|  | | Biss mit geschlossenen Zähnen |  |  |  |
| Für eine liebevolle Fellpflege revanchiert sich EDDY durch Umsortieren meiner Haare mit Atem und mit den Lippen - ein Grund, warum ich ihm keine Lekkerlis mehr gebe, die irgendwie kleckern oder schmieren. Meine Frisur sieht sonst nach EDDYs Haarbehandlung irgendwie seltsam aus. Auch andere Bereiche des Pferdes wie etwa das Gesicht, der Unterbauch und der untere Teil der Beine, insbesondere die Fesselbeuge, sind überaus berührungsempfindlich. So darf ich EDDYs Gesicht nur mit einem Lammfell säubern oder die DRECK-POPELCHEN ausschließlich mit den Fingernägeln entfernen - sonst zieht EDDY seinen Kopf weg, er weicht der unerwünschten Berührung aus, während er sich im anderen Fall eher gegen die Bürste stemmt, um die Intensität der Berührung zu erhalten, die er wünscht. Im Bereich zwischen Kniefalte und Schlauch signalisiert EDDY durch Anheben des Hinterbeines, wenn ihm eine Säuberungsaktion zu unsanft erscheint. Hier darf Dreck aus den etwa 10 cm langen Haaren nicht einfach ausgebürstet werden wie bei der Mähne, nein, Einweichen ist angesagt und Reinigen mit einem großporigen Schwamm. Generell scheint das Geschlechtsteil auch überaus temperaturempfindlich zu sein. Kalte Hände oder gar kaltes Wasser mag EDDY gar nicht. Aber Reinigung des Schlauches und des Beutels mit einem Naturschwamm (gut strukturiert, damit der Schmutz darin hängen bleibt) und natürlich mit körperwarmem Wasser genießt EDDY. Dann toleriert er auch das doch etwas kühlere Melkfett, mit dem abschließend alles eingecremt wird. Metallstriegel hat EDDY rigoros abgelehnt - viel zu hart. Der Striegel mit den vielen weichen Gumminoppen hat entweder gekitzelt oder zu sehr im Haarkleid geziept. Und bei dem Hartgummistriegel mit dem verzahnten Außenrand war es ihm anfangs auch nicht recht zu machen. Auf meine Frage "WAS WILL EDDY" ging er wortlos rüber zu einem alten Baum mit tief hängenden Ästen, stellte sich darunter und schupperte sein Fell daran: laaangsam vor, laangsam zurück - und genüßlich stülpte er dabei seine Oberlippe nach vorne. Die Geschwindigkeit der Bürstenbewegung und der Anpreßdruck müssen demnach stimmen, damit das Putzen als kameradschaftliche Körperpflege interpretiert wird. Und wenn dann noch die mentale Einstellung passt - wie an anderer Stelle berichtet - so zeigt die Länge des ausgefahrenen Schlauches Eddy's Wohlbefinden an - zusätzlich zu der rüsselartig vorgewölbten Oberlippe: je länger, desto höher der Genuß.
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