mit dem Handy und der Karte davon, wenn etwas passiert. In der Jacke sollte man diese Dinge nur transportieren, wenn man ganz sicher ist, dass man sie nicht auszieht und am Sattel befestigt.
Ich hatte daher eine geräumige Gürteltasche mit vielen einzelnen Fächern gewählt. Dort verstaute ich Ausweis, Handy, Geld, Karte und Fotoapparat.
Der Naturpark Hoher Fläming bietet eine aktuelle Karte an, in der der Rundreitweg schon eingezeichnet ist. Diese Karte ist in jeder größeren Buchhandlung zu erhalten und reicht, sofern man auf der Route bleibt, völlig aus.
Ich machte mir von dieser Karte Farbkopien des jeweils für einen Tag geplanten Streckenabschnitts, die ich in DIN A5-Klarsichtfolien schob und zuklebte. Auf dem Pferd mit einer ganzen Wanderkarte zu hantieren ist unpraktisch und meist überlebt die Karte dann kaum einen Ritt.
Zeitgleich zu den beschriebenen Vorbereitungen musste ich auch noch mein Pferd trainieren.
| |