Als typischer Flachlandbewohner empfinde ich es besonders reizvoll, in bergiger Gegend zu reiten. Die höchste Erhebung des Hohen Fläming ist 200 m hoch. Das ist für meine Begriffe schon ein kleiner Berg.
Das » Faltblatt beschreibt die Strecke und nennt mehr als zehn Wanderreitstationen, in denen man mit Pferd übernachten kann.
Wir schauten uns die Reitbetriebe und die Streckenmarkierungen an. Einige Quartiere kamen mir nicht so einladend vor, diese strich ich im Geist schon von der Liste.
Im Anschluss begann die Auswahl der Streckenabschnitte. Die Strecke durch den Naturpark ist etwa 110 km lang und kann in vier Tagen durchritten werden. Ich wollte mir jedoch fünf Tage Zeit nehmen, zum einen, weil ich zwischendurch einen Tag Pause einlegen wollte und zum anderen auch, weil ich erst am folgenden Wochenende mit dem Hänger abgeholt werden konnte.
Nach der ersten Festlegung der Route begann das Telefonieren wegen der Quartiere. Hierbei erhielt ich dann viele wichtige Informationen, die in keinem Buch stehen können, weil sie sich auf das spezielle Gelände beziehen.
Ich konnte etwas über die Bodenbeschaffenheit erfahren, über die Qualität bestimmter Quartiere und man nannte mir auch weitere Stationen, die in dem Faltblatt noch nicht vermerkt sind.
Das war für mich besonders wichtig, weil mir auf der Strecke noch ein Quartier fehlte. Das hätte eine Tagestour unverhältnismäßig lang gemacht. Nun war die Lücke gestopft, und die Tourplanung "rund".
Auch die Preise konnte ich erfragen. Die Spanne war gewaltig, was jedoch aus den sehr unterschiedlichen Ausstattungen der Höfe resultierte.
Waren es teilweise Privatquartiere mit Box in der eigenen Scheune, so gab es andererseits Betriebe mit angrenzender Gastronomie, weiten Koppeln und 20x60 m Reithalle oder mit Ferienwohnung zur freien Verfügung. Klar, dass hier andere Preise verlangt wurden. Ich zahlte zwischen 15 und 39 Euro für die Übernachtungen, 6 bis 12 Euro für die Box und 0 bis 10 Euro für den Transfer meines Gepäcks zum nächsten Ort.
Ausgeschlossen hatte ich Übernachtungen im "Heuhotel", hierfür fühlte ich mich doch etwas zu alt. Ein gewisses Maß an Bequemlichkeit wollte ich nicht missen.
Vorbereitungen: Da ich mich erst Anfang August tatsächlich entschloss, den Ritt zu machen, blieb mir nicht viel Zeit für die Vorbereitung. Der Sommer war in diesem Jahr ohnehin nicht sehr warm, so dass ich festlegte, den Ritt in der zweiten Septemberwoche zu machen. Noch später wurde mir das Wetter zu unsicher.
Es blieben mir also fünf Wochen für die Vorbereitung. Das klingt viel, ist es aber nicht. Voll berufstätig hatte ich nur abends etwas Zeit, und die verbringe ich normalerweise beim Pferd. Es mussten Packtaschen, Medikamente für das Erste-Hilfe-Set, Regensachen, Wanderreithalfter, etc. besorgt werden. Listen mit "Nicht vergessen!"- und "Unbedingt vorher klären!"-Überschriften wurden angelegt, verlegt und wieder neu begonnen.
Ich stellte nach kurzer Zeit erstaunt fest, dass ich trotz des Gepäcktransports noch sehr viele Kleinigkeiten am Pferd befestigen musste.
Und hier zeigte sich ein Problem. Mein Dressursattel hat nicht eine Öse, an der etwas verschnallt werden kann. Wie nun die Taschen befestigen?
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